COVID-19 Blog Teil 9: Sozial- und Arbeitnehmerbelange - Auswirkungen von COVID-19 auf die Berichterstattung

09/04/20

Im folgenden Blogbeitrag geht es im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung um die Auswirkungen von COVID-19 auf die Sozial- und Arbeitnehmerbelange sowie entsprechende Handlungsempfehlungen für Ihr Unternehmen.

Soziales Engagement

Während sich viele Unternehmen bisher, unter anderem aufgrund von gesellschaftlichem Druck, auf die Offenlegung von Umweltbelangen fokussierten, verlagert sich der Fokus durch COVID-19 hin zu einer transparenten und informativen Berichterstattung über soziales Engagement. Die Auswirkungen von COVID-19 auf die Sozial- und Arbeitnehmerbelange eröffnen Unternehmen eine Vielzahl an Chancen und Risiken, die es in der nichtfinanziellen Berichterstattung ausgewogen darzustellen gilt. Viele Menschen gestalten ihr Leben neu, um soziale Distanzierung zu üben, bieten älteren Menschen Hilfe an und engagieren sich freiwillig in Gesundheitseinrichtungen und Lebensmittelbanken. Viele Unternehmen zeigen soziales Engagement durch monetäre und nicht-monetäre Aktivitäten wie Spenden, Lieferservices, Betreuungsangebote und ähnliche Maßnahmen. Derartige Maßnahmen wirken sich in der Regel positiv auf die Reputation des Unternehmens aus.  

Gefahr irreparabler Reputationsschäden 

Gleichzeitig besteht das Risiko, dass Unternehmen ihr soziales Engagement aufgrund von finanziellen Engpässen zurückfahren. Zudem sollten sich Unternehmen von dem Gedanken distanzieren, aus der Krise Kapital schlagen zu wollen, da sich dies negativ auf ihre Reputation auswirken kann. Der damit verbundene politische und gesellschaftliche Druck, der durch die Nutzung von Social Media Kanälen keine Grenzen kennt, hätten auf Dauer irreparable Imageschäden zur Folge. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen offen und transparent über ihre Sozialbelange berichten.

Grundlegende Veränderung der Arbeitswelt

Mit Blick auf die Arbeitnehmerbelange hat der Shutdown ganzer Volkswirtschaften die Arbeitswelt grundlegend verändert. Aufgrund der Schließung von Produktionsstätten und Büros ermöglichen Unternehmen ihren Mitarbeitern von zu Hause aus zu arbeiten. Dies betrifft insbesondere Mitarbeiter des Dienstleistungssektors. Die Implementierung derart flexibler Arbeitsbedingungen hat positive Auswirkungen auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Andererseits entstehen ebenfalls neue Herausforderungen, die virtuelles Arbeiten mit sich bringt, beispielsweise Bildschirmzeiten, Pausenregelungen, physische und psychische Belastungen. Unternehmen sind dazu angehalten, Maßnahmen und Konzepte zu erarbeiten, die ihnen helfen, die Herausforderungen zu bewältigen.  

Arbeitnehmerzahl und Fluktuation 

In Industriebranchen hingegen wirkt sich COVID-19 vermehrt negativ auf die Arbeitnehmerbelange aus, insbesondere die Arbeitnehmerzahl und damit die Fluktuationsrate der Unternehmen. Experten sind der Meinung, dass die prognostizierte Rezession zu mehr Kurzarbeit, Entlassungen und Insolvenzen führen wird. Zudem hat COVID-19 negative Auswirkungen auf die Gesundheits- bzw. Krankenquote der Unternehmen. Umso wichtiger ist es für Unternehmen, dass sie sich den Risiken, die die Ausbreitung von COVID-19 mit sich bringt, bewusst sind und im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung über entsprechende Konzepte, Due Diligence Maßnahmen und Leistungskennzahlen berichten.  

Kontakt

Hans Hartmann

Hans Hartmann

Partner, Capital Markets & Accounting Advisory Services (CMAAS), PwC Austria

Tel: +43 676 833 771 816

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