Aktuelle Fördermöglichkeiten für den Verteidigungssektor

Aktuelle Fördermöglichkeiten für den Verteidigungssektor
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  • 16 Feb 2026

Angesichts der veränderten internationalen politischen Rahmenbedingungen gewinnt die Verteidigungsindustrie in Europa zunehmend an Bedeutung. Auch die im Jänner 2026 veröffentlichte, österreichische Industriestrategie sieht die Förderung der österreichischen Verteidigungs- und Sicherheitswirtschaft als Wachstumschance. Die gezielte Unterstützung von technologischen Entwicklungen, Innovationsprojekten und industrieübergreifenden Initiativen in diesem Bereich gewinnt deshalb an Relevanz. Dies gilt nicht nur auf nationaler Ebene, wo Österreich spezifische Förderinstrumente für Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Verteidigungssektor bereitstellt, sondern auch auf EU-Ebene.

Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Fördermöglichkeiten zusammen. Besonders aktuell sind dabei die neu gestarteten Ausschreibungen des Europäischen Verteidigungsfonds (EDF).

I. Welche Instrumente stehen auf EU-Ebene zur Verfügung?

Auf EU-Ebene steht ein spezifisches Instrument zur Verfügung: der Europäische Verteidigungsfonds (European Defence Fund – EDF). Ziel des EDF ist es, Investitionen in europäische Verteidigungstechnologien und -fähigkeiten besser zu koordinieren und die Fragmentierung zu reduzieren. Dabei sollen die Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz, Innovationsfähigkeit und technische Unabhängigkeit der europäischen Verteidigungsindustrie sowie die europäische grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert werden. Seit dem Inkrafttreten ist der EDF zu einem der weltweit führenden Investitionsinstrumente für F&E im Verteidigungsbereich geworden.

Der EDF bietet im Rahmen des aktuellen Arbeitsprogramms derzeit neue Fördermöglichkeiten an.

Welche Themen werden gefördert?

Das aktuelle EDF-Arbeitsprogramm 2026 umfasst mit einem Budget von rd. €1 Mrd. insgesamt 31 Förderthemen (von der Cybersicherheit bis hin zur Energie-Resilienz, Umweltwende und Unterwasserkriegsführung bis zur Luft- und Raketenabwehr) und wird über mehrere Ausschreibungen abgewickelt. Im Fokus sind Projekte größerer Industrieakteure, dennoch ist auch Raum für KMU-Projekte.

Die geförderten Aktivitäten sind in zwei Hauptkategorien gegliedert:

  • Research Actions (mit einem Budget von ca. €330 Mio.) umfassen gemeinsame Forschung, um die Ausgaben für die Verteidigungsforschung in der EU so effizient wie möglich zu nutzen. Die Förderquote ist bei solchen Projekten 100%.
  • Development Actions (mit einem Budget von ca. €676 Mio.) beziehen sich auf die Entwicklung von Verteidigungsprodukten und -technologien. Die Förderquote variiert hier abhängig von der spezifischen Tätigkeit zwischen 20 % und 90 % der förderfähigen Kosten, mit zusätzlichen Boni von bis zu 35 %. Es besteht die Möglichkeit, durch Kofinanzierung (in der Regel durch die Mitgliedstaaten) eine Förderquote von bis zu 100 % zu erreichen.

Zu den förderfähigen Kosten zählen unter anderem Personal-, Material- sowie Kosten für Unteraufträge.

Wer kann einen Antrag stellen?

Bei den meisten Förderthemen können nur Konsortien bestehend aus mind. drei voneinander  unabhängigen Rechtsträgern aus drei unterschiedlichen Staaten (EU-Mitgliedstaaten und  Norwegen) Anträge einreichen. Hervorzuheben ist, dass grundsätzlich keine Drittstaatskontrolle über die Konsortialmitglieder zulässig ist.

Wie sind die Förderanträge einzureichen?

Förderanträge können über das Funding & Tenders Portal der Europäischen Kommission zwischen 22. Jänner 2026 und 29. September 2026 eingereicht werden. Zu beachten ist, dass es sich zwar um eine direkte EU-Förderquelle handelt, aufgrund der Besonderheiten des Sektors in Österreich jedoch die Einreichung von Unterstützungsschreiben („Letter of Intent“) des Bundesministeriums für Landesverteidigung erforderlich sein kann. Förderentscheidungen sind am Ende Mai 2027 zu erwarten.

II. Welche Instrumente stehen auf österreichischer Ebene zur Verfügung?

Projekte des Verteidigungssektors, die auf österreichischer Ebene – also nicht in einem internationalen Konsortium – umgesetzt werden, können aus zahlreichen weiteren spezifischen österreichischen Förderquellen finanziert werden. Die untenstehende Tabelle fasst die wichtigsten Parameter der offenen Ausschreibungen zusammen.

Titel Fördergegenstand Höhe der Förderung Einreichungsfrist

KIRAS/K-PASS

Zivile Sicherheitsforschung

Ausschreibung 2025

Zivile Sicherheitsforschung - Schwerpunkte:

* Schutz kritischer Infrastruktur (KIRAS)

* Cybersicherheit (K-PASS)

* AT-DE Bilateral (KIRAS - nur für kooperative Projekte)

Kooperative Projekte:

* min. €100k bis max. €2 Mio.

* max. 85%

F&E-Dienstleistungen:

* max. €200k

* max. 100%

06. März 2026

FORTE

Das österreichische Verteidigungs-forschungsprogramm

Ausschreibung 2025

Militärische Verteidigungsforschung u.a. auf den folgenden Gebieten:

* Digitalisierung, Cyber-Defence und elektronische Kampfführung

* Weltraumtechnologie für militärische Anwendungen

* Klima, Energie und Werkstoffe

* Mobilität und Wirkung

* Robotik

* Unbemannte Systeme

* Menschliche Faktoren, Integration und Schutz

Kooperative Projekte:

* min. €100k bis max. €2 Mio.

F&E-Dienstleistungen:

* max. €500k

* max. 100%

06. März 2026

Für detaillierte Informationen und Beratung zur Einreichung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Zögern Sie nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren.

 

Verfasst von: Daniela Stastny, Edina Dobos

Ihre Ansprechperson

Daniela Stastny

Partnerin, Vienna, PwC Austria

+43 699 104 427 36

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