Emerging Trends in Real Estate®

etre europe 2024
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  • November 20, 2023

Führende Vertreter:innen der Immobilienbranche reflektieren über Unsicherheiten, die Zukunft von Büroflächen und die Auswirkungen von ESG. Wie kann die Immobilienbranche eine Balance zwischen Rendite und künftigen Bedürfnissen einer sich rasch ändernden Gesellschaft finden?

Die 21. Ausgabe der Emerging Trends in Real Estate® Studie in Zusammenarbeit mit dem Urban Land Institute bietet einen Blick in die Zukunft der Immobilienwirtschaft in ganz Europa – für das Jahr 2024 und darüber hinaus. Führende Unternehmen der Branche trotzen weiterhin dem geopolitischen Sturm und den Folgen der Inflation.

Zinssätze, Inflation und das europäische Wirtschaftswachstum werden voraussichtlich über einen Zeitraum von fünf Jahren die Hauptsorgen der Branche bleiben. Dennoch erwarten sich die Teilnehmer:innen der Befragung, dass es im Laufe des Jahres 2024 größere Klarheit geben wird und der Transaktionsmarkt wieder anläuft.

Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass es dafür einen einheitlichen Zeitrahmen in den vielfältigen Märkten Europas geben wird. Ein Drittel der befragten Personen rechnet damit, dass das Vertrauen der Unternehmen und die Profitabilität dieses Jahr ansteigen werden, wodurch Raum für vorsichtigen Optimismus entsteht.

Zu den Sektoren, die am meisten Potential bieten, gehören jene, die eine konjunkturresistente Stabilität versprechen. Die Top-Sechs in unseren Ranglisten werden von Nischen-Assets dominiert, die von globalen Megatrends – Dekarbonisierung und Energiewende, Informationstechnologie, der demographische Entwicklung und Urbanisierung – geprägt sind. 

Außerdem ist ein KI-bedingter Umbruch in vollem Gange und die nur langsam sinkenden Baukosten stellen die Immobilienbranche weiterhin vor große Herausforderungen. Es herrscht weitgehend Einigkeit, dass im Residentialbereich qualitativ hochwertige Einheiten bevorzugt werden, die den Unternehmen helfen, sich an die neuesten Arbeitspraktiken anzupassen, und die langfristig nachhaltig sind.

90 %

gehen davon aus, dass ESG-Themen bis zum Jahr 2050 die größte Auswirkung auf die Immobilienbranche haben werden

76 %

denken, dass aktuelle Bewertungen der Objekte „nicht alle Herausforderungen und Chancen genau wiedergeben“

95 %

sind der Ansicht, dass im Bereich der Vermarktung und der Vermietung die größten möglichen Anwendungsfelder für künstliche Intelligenz (KI) liegen

ESG als künftige "Berechtigung zur Marktteilnahme"

Die Bedeutung von Environmental, Social and Governance (ESG)-Themen in der Immobilienbranche wächst weiterhin. Während die wirtschaftlichen Faktoren der Dekarbonisierung – hohe Baukosten und Arbeitskräftemangel – den Investor:innen Kopfschmerzen bereiten, legen die Interviews nahe, dass immer mehr Branchenvertreter:innen den Mehrwert, den ESG bietet, verstehen, anstatt den Fokus auf die Kosten, die ESG mit sich bringt, zu legen.

Es besteht große Einigkeit über die Bedeutung von ESG-Kriterien für den künftigen Wert von Immobilien. Themen wie Umwidmung und das Re-Development von Immobilien werden als eine geeignete Methode gesehen, um hochwertige, zukunftsfähige Immobilien zu generieren.

Dies trägt auch dem Umstand der wachsenden Zurückhaltung der Investor:innen bezüglich neuen Developmentprojekten Rechnung. Etwa 62 % der Teilnehmer:innen an der Emerging Trends Befragung stimmen zu, dass Umwidmungen und Re-Developments der beste Weg sind, Spitzenimmobilien zu erwerben, während 43 % sich zugunsten von neuen Developmentprojekten aussprechen.

„Compliance mit ESG ist kein Extra. Es ist eine Lizenz zur Marktteilnahme“, sagt der CEO einer europaweit agierende Immobiliengruppe. „Die persönliche Haltung der Bauträger ist irrelevant, wenn Investor:innen, Regulierungsbehörden, Banken und alle anderen Stakeholder sich einig sind, dass es wichtig ist.“

Der vorsichtige Ausblick des diesjährigen Emerging Trends in Real Estate®-Europaberichts spiegelt eine Branche wider, die sich noch immer mit äußerst schwierigen wirtschaftlichen Umständen auseinandersetzen muss: Ein Jahrzehnt lang haben billige Kredite den Abschluss von Geschäften begünstigt und Globalisierungstrends den Bau von Immobilien ermöglicht. Dann hat Geldpolitik die durch die Pandemie verursachten Risse überdeckt.

"Die Schlagworte auf unserer Seite sind Disziplin und Geduld. Es hat keinen Sinn, aktuell etwas zu überstürzen", sagt ein institutioneller Investor.

Emerging Trends in Real Estate® Europa 2024 umfasst die Meinungen von 1.090 Expert:innen der Immobilienbranche, die für diesen Bericht zwischen Juli und September 2023 an Umfragen, Interviews oder an einer Reihe von Roundtable-Gesprächen teilgenommen haben.

Städte, die man auf dem Radar haben sollte

Europaweit sehen führende Branchenvertreter die Wirtschaftsleistung als wichtigsten Faktor bei der Auswahl einer Stadt für Investitionen oder Entwicklungen – dicht gefolgt von der Verkehrsanbindung.

Die Städte, die das meiste Kapital anziehen, sind tendenziell an der Spitze des Emerging Trends Europe-Rankings – teilweise aufgrund der Befragungsmethode. Aber über die letzten Jahre ist ein sichtbarer Trend unter den Spitzen-Städten zu beobachten: Hauptstädte und Wirtschaftsmetropolen dominieren. Dies könnte den Wunsch nach mehr Liquidität und Stabilität in risikobehafteten Zeiten widerspiegeln, da Städte wie Mailand, Lissabon und Brüssel einen deutlichen Anstieg verzeichnen.

Ranking

Stadt

Score

1 (1) ➖

London 

2.24

2 (2) ➖

Paris

2.01

3 (4) ⬆️

Madrid 

1.94

4 (3) ⬇️

Berlin

1.7

5 (6) ⬆️

Amsterdam

1.57

6 (10) ⬆️

Milan 

1.53

7 (5) ⬇️

Munich 

1.45

8 (11) ⬆️

Lisbon 

1.44

9 (7) ⬇️

Frankfurt 

1.36

10 (9) ⬇️

Barcelona 

1.35

Künftige Anforderungen

Investor:innen sehen den demographischen Wandel, die Digitalisierung und die Dekarbonisierung derzeit als bedeutende Einflussfaktoren für Investmententscheidungen. Immobilien werden als „soziale Infrastruktur“ gesehen. Es ist eine Branche, die nicht nur „einen Mietvertrag erstellt, um Cash zu generieren“, wie es ein Investor formuliert, sondern in Assets investiert, die zur Deckung der Grundbedürfnisse der Gesellschaft benötigt werden.

Die traditionellen Immobiliensektoren reagieren auf die gesellschaftlichen Bedürfnisse, indem sie sich wieder mehr auf die soziale Infrastruktur konzentrieren. Die Logistik dient den Versorgungsketten, die die modernen Volkswirtschaften am Laufen halten, und kann zur Dekarbonisierung der Transportindustrie beitragen. Einzelhandels- und Freizeitprojekte schaffen Orte, an denen wir uns in einer zunehmend digitalisierten Welt treffen, um zu interagieren. Büros sind der Rahmen für die wissensbasierte Wirtschaft, die für den Erfolg der Städte in ganz Europa von zentraler Bedeutung ist.

Kontakt

Marius Richter

Marius Richter

Real Estate Leader, Assurance, PwC Austria

Tel: +43 699 16305167

Karl Koller

Karl Koller

Real Estate Legal*, PwC Legal oehner & partner rechtsanwaelte gmbh

Tel: +43 664 88639013

Franz Rittsteuer

Franz Rittsteuer

Real Estate Tax, PwC Austria

Tel: +43 676 833772933

Bernadette Fellner

Bernadette Fellner

Head of Digital Real Estate, PwC Austria

Tel: +43 660 1924 661

Olena Chekmezova

Olena Chekmezova

Real Estate Valuations, MRICS, PwC Austria

Tel: +43 699 16303686

Andreas Hofstätter

Andreas Hofstätter

Real Estate ESG, PwC Austria

Tel: +43 699 16300373