COVID-19 Blog Teil 10: Menschenrechte und Korruption - Auswirkungen von COVID-19 auf die Berichterstattung

15/04/20

Im folgenden Blogbeitrag geht es im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung um die Auswirkungen von COVID-19 auf die Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie entsprechende Handlungsempfehlungen für Ihr Unternehmen. Wie bei den Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen eröffnen sich durch COVID-19 auch im Hinblick auf die Achtung der Menschenrechte sowie die Bekämpfung von Korruption und Bestechung eine Vielzahl an Chancen und Risiken.

Umdenken in der Supply Chain

Das Schließen von Produktionsstandorten, Häfen, Flughäfen und Grenzen erfordert insbesondere bei produzierenden Unternehmen eine Neuaufstellung der Lieferkette. Die Neuaufstellung der Lieferkette wiederum eröffnet die Chance, kritische Materialien und Lieferanten zu identifizieren und für mehr Transparenz in der Lieferkette zu sorgen. Darüber hinaus sind Unternehmen so in der Lage, angemessene Krisenstrategien zu entwickeln und künftig entsprechende strategische Lieferantenpartnerschaften einzugehen.

Lieferengpässe und Umsatzeinbußen

Lieferengpässe und damit verbundene Umsatzeinbußen hingegen bergen ein gewisses Risiko für die Missachtung der Menschenrechte. Verantwortlich hierfür ist der krisenbedingte Rückgriff auf Lieferanten und Standorte mit einem erhöhten Risiko für Vorfälle von Kinder-, Zwangs- und Pflichtarbeit sowie Mitarbeitern, die gefährlicher Arbeit ausgesetzt sind. Neben einem erhöhten Risiko für das Eintreten derartiger Fälle, führt die unsichere Konjunkturlage dazu, dass Gesetzesbeschlüsse, die der stärken Achtung der Menschenrechte dienen sollten, aufgeschoben werden. Andererseits können einige der getroffenen politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen zu Einschränkungen der Menschenrechte führen.    

Mit Blick auf die Offenlegung der Achtung der Menschenrechte ist den Unternehmen zu empfehlen, neben der Darstellung der Chancen und Risiken auf die infolge von COVID-19 implementierten Konzepte und Due Diligence Maßnahmen einzugehen. Dabei ist es wichtig, zwischen operativen und COVID-19 bedingten Auswirkungen zu unterscheiden. 

Erhöhtes Risiko für Bestechungs- und Korruptionsfälle

Mit der Achtung der Menschenrechte eng verbunden ist die Bekämpfung von Korruption und Bestechung, indem das Risiko besteht, aufgrund von Lieferengpässen und damit verbundenen erwarteten Umsatzeinbußen implementierte Konzepte, Due Diligence Maßnahmen und Kontrollen aktiv zu umgehen. Dies wiederum hätte zur Folge, dass die Anzahl an Bestechungs- und Korruptionsfälle steigt. Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der Einschränkung des Reiseverkehrs. Der Grund hierfür ist die mangelnde Beaufsichtigung. Konkret bedeutet dies, dass die Durchführung von Due Diligence Maßnahmen und entsprechende Kontrollen vor Ort nicht mehr gewährleistet werden können. Dieser Umstand betrifft alle Belange, könnte jedoch im Hinblick auf die Bekämpfung von Korruption und Bestechung die gravierendsten Auswirkungen haben.       

Umso wichtiger ist es daher für die Unternehmen in der nichtfinanziellen Berichterstattung über die Einhaltung und Überprüfung bestehender Kontrollen zu berichten. Damit einher geht, Anpassungen der unternehmensinternen Prozesse und implementierten Kontrolle abzubilden.

Kontakt

Hans Hartmann

Hans Hartmann

Partner, Capital Markets & Accounting Advisory Services (CMAAS), PwC Austria

Tel: +43 676 833 771 816

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