Erfolgreiche Führungskräfte müssen heute zugleich mit dem Mikroskop akute Risiken erkennen und mit dem Teleskop langfristige Chancen ins Auge fassen. Wie anspruchsvoll dieses Spannungsfeld ist, zeigt die 29. Global CEO Survey von PwC, basierend auf den Einschätzungen von 4.454 CEOs aus 95 Ländern, darunter auch Österreich.
Kurzfristig dämpfen makroökonomische Unsicherheiten, Cyberbedrohungen und geopolitische Konflikte den Optimismus vieler Entscheidungsträger:innen. Gleichzeitig investieren sie entschlossen in die Zukunft. Dabei zeigt sich: Unternehmen, die ihre Transformation konsequent vorantreiben, sind ihren Wettbewerbern deutlich voraus.
Österreichs CEOs blicken nach den Herausforderungen der vergangenen Jahre deutlich pessimistischer in die Zukunft als ihre internationalen Kolleg:innen. Während weltweit 61 % der Unternehmenslenker:innen mit einem globalen Wirtschaftswachstum rechnen, erwarten in Österreich lediglich 24 % ein Wachstum im eigenen Land. Besonders auffällig ist das verhaltene Vertrauen in die eigene Geschäftsentwicklung: Nur 12 % der österreichischen Führungskräfte sind zuversichtlich, ihre Umsätze in den kommenden zwölf Monaten steigern zu können. Weltweit liegt dieser Wert bei 30 % und erreicht damit ebenfalls den niedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre.
Die Gründe für die gedämpfte Stimmung sind vielfältig, ähneln jedoch stark jenen der vergangenen Jahre: Makroökonomische Unsicherheiten (24 %), Cyberrisiken (24 %) und Inflation (18 %) werden als die größten Bedrohungen für das Jahr 2026 gesehen. Die CEOs müssen sich auf die Bewältigung dieser Herausforderungen konzentrieren und haben wenig Zeit für strategische Entscheidungen. So verbringen die österreichischen Führungskräfte 56 % ihrer Zeit mit dem Lösen kurzfristiger Probleme, widmen aber nur 11 % ihrer Aufmerksamkeit langfristiger Planung über fünf Jahre.
„Der Zeitmangel für strategische Themen ist alarmierend, denn die Weichen für die Zukunft werden heute gestellt. CEOs müssen sich bewusst Freiräume für Zukunftsfragen schaffen durch Delegation, durch effizientere Prozesse und vor allem durch den klugen Einsatz von künstlicher Intelligenz. Wer jetzt in Innovation investiert, statt nur zu reagieren, sichert sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile.“
Neue Wachstumsfelder und Technologien sind zentral, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Zugleich treibt jedoch 68 % der österreichischen CEOs die Sorge um, ob es ihnen schnell genug gelingen wird, ihre Unternehmen zu transformieren, um mit den technologischen Entwicklungen – insbesondere im Bereich der KI – Schritt zu halten.
Österreichs Unternehmen experimentieren zwar bereits mit KI, nutzen sie jedoch noch kaum als strategischen Hebel für ihren Geschäftserfolg. Lediglich 18 % der befragten Führungskräfte berichten von höheren Umsätzen durch den Einsatz von KI. “Echte Transformation bedeutet, Abläufe grundlegend zu überdenken und KI als Katalysator für neue Geschäftsmodelle zu nutzen, nicht als Pflaster für alte Strukturen“, so Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich.
Mehr als die Hälfte (51 %) der CEOs weltweit plant, im kommenden Jahr im Ausland zu investieren – in Österreich liegt dieser Anteil bei knapp 40 %. Besonders im Blickfeld stehen dabei die USA und Deutschland, die von jeweils 24 % der österreichischen CEOs als bevorzugte Investitionsziele genannt werden.
Im globalen Vergleich dominieren die USA mit 35 % deutlich, gefolgt von Indien, Großbritannien und Deutschland. Indien wird dabei zunehmend zum strategischen Zukunftsmarkt: Zwar betrachten derzeit erst 6 % der österreichischen CEOs den südasiatischen Markt als Investitionsziel und liegen damit noch klar unter dem globalen Durchschnitt von 13 %, doch dieser Anteil verdoppelt sich derzeit von Jahr zu Jahr. China spielt hingegen für österreichische Unternehmen aktuell eine deutlich geringere Rolle. Nur 3 % der befragten CEOs nennen China als Investitionsziel, während es weltweit 10 % sind. Dies unterstreicht eine gewisse Neubewertung traditioneller Wachstumsmärkte zugunsten neuer, dynamisch wachsender Regionen.
PwC befragte vom 30. September bis 10. November 2025 4.454 CEOs in 95 Ländern, darunter 34 in Österreich. Die globalen und regionalen Zahlen sind proportional zum nominalen BIP des jeweiligen Landes gewichtet. Die vollständigen Ergebnisse sind hier zu finden.