Angesichts der veränderten internationalen politischen Rahmenbedingungen gewinnt die Verteidigungsindustrie in Europa zunehmend an Bedeutung. Auch die im Jänner 2026 veröffentlichte, österreichische Industriestrategie sieht die Förderung der österreichischen Verteidigungs- und Sicherheitswirtschaft als Wachstumschance. Die gezielte Unterstützung von technologischen Entwicklungen, Innovationsprojekten und industrieübergreifenden Initiativen in diesem Bereich gewinnt deshalb an Relevanz. Dies gilt nicht nur auf nationaler Ebene, wo Österreich spezifische Förderinstrumente für Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Verteidigungssektor bereitstellt, sondern auch auf EU-Ebene.
Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Fördermöglichkeiten zusammen. Besonders aktuell sind dabei die neu gestarteten Ausschreibungen des Europäischen Verteidigungsfonds (EDF).
Auf EU-Ebene steht ein spezifisches Instrument zur Verfügung: der Europäische Verteidigungsfonds (European Defence Fund – EDF). Ziel des EDF ist es, Investitionen in europäische Verteidigungstechnologien und -fähigkeiten besser zu koordinieren und die Fragmentierung zu reduzieren. Dabei sollen die Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz, Innovationsfähigkeit und technische Unabhängigkeit der europäischen Verteidigungsindustrie sowie die europäische grenzüberschreitende Zusammenarbeit gefördert werden. Seit dem Inkrafttreten ist der EDF zu einem der weltweit führenden Investitionsinstrumente für F&E im Verteidigungsbereich geworden.
Der EDF bietet im Rahmen des aktuellen Arbeitsprogramms derzeit neue Fördermöglichkeiten an.
Das aktuelle EDF-Arbeitsprogramm 2026 umfasst mit einem Budget von rd. €1 Mrd. insgesamt 31 Förderthemen (von der Cybersicherheit bis hin zur Energie-Resilienz, Umweltwende und Unterwasserkriegsführung bis zur Luft- und Raketenabwehr) und wird über mehrere Ausschreibungen abgewickelt. Im Fokus sind Projekte größerer Industrieakteure, dennoch ist auch Raum für KMU-Projekte.
Die geförderten Aktivitäten sind in zwei Hauptkategorien gegliedert:
Zu den förderfähigen Kosten zählen unter anderem Personal-, Material- sowie Kosten für Unteraufträge.
Bei den meisten Förderthemen können nur Konsortien bestehend aus mind. drei voneinander unabhängigen Rechtsträgern aus drei unterschiedlichen Staaten (EU-Mitgliedstaaten und Norwegen) Anträge einreichen. Hervorzuheben ist, dass grundsätzlich keine Drittstaatskontrolle über die Konsortialmitglieder zulässig ist.
Förderanträge können über das Funding & Tenders Portal der Europäischen Kommission zwischen 22. Jänner 2026 und 29. September 2026 eingereicht werden. Zu beachten ist, dass es sich zwar um eine direkte EU-Förderquelle handelt, aufgrund der Besonderheiten des Sektors in Österreich jedoch die Einreichung von Unterstützungsschreiben („Letter of Intent“) des Bundesministeriums für Landesverteidigung erforderlich sein kann. Förderentscheidungen sind am Ende Mai 2027 zu erwarten.
Projekte des Verteidigungssektors, die auf österreichischer Ebene – also nicht in einem internationalen Konsortium – umgesetzt werden, können aus zahlreichen weiteren spezifischen österreichischen Förderquellen finanziert werden. Die untenstehende Tabelle fasst die wichtigsten Parameter der offenen Ausschreibungen zusammen.
| Titel | Fördergegenstand | Höhe der Förderung | Einreichungsfrist |
KIRAS/K-PASS Zivile Sicherheitsforschung Ausschreibung 2025 |
Zivile Sicherheitsforschung - Schwerpunkte: * Schutz kritischer Infrastruktur (KIRAS) * Cybersicherheit (K-PASS) * AT-DE Bilateral (KIRAS - nur für kooperative Projekte) |
Kooperative Projekte: * min. €100k bis max. €2 Mio. * max. 85% F&E-Dienstleistungen: * max. €200k * max. 100% |
06. März 2026 |
FORTE Das österreichische Verteidigungs-forschungsprogramm Ausschreibung 2025 |
Militärische Verteidigungsforschung u.a. auf den folgenden Gebieten: * Digitalisierung, Cyber-Defence und elektronische Kampfführung * Weltraumtechnologie für militärische Anwendungen * Klima, Energie und Werkstoffe * Mobilität und Wirkung * Robotik * Unbemannte Systeme * Menschliche Faktoren, Integration und Schutz |
Kooperative Projekte: * min. €100k bis max. €2 Mio. F&E-Dienstleistungen: * max. €500k * max. 100% |
06. März 2026 |
Für detaillierte Informationen und Beratung zur Einreichung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Zögern Sie nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren.
Verfasst von: Daniela Stastny, Edina Dobos