Customer Rewired: Marketing, Sales & Service im AInklang

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  • Mai 13, 2026

Stellen Sie sich vor: Ein Teil Ihrer Kunden hat keinen Puls. Keine Emotionen. Keine Loyalität im klassischen Sinn. Laut einer aktuellen Strategy&-Studie werden 2030 bis zu 15 % der E-Commerce Ausgaben autonom durch KI-Agents getätigt – ohne menschliches Zutun im Entscheidungsmoment. Das ist keine Evolution der Customer Journey. Das ist eine Revolution der Definition von „Kunde".

Der Kunde von morgen ist ein Algorithmus

Bislang war die Rolle von KI im Kaufprozess eine unterstützende: Produktempfehlungen, Preisvergleiche, Chatbots im Service. Doch diese Ära neigt sich dem Ende zu. Die nächste Generation autonomer Agents trifft Kaufentscheidungen eigenständig – basierend auf erlernten Präferenzen, Budgetvorgaben und Kontextdaten. Sie vergleichen nicht drei Anbieter. Sie vergleichen dreihundert. In Millisekunden.

Was bedeutet das konkret? Ihr nächster „Kunde" könnte ein Agent sein, der für eine Familie den Wocheneinkauf optimiert. Oder ein System, das für ein Unternehmen autonom Büromaterial nachbestellt. Oder eine Plattform, die Reisen bucht, Versicherungen abschließt und Abonnements verwaltet – alles ohne dass ein Mensch je Ihre Website besucht.

Die Implikation ist fundamental: Unternehmen müssen sich darauf einstellen, zwei grundlegend verschiedene Kundentypen zu bedienen – Menschen und Maschinen. Und beide folgen völlig unterschiedlichen Logiken. 

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Zwei Kunden, zwei Sprachen, eine Marke

Ein menschlicher Kunde lässt sich von einer Markengeschichte berühren, reagiert auf Ästhetik, entwickelt Loyalität durch emotionale Erlebnisse. Ein Agent hingegen optimiert auf Effizienz, Preis-Leistung, Verfügbarkeit und maschinenlesbare Datenqualität.

Die zentrale strategische Frage wird daher: Wann spreche ich den Agent an – und wann den Menschen? 

Diese Frage klingt einfach, ist aber in ihrer Konsequenz radikal:

  • Produktdaten und -beschreibungen müssen nicht nur für menschliche Augen, sondern für Agent-Algorithmen optimiert werden – strukturiert, standardisiert, maschinenlesbar.

  • Pricing-Strategien müssen berücksichtigen, dass Agents in Echtzeit Marktvergleiche durchführen und auf Mikro-Differenzen reagieren.

  • Markenkommunikation muss auf zwei Ebenen funktionieren: rational-datengetrieben für den Agent, emotional-narrativ für den Menschen dahinter. 

  • Loyalty-Programme brauchen eine neue Architektur: Wie bindet man einen Agent? Über APIs, Datenqualität und Zuverlässigkeit – nicht über Bonuspunkte.

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Die Armada der Agents: Interaktion über Plattformen hinweg

Die Komplexität potenziert sich, wenn man über die 1:1-Interaktion hinausdenkt. In der entstehenden Agent-Ökonomie tummelt sich eine Vielzahl autonomer Systeme auf einer Vielzahl von Plattformen. Agents kommunizieren mit Agents. Sie verhandeln, vergleichen, entscheiden – in einem Ökosystem, das für menschliche Augen weitgehend unsichtbar bleibt. 

Für Unternehmen bedeutet das:

  • Sichtbarkeit  wird neu definiert. Es geht nicht mehr nur um SEO für Google, sondern um „Agent Discoverability" – die Fähigkeit, von autonomen Einkaufsagents gefunden und bevorzugt zu werden.

  • Vertrauen muss maschinell verifizierbar sein. Zertifizierungen, Bewertungsdaten, Liefertreue-Metriken werden zur neuen Währung.

  • Interoperabilität  wird zum Wettbewerbsvorteil. Wer seine Systeme für Agent-Interaktionen öffnet, wird bevorzugt – wer sich abschottet, wird unsichtbar. 

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Der Mensch als Differenzierungsmerkmal – nicht als Notnagel

Und hier wird es spannend. Denn inmitten dieser maschinellen Revolution gewinnt der Mensch paradoxerweise an Bedeutung – allerdings in einer völlig neuen Rolle.

In vielen Unternehmen wird menschliche Interaktion heute als Fallback verstanden: Der Mensch springt ein, wenn die KI nicht weiterkommt. Diese Logik ist ein strategischer Fehler. Denn wenn 15 % der Transaktionen autonom laufen, wird die menschliche Interaktion bei den verbleibenden 85 % zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal. 

Der Mensch ist dann nicht mehr der Notnagel – er ist die Chance für die Marke:

  • Beratung bei komplexen Entscheidungen, die ein Agent nicht eigenständig treffen soll oder kann.

  • Emotionale Bindung in Momenten, die über den reinen Kauf hinausgehen – After-Sales, Beschwerdemanagement, persönliche Meilensteine.

  • Kreative Co-Creation, bei der Kunden gemeinsam mit Menschen (nicht Maschinen) Produkte und Services gestalten. 

  • Vertrauensbildung in sensiblen Bereichen – Gesundheit, Finanzen, große Anschaffungen –, wo Menschen bewusst einen Menschen wollen.

Die Unternehmen, die in der Agent-Ökonomie bestehen werden, sind nicht jene, die den Menschen durch Technologie ersetzen. Es sind jene, die den Menschen dort einsetzen, wo er unersetzlich ist – und Technologie dort, wo sie überlegen ist.

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Nicht Optimierung. Neugestaltung. 

Lassen Sie uns eines klarstellen: Was hier beschrieben wird, ist keine Optimierung einer bestehenden Customer Journey. Es ist die grundlegende Neugestaltung dreier fundamentaler Dimensionen:

  1. Die Definition des Kunden: Wer kauft bei Ihnen? Ein Mensch? Ein Agent? Ein hybrides System? Ihre Strategie muss alle drei adressieren.

  1. Das Werteversprechen: Was bieten Sie einem Agent? Was einem Menschen? Und wie harmonisieren Sie beides unter einer Marke?

  1. Die Interaktionsarchitektur: Welche Touchpoints sind für Agents konzipiert? Welche für Menschen? Wo überlappen sie sich – und wo sollten sie es bewusst nicht? 

Unternehmen, die diese Fragen nicht stellen, werden nicht scheitern, weil ihre Customer Journey schlecht ist. Sie werden scheitern, weil sie die falsche Journey für den falschen Kunden gebaut haben.

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Diskutieren Sie mit uns: Customer Rewired

Diese Transformation wirft mehr Fragen auf als es heute Antworten gibt. Und genau deshalb braucht es den Austausch zwischen Vordenkerinnen, Praktikern und Strategen. 

Bei unserem Event „Customer Rewired" stellen wir uns gemeinsam den drängenden Fragen der Agent-Ökonomie:

  • Wie bereite ich mein Unternehmen auf autonome Kaufentscheidungen durch Agents vor?

  • Welche Rolle spielt der Mensch als strategisches Differenzierungsmerkmal?

  • Wie gestalte ich Interaktionen über eine Vielzahl von Plattformen, auf denen sich eine Armada an Agents bewegt? 

  • Und wie definiere ich „Kunde", „Wert" und „Beziehung" in einer Welt, in der mein Gegenüber kein Mensch mehr sein muss?

Wir geben Einblicke, teilen aktuelle Forschungsergebnisse und schaffen Raum für eine Diskussion, die jetzt geführt werden muss – bevor die Agents schneller sind als unsere Strategien.

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Ihre Ansprechperson

Markus Sabri

Digital Consulting, PwC Austria

+43 699 189 655 61

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