COVID-19 Blog Teil 7: Aufstellung und Veröffentlichung der nichtfinanziellen Berichterstattung

08/04/20

Im folgenden Blogbeitrag geht es um die Auswirkungen von COVID-19 auf die nichtfinanzielle Berichterstattung und die Beantwortung der Frage, ob, wann und was sich für die Unternehmen ändert.

Ungewisse Auswirkungen der Maßnahmen

Zu den bisher von der Regierung getroffenen Maßnahmen zählen die Einschränkung der sozialen Kontakte, das Veranstaltungsverbot, Verkehrsbeschränkungen, Quarantänemaßnahmen, Homeoffice und Kurzarbeit, Einschränkungen in Handel, Gastronomie und Tourismus, die Schließung von Kindergärten, Schulen und Hochschulen, Reisewarnungen und Grenzschließungen. Damit hat COVID-19 erhebliche Auswirkungen auf die Politik, die Gesellschaft und die Wirtschaft. Da die Dauer der Maßnahmen unklar ist und die einzelnen Industriezweige unterschiedlich stark betroffen sind, bestehen erhebliche Unsicherheiten bezüglich der Effekte dieser Maßnahmen. Dies erschwert das Treffen belastbarer und nachhaltiger Entscheidungen seitens der Investoren, Kunden, Lieferanten, Arbeitnehmer und andere Stakeholder. Die § 243b UGB und § 267a UGB sowie die AFRAC-Stellungnahme 9 und die vor kurzem veröffentlichte AFRAC-Fachinformation COVID-19 sehen vor, offen und transparent über die Auswirkungen von COVID-19 auf die Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung zu berichten. Neben der Darstellung der Auswirkungen auf die einzelnen Belange, gilt es mögliche Chancen und Risiken, deren Handhabung, implementierte Konzepte, Due Diligence Maßnahmen und Leistungsindikatoren abzubilden. Zudem ist laut der AFRAC-Fachinformation COVID-19 auf eine konsistente Darstellung der Risiken zwischen den Informationen des nichtfinanziellen Berichtes sowie dem Jahres- bzw. Konzernabschluss und dem Lagebericht zu achten.

Wertaufhellende und wertbegründende Ereignisse

Analog zur finanziellen Berichterstattung findet das Stichtagsprinzip auch in der nichtfinanziellen Berichterstattung Anwendung und unterscheidet zwischen zu berücksichtigenden wertaufhellenden und nicht zu berücksichtigenden wertbegründenden Ereignissen. Wertaufhellende Ereignisse sind Ereignisse, die vor dem Bilanzstichtag verursacht, aber erst bis zur Aufstellung bekannt geworden sind. Wertbegründende Ereignisse sind Ereignisse, die während dem Abschluss- und Aufstellungsstichtag bekannt, aber erst nach Abschlussstichtag verursacht wurden. Die im Dezember 2019 bekannt gewordenen COVID-19-Fälle beschränkten sich auf Wuhan, China. Von einer weltweiten Pandemie sprach die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedoch erstmals am 11. März 2020. Am 25. März 2020 meldete Österreich die ersten Fälle, am 13. März erfolgten die ersten Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19.

Auswirkungen auf die Veröffentlichungen

Für Unternehmen mit Abschussstichtag 31. Dezember 2019, die ihren nichtfinanziellen Bericht im Lagebericht oder in einem gesonderten Bericht bereits bis Mitte März veröffentlicht haben, heißt das, dass sie keine nachträglichen Anpassungen vornehmen müssen. Für spätere Stichtage gilt es sich an den Gegebenheiten am jeweiligen Stichtag zu orientieren. Konkret bedeutet dies, dass nach Bekanntgabe der weltweiten Pandemie durch die WHO und die Einführung der verschiedenen Maßnahmen in den einzelnen Ländern, die Auswirkungen von COVID-19 auf die einzelnen Belange werterhellend abzubilden sind. Dies betrifft Unternehmen mit Abschlussstichtag 31. Dezember 2019, die ihren nichtfinanziellen Bericht noch nicht veröffentlicht haben und die Veröffentlichung gemäß der Offenlegungsvorschrift des § 277 Abs. 1 UGB neunmonatigen Frist, bzw. durch das 2. COVID-19-Gesetz um vierzig Tage verlängerten Offenlegungsfrist, durchführen werden. Das gleiche gilt für Unternehmen, deren Bilanzstichtag am 31. März 2020 oder später endet.       

In weiteren folgenden Blogbeiträgen erläutern wir die Auswirkungen von COVID-19 auf die einzelnen Belange und leiten Handlungsempfehlungen für Ihr Unternehmen ab.

Kontakt

Hans Hartmann

Hans Hartmann

Partner, Capital Markets & Accounting Advisory Services (CMAAS), PwC Austria

Tel: +43 676 833 771 816

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