Die Digitalisierung steht für CFOs in Deutschland, Österreich und der Schweiz ganz oben auf der Agenda. Dennoch sehen sich bislang nur rund 20 Prozent der Finanzfunktionen als stark digitalisiert. Das zeigt die Studie „Digital CFO 2026“, die von der WHU – Otto Beisheim School of Management gemeinsam mit PwC durchgeführt wurde.
Für die Studie wurden 207 CFOs aus der DACH-Region befragt. Die Ergebnisse verdeutlichen eine deutliche Diskrepanz zwischen den hohen Ambitionen der Finanzverantwortlichen und dem tatsächlichen Stand der Umsetzung. Zwar investieren viele Unternehmen bereits intensiv in Digitalisierungsprojekte, doch klare Strategien und konkrete Roadmaps sind häufig noch nicht ausreichend etabliert.
„In vielen Finanzfunktionen steht die Digitalisierung ganz oben auf der Agenda. Gleichzeitig werden die vorhandenen Technologien noch nicht konsequent genug umgesetzt, beispielsweise bei der Automatisierung von Standardprozessen oder beim Einsatz datengetriebener Analytik“
Eine große Mehrheit der CFOs (146 von 207, also 71 %) bewertete die Frage "Digitalisierung hat in meiner Finanzabteilung hohe Priorität" stark. Nur eine Minderheit der CFOs räumte der Digitalisierung keine hohe Priorität ein. Dabei fällt auf: je größer die Unternehmen sind, desto eher messen ihre CFOs der Digitalisierung hohe Priorität bei.
Besonders groß ist das ungenutzte Potenzial beim Einsatz moderner Technologien. Lösungen wie Predictive Analytics, Process Mining oder Prozessautomatisierung werden in vielen Finanzbereichen bislang nur eingeschränkt eingesetzt. Auch künstliche Intelligenz (KI) und Large Language Models (LLMs) befinden sich vielfach noch in einer frühen Phase der Nutzung.
Ein Engpassfaktor ist der Zugang zu spezialisiertem Personal. In den untersuchten Finanzbereichen arbeiten im Durchschnitt 413 Mitarbeitende, doch nur 6,9 % dieser Mitarbeitenden verfügen über vertiefte Kenntnisse in IT, Digitalisierung oder Data Science. Viele CFOs berichten, dass genau diese Fachkräfte schwer zu rekrutieren sind.
Trotz aller Herausforderungen blicken die Finanzverantwortlichen optimistisch nach vorne: Rund 70 Prozent erwarten in den kommenden Jahren steigende Budgets für die Digitalisierung ihrer Finanzfunktion. Der Fokus liegt dabei zunehmend auf der Skalierung erfolgreicher Anwendungsfälle, dem gezielten Einsatz von KI-Technologien sowie dem Aufbau digitaler Kompetenzen innerhalb der Teams.
In der Gesamtschau zeigt die Studie eine Finanzfunktion im Übergang. Doch der Weg zu einer konsequent digital und datengetrieben arbeitenden Finanzfunktion ist noch lang. Unternehmen, die jetzt ihre Strategien schärfen, technologische Potenziale systematisch heben und die notwendigen Fähigkeiten im Team aufbauen, können die Lücke zwischen Anspruch und Realität schließen und die Finanzfunktion zum echten Treiber der Unternehmenssteuerung entwickeln.
The Digital CFO 2026
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