The Digital CFO Survey 2026 – Ergebnisse DACH Region

CFOs stufen Digitalisierung als Top-Priorität ein, doch nur gut ein Fünftel ist heute stark digitalisiert

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  • Juni 18, 2026
  • Klare Digitalisierungsstrategien und Roadmaps bleiben hinter der Ambition zurück, obwohl CFOs massiv in Digitalisierungsprojekte investieren

  • Acht von neun abgefragte Digitaltechnologien werden von den meisten Finanzfunktionen noch gar nicht eingesetzt – für die kommenden drei Jahre erwarten CFOs jedoch einen deutlichen Anstieg

  • Die KI- und Large Language Model-Nutzung in Finanzfunktionen liegt im Schnitt nur bei 3,8 von 7 Punkten

  • Nur 6,9 % der Mitarbeitenden in den Finanzabteilungen verfügen über spezialisierte IT- und Data-Science-Kenntnisse

 

Wien, 18. Juni 2026 – Die WHU – Otto Beisheim School of Management hat in Kooperation mit der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC den Digitalisierungsgrad der Finanzfunktionen in Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht. Die Studie „Digital CFO 2026“ basiert auf der Befragung von 207 CFOs und einer siebenstufigen Likert-Skala, von 1 für „stimme überhaupt nicht zu“ bzw. „sehr niedrig“ bis 7 „stimme voll zu“ bzw. „sehr hoch“. Die Ergebnisse zeigen ein klares Spannungsfeld: Während die Digitalisierung zu den absoluten Top-Prioritäten der Finanzchefinnen und Finanzchefs gehört, bezeichnen nur gut 20 % der Befragten ihre Finanzfunktionen als stark oder sehr stark digitalisiert. Ebenso viele stufen den eigenen Digitalisierungsgrad als gering ein.

Hohe Priorität, wenig Strategie

Diese Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung zeigt sich auch bei der strategischen Planung. Zwar investieren CFOs in großem Umfang in Digitalisierungsprojekte, doch die durchschnittlichen Zustimmungswerte für klar definierte Digitalisierungsstrategien und Roadmaps liegen mit 4,6 (Unternehmen insgesamt) und 4,8 (Finanzfunktion) deutlich hinter der ausgewiesenen Priorität zurück. Viele Finanzbereiche sind damit auf dem richtigen Weg, aber noch längst nicht am Ziel.

„In vielen Finanzfunktionen steht die Digitalisierung ganz oben auf der Agenda. Gleichzeitig werden die vorhandenen Technologien noch nicht konsequent genug umgesetzt – beispielsweise bei der Automatisierung von Standardprozessen oder beim Einsatz datengetriebener Analytik“, sagt Michael Schachermayr, Finance Transformation Lead bei PwC Österreich. Es bleibe Luft nach oben, insbesondere, wenn es darum gehe, aus vielen Einzelinitiativen ein klares, skalierbares Zielbild für die Finanzfunktion zu machen, so der Experte.

Die Studie betrachtet konkret, wie CFOs und ihre Teams digitale Lösungen wie Predictive Analytics, Prozessautomatisierungen oder Process Mining einsetzen. In der Praxis liegt die durchschnittliche Nutzung dieser Technologien meist nur im Bereich von 2 bis 3,5 auf der 7-Punkte-Skala – also klar im unteren Drittel. Bei acht von neun abgefragten Technologien ist die am häufigsten gewählte Antwort sogar „1“, das heißt sie werden derzeit gar nicht genutzt. Für die nächsten drei Jahre erwarten die CFOs jedoch durchgängig eine intensivere Nutzung und teilweise deutliche Anstiege bei einzelnen Lösungen.

KI und LLM: Großes Potenzial in den Finanzfunktionen

Besonders groß ist die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und Large Language Models (LLM). Die Studie zeigt, dass LLM-Anwendungen in den Unternehmen insgesamt bereits etwas stärker genutzt werden als in den Finanzbereichen. Über alle befragten Unternehmen hinweg liegt die durchschnittliche Nutzungsintensität bei 4,1 von 7 Punkten, in den Finanzfunktionen hingegen nur bei 3,8. In vielen Fällen werden LLM heute eher für punktuelle Aufgaben genutzt; eine systematische Einbettung in Kernprozesse der Steuerung und Berichterstattung ist bislang noch die Ausnahme.

Prof. Dr. Martin Glaum, Studienleiter und Professor an der WHU – Otto Beisheim School of Management: „Es ist klar, dass der Einsatz von LLM und anderen KI-Anwendungen in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Entscheidend wird sein, die Technologien aus der Experimentierphase herauszuführen und sie systematisch in die operativen Prozesse der Finanzfunktion zu integrieren – etwa in Forecasting, Reporting oder das Working Capital Management. Erst dann wird KI ihren vollen Beitrag zur Qualität der finanziellen Steuerung leisten.“

Umsetzung ist machbar, aber Fachkräfte fehlen

Ein Engpassfaktor ist der Zugang zu spezialisiertem Personal. In den untersuchten Finanzbereichen arbeiten im Durchschnitt 413 Mitarbeitende, doch nur 6,9 % dieser Mitarbeitenden verfügen über vertiefte Kenntnisse in IT, Digitalisierung oder Data Science. Viele CFOs berichten, dass genau diese Fachkräfte schwer zu rekrutieren sind. Das bremst die Umsetzung, obwohl von digitalen Technologien mehr Effizienz, Transparenz und bessere Entscheidungen erwartet werden.

Budgets steigen – jetzt zählt die Skalierung

Mit Blick nach vorn planen viele Unternehmen, ihre Anstrengungen weiter zu intensivieren. Knapp 70 % der befragten CFOs rechnen damit, dass ihnen in den kommenden Jahren ein größeres Budget für die Digitalisierung ihrer Finanzfunktionen zur Verfügung stehen wird.

Bei der Personalgröße rechnen die meisten CFOs eher mit stabilen oder leicht sinkenden Zahlen. Michael Schachermayr betont: „Der Hebel für den nächsten Produktivitätssprung liegt damit weniger in zusätzlichem Budget, sondern im gezielten Einsatz von Technologie – insbesondere von KI-basierten Lösungen – und dem damit verbundenen Kompetenzaufbau.“

In der Gesamtschau zeigt die Studie eine Finanzfunktion im Übergang: Die Priorität ist hoch, Budgets steigen und erste Use Cases, auch mit KI, sind etabliert. Gleichzeitig ist der Weg zu einer konsequent digital und datengetrieben arbeitenden Finanzfunktion noch lang. Unternehmen, die jetzt ihre Strategien schärfen, technologische Potenziale systematisch heben und die notwendigen Fähigkeiten im Team aufbauen, können die Lücke zwischen Anspruch und Realität schließen und die Finanzfunktion zum echten Treiber der Unternehmenssteuerung entwickeln.

Weitere Informationen zur Studie unter: https://direkt.pwc.at/cfo-2026

Michael Schachermayr

Finance Transformation Lead bei PwC Österreich 

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Lukas Stieger

Lukas Stieger

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