Die ESMA hat ihren Bericht über das Enforcement der Unternehmensberichterstattung und regulatorische Aktivitäten für 2025 veröffentlicht. Er bietet einen Überblick über die von der ESMA und den nationalen Enforcementbehörden durchgeführten Aktivitäten in den Bereichen Finanzberichterstattung, Nachhaltigkeitsberichterstattung und digitale Berichterstattung. Bei einem vergleichbaren Niveau der Feststellungen war die Bilanzierung von Finanzinstrumenten die häufigste Ursache für Rechnungslegungsfehler in Bilanzen und Ergebnisrechnungen.
Im Bereich der Finanzberichterstattung prüften die Enforcer im Jahr 2025 628 Emittenten im EWR, die ihre Abschlüsse nach IFRS erstellt haben (gegenüber 685 im Jahr 2024). Die nachstehende Tabelle enthält eine detaillierte Aufschlüsselung der im Jahr 2025 durchgeführten Prüfungen:
Die Enforcer stellten bei 41 % der im Jahr 2025 durchgeführten Prüfungen Fehler fest (2024: 38 %). Im Jahr 2025 betrafen 36 % der Enforcement-Maßnahmen Fragen des Ansatzes, der Bewertung und/oder des Ausweises, während 64 % ausschließlich Angabepflichten betrafen. Wie bereits im Jahr 2024 erforderten rund 11 % eine unverzügliche Offenlegung gegenüber dem Markt durch neu aufgestellte Abschlüsse oder eine Korrekturmitteilung, während in den übrigen 89 % eine Berichtigung in künftigen Abschlüssen als ausreichend angesehen wurde.
Wie bereits im Jahr 2024 wurden die meisten Fehler in vier Bereichen gefunden: Finanzinstrumente, Werthaltigkeitsprüfungen nichtfinanzieller Vermögenswerte, Abschlussdarstellung und operative Segmente.
Finanzinstrumente: Die Enforcer legten den Schwerpunkt auf verbesserte Angaben zu Forderungen, zur Fair-Value-Bewertung und zu Bewertungsverfahren, einschließlich wesentlicher Inputfaktoren und Sensitivitätsanalysen für Instrumente der Stufe 3.
Darstellung des Abschlusses (IAS 1 und IAS 8): Die ESMA hob Probleme im Zusammenhang mit einer unklaren Darstellung von Abschlusspoten, einer unzureichenden Aufgliederung und einer begrenzten Transparenz hinsichtlich wesentlicher Ermessensentscheidungen und Schätzungen hervor. Sie stellte zudem Mängel bei der Darstellung von Fremdwährungsanpassungen und anteilsinhaberbezogenen Transaktionen fest.
Werthaltigkeitstests: Die ESMA identifizierte Schwächen bei Werthaltigkeitstests, darunter fehlende Tests, methodische Fehler und eine unzureichende Begründung wesentlicher Annahmen wie Wachstumsraten, Abzinsungssätze und Cashflow-Prognosen.
Operative Segmente: Die Enforcer stellten fest, dass Emittenten häufig die von der Unternehmensleitung überprüften wesentlichen Posten nicht klar offenlegten und keine hinreichend detaillierten Informationen zu Umsatzerlösen, langfristigen Vermögenswerten und Aggregationskriterien bereitstellten.
Die ESMA beurteilte außerdem ihre Einschätzung zur Einhaltung der European Common Enforcement Priorities (ECEP) für die Unternehmensberichterstattung 2024:
Liquiditätsbezogene Erwägungen: Obwohl sich in einigen Bereichen Verbesserungsbedarf zeigte, stellten die Emittenten insgesamt hinreichend transparente und entscheidungsnützliche Informationen zu liquiditätsbezogenen Risiken und Vereinbarungen bereit.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Ermessensentscheidungen und wesentliche Schätzungen: Zwar machten die meisten Emittenten unternehmensspezifische und entscheidungsnützliche Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Ermessensentscheidungen und wesentlichen Schätzungen; indem gelang es einer relevanten Minderheit weiterhin nicht, diese Angaben mit den identifizierten Risiken in Einklang zu bringen. Dies unterstreiche den Verbesserungsbedarf an unternehmensspezifischer und transparenter Berichterstattung in diesem Bereich.
Der Bericht hebt zudem Erkenntnisse aus der APM-Berichterstattung sowie aus weiteren Aktivitäten im Bereich der Finanzberichterstattung hervor.
Den vollständigen Bericht, der auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die digitale Berichterstattung abdeckt, finden Sie in der entsprechenden ESMA-Veröffentlichung.
ESMA has released its report on 2025 Corporate Reporting Enforcement and Regulatory Activities, providing an overview of activities carried out by ESMA and national enforcers in the areas of financial reporting, sustainability reporting, and digital reporting. Maintaining a similar level of findings, the accounting for financial instruments took over the lead position on sources of accounting errors in primary financial statements.
In the area of financial reporting, enforcers examined 628 issuers in 2025 (compared to 685 in 2024) that prepared financial statements under IFRS in the EEA. The table below provides a detailed breakdown of the examinations performed during 2025:
Enforcers took actions in 41% of ex-post examinations performed during 2025 (38% in 2024). In 2025, 36% of enforcement actions concerned recognition, measurement and/or presentation issues, while 64% related only to disclosure issues. As in 2024, about 11% required immediate market disclosure through reissued financial statements or a corrective note, while in the remaining 89% a correction in future financial statements was considered sufficient.
Similar to 2024, most actions were taken in four areas: financial instruments, impairment testing of non-financial assets, presentation of financial statements and operating segments.
Financial instruments: Enforcers focused on better disclosures for receivables, fair value measurement and valuation techniques, including key inputs and sensitivity analyses for Level 3 instruments.
Presentation of financial statements (IAS 1 and IAS 8): ESMA highlighted problems with unclear line-item presentation, insufficient disaggregation, and limited transparency around significant judgements and estimates. It also noted issues with the presentation of foreign currency adjustments and shareholder-related transactions.
Impairment tests: ESMA identified weaknesses in impairment testing, including missing tests, methodological errors and insufficient support for key assumptions such as growth rates, discount rates and cash flow forecasts.
Operating segments: Enforcers found that issuers often failed to clearly disclose the material items reviewed by management, as well as sufficiently detailed information on revenues, non-current assets and aggregation criteria.
ESMA also shares its assessment of compliance with the European Common Enforcement Priorities (ECEP) for 2024 corporate reporting, covering:
Liquidity considerations: while some areas of improvement emerge, issuers generally provided sufficiently transparent, decision-useful information on liquidity related risks and arrangements;
Accounting policies, judgements and significant estimates: while most issuers provided tailored and decision-useful disclosures on accounting policies, judgements and significant estimates, a meaningful minority still failed to align disclosures with identified risks, underscoring the continued need for more entity-specific, transparent reporting in this area.
The report also highlights findings from APM reporting and other activities in financial reporting.
To access the complete report, which also covers sustainability and digital reporting, please refer to the ESMA publication.
Ulf Kühle