ESMA veröffentlicht ihre Prüfungsschwerpunkte 2026 für die Nachhaltigkeitsberichterstattung

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  • Oktober 19, 2026

Am 13. Oktober 2026 hat die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) ihre gemeinsamen europäischen Prüfungsschwerpunkte (European Common Enforcement Priorities, ECEP) für die Unternehmensberichterstattung 2026 veröffentlicht. Für Nachhaltigkeitserklärungen, die nach den European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt werden, hat die ESMA zwei übergeordnete Prüfungsschwerpunkte für die Nachhaltigkeitsberichterstattung 2026 festgelegt:

  • weitere Fortschritte bei der Wesentlichkeitsanalyse; und
  • die Bereitstellung verknüpfter Informationen zu Auswirkungen, Risiken und Chancen (IROs), Konzepten, Maßnahmen und Zielen (PATs) sowie Kennzahlen.
ESMA enforcemenet priorities

Kernaussagen

Schwerpunkt 1: Weitere Fortschritte entlang der Lernkurve zur Wesentlichkeit
  • Positive und negative Auswirkungen sind mit gleicher Aufmerksamkeit zu beurteilen, um eine ausgewogene und neutrale Darstellung zu gewährleisten.
  • Es ist klar offenzulegen, ob bei der Beurteilung positiver und negativer Auswirkungen unterschiedliche Wesentlichkeitsschwellen verwendet werden.
  • Die Identifizierung, Beurteilung und Bestimmung der IROs sollte sowohl die eigene Geschäftstätigkeit des Emittenten als auch seine vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette umfassen.
  • Der Prozess der doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA) ist prägnant zu beschreiben, wobei der Schwerpunkt auf themenspezifischen Aspekten liegt, die für die Beurteilung wesentlicher IROs relevant sind. Wesentliche Besonderheiten sind hervorzuheben.
  • Unternehmensspezifische IROs sind nur dann zu verwenden, wenn die Kategorisierung nach den ESRS den wesentlichen IRO nicht angemessen abdeckt.
Schwerpunkt 2: Bereitstellung verknüpfter Informationen zu IROs, PATs und Kennzahlen
  • Erwartet wird eine klare Verknüpfung und Konsistenz zwischen IROs, PATs und Kennzahlen, insbesondere in den Themenbereichen E1 Klimawandel und S1 Eigene Belegschaft
  • Emittenten sollten klar erläutern, wie Konzepte und Ziele die identifizierten wesentlichen IROs adressieren, einschließlich etwaiger Abdeckungslücken und der Frage, wie umfassende Konzepte mit spezifischen IROs zusammenhängen.
  • Emittenten sollten Transparenz über die für wesentliche Maßnahmen bereitgestellten finanziellen Mittel schaffen und offenlegen, wenn keine finanziellen Mittel bereitgestellt wurden.
  • Wenn für einen wesentlichen IRO keine PATs entwickelt wurden, ist dies zu erläutern.
  • Ziele sollten messbar, zeitgebunden und klar mit den relevanten IROs verknüpft sein. Die zugrunde liegende Methodik, die Fortschritte sowie Änderungen gegenüber früheren Berichtsperioden, die sich auf Klarheit und Vergleichbarkeit auswirken, sind transparent darzustellen. Bei der Festlegung wissenschaftsbasierter, auf das 1,5-°C-Ziel ausgerichteter Ziele und von THG-Reduktionszielen ist besonders präzise zu berichten.
Weitere allgemeine Beobachtungen
  • Da das Geschäftsjahr 2026 im Hinblick auf die Berichtsstandards ein Übergangsjahr ist, sollten Emittenten transparent angeben, welche Fassung der ESRS sie für die Erstellung ihrer Nachhaltigkeitserklärung verwendet haben.
  • Zwischen den wesentlichen IROs, die gemäß SBM-3 angegeben werden, und den an anderer Stelle im Jahresbericht dargestellten Risiken ist Konsistenz sicherzustellen. Darüber hinaus sind die gegenwärtigen finanziellen Auswirkungen wesentlicher IROs klar zu erläutern.
  • Konsistenz und Vergleichbarkeit mit früheren Berichtsperioden sind zu wahren. Überarbeitungen, Anpassungen oder Änderungen der Darstellung sowie deren Auswirkungen auf die Vergleichbarkeit sind klar zu erläutern.

Die Enforcement-Schwerpunkte unterstreichen somit die Bedeutung von Nachhaltigkeitserklärungen, die den Zusammenhang zwischen den als wesentlich identifizierten Nachhaltigkeitsaspekten und den Informationen, die zu deren Adressierung und Überwachung berichtet werden, klar vermitteln.

Nächste Schritte

Emittenten, Abschlussprüfer und Aufsichtsbehörden sollten die Empfehlungen der ESMA bei der Erstellung und Prüfung der Jahresberichte 2026 berücksichtigen. Dabei sollten sie die Umsetzbarkeit von Zielen mit einer Frist bis 2030 sowie die Vorbereitungen auf die Berichterstattung nach den ESRS (2026), die ab dem Geschäftsjahr 2027 beginnt, einbeziehen (weitere Informationen zu den Änderungen gemäß ESRS (2026) finden Sie im Blogbeitrag vom 9. Juli 2026).

Mit Blick auf die Zukunft wird auch die digitale Nachhaltigkeitsberichterstattung zunehmend an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen der CSRD ist eine digitale Auszeichnung der Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgesehen; die technischen Standards zur digitalen Auszeichnung von Nachhaltigkeitserklärungen ist allerdings noch nicht verfügbar und wird erst dann verpflichtend, wenn die Europäische Kommission die einschlägige Taxonomie durch eine Änderung der technischen Regulierungsstandards zur ESEF annimmt.

Lesen Sie den vollständigen Bericht der ESMA zu den gemeinsamen Prüfungsschwerpunkten 2026 (einschließlich der Finanzberichterstattung).

ESG Update 2026

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ESMA publishes its 2026 enforcement priorities for sustainability reporting

On 13 October 2026, the European Securities and Markets Authority (ESMA) published its European Common Enforcement Priorities (ECEP) for 2026 corporate reporting. For sustainability statements prepared under the European Sustainability Reporting Standards (ESRS), ESMA has identified two overarching 2026 sustainability reporting enforcement priorities: 

  • further progress in the application of the materiality assessment; and
  • providing connected information on impacts, risks and opportunities (IROs), policies, actions and targets (PATs), and metrics.

Key takeaways

Priority 1: Continuing the progress along the materiality learning curve
  • Assess positive and negative impacts with equal attention to give a balanced and neutral depiction. 
  • Disclose clearly whether different materiality thresholds are used when assessing positive vs negative impacts. 
  • Identification, assessment and determination of IROs should cover the issuer’s own operations and its upstream and downstream value chain. 
  • Describe the DMA process concisely, focusing on topic-specific aspects relevant to the assessment of material IROs. 
  • Use entity-specific IROs only where the ESRS categorisation does not adequately cover the material IRO. 
Priority 2: Providing connected information on IROs, PATs and metrics 
  • Connection and consistency across the IROs, PATs and metrics is expected with a focus on E1 Climate Change and S1 Own Workforce. 
  • Issuers should clearly explain how policies and targets address the identified material IROs, including any gaps in coverage and how broad policies relate to specific IROs. 
  • Issuers should provide transparency on the financial resources allocated to key actions and disclose when no financial resources are allocated. 
  • Ensure an explanation is provided when there are no PATs developed for a material IROs.
  • Targets should be measurable, time-bound and clearly linked to the relevant IROs. Issuers should transparently report the methodology, progress and any changes from previous reporting periods that affect clarity or comparability. Precise reporting is particularly important for science-based targets, targets aligned with 1.5°C and GHG reduction targes.
Other general observations
  • Given FY2026 is a transitional year when it comes to the reporting standards, issuers should be transparent about which version of the ESRS they have used to prepare their sustainability statement.
  • Ensure consistency between material IROs (as disclosed under SBM-3) and risks disclosed elsewhere in the annual report and clearly explain any current financial effects of material IROs.
  • Maintain consistency and comparability with prior reporting periods, clearly explaining any revisions, restatements or changes in presentation and the resulting impact on comparability. 

The priorities therefore reinforce the importance of sustainability statements that clearly communicate the relationship between the sustainability matters identified as material and the information reported to address and monitor them.

Next steps

Issuers, auditors and supervisory bodies should consider ESMA’s recommendations when preparing and reviewing 2026 annual reports, taking into account the feasibility of targets with a 2030 deadline and preparations for reporting according to ESRS (2026) approaches starting for FY2027 (for further information on the changes according to ESRS (2026) please refer to the  blog post of 9 July 2026.).

Looking ahead, digital sustainability reporting will also become increasingly relevant. Under the CSRD framework, sustainability reporting needs to be digitally tagged; however, the technical standards for digital tagging of sustainability statements is not yet available and will only become mandatory once the European Commission adopts the relevant taxonomy through an amendment to the ESEF RTS.

Read ESMA’s full report on the 2026 common enforcement priorities (including financial reporting).

ESG Update 2026

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