Bis 2050 fließen weltweit voraussichtlich 31,6 Billionen US-Dollar in KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur. Das prognostiziert der aktuelle „Global Data Centre Outlook 2026–2050“ von PwC. Bei einem stärkeren Nachfragewachstum könnte der Investitionsbedarf auf nahezu 50 Billionen US-Dollar steigen.
Strengere Exportkontrollen und gestörte Chip-Lieferketten könnten das Volumen hingegen auf 25,5 Billionen US-Dollar drücken. Die Ausgaben übersteigen historische Infrastrukturprojekte wie den Bau der Eisenbahn in Großbritannien und den USA oder die Entwicklung des Internets um ein Vielfaches.
Für Europa entscheidet vor allem der Zugang zu bezahlbarem und verlässlichem Strom darüber, wie stark die Region von den Investitionen profitiert. Wir gehen der Frage nach, welche Effekte auf die Weltwirtschaft zu erwarten sind und was das für regionale Stakeholder bedeutet.
Erwartete Investitionen in Rechenzentren im Jahr 2050, ausgehend von rund 800 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026.
Anteil der KI-Infrastrukturinvestitionen 2026-2050, den die USA voraussichtlich erobern werden.
der weltweiten Investitionen fließen nach Europa.
Wer KI-Investitionen fördern will, braucht leistungsfähige Stromnetze, rasche Genehmigungen und verlässliche Rahmenbedingungen. Österreich muss Energieversorgung und digitale Infrastruktur gemeinsam weiterentwickeln, um Wertschöpfung im Land zu sichern. Energie effizient und verantwortungsvoll einzusetzen, ist dabei wirtschaftlich wie ökologisch entscheidend.
Dem Global Data Centre Outlook zufolge sind es fünf entscheidende Faktoren, die direkt bestimmen, wohin die 27 Billionen Euro an Investitionen in Rechenzentren fließen:
Bezahlbare, zuverlässige und kohlenstoffarme Energie in großem Maßstab mit minimalem Risiko von Netzstörungen.
Geringe Latenzzeiten zu den Nutzern und dichte Vernetzung mit Cloud- und Glasfaser-Ökosystemen.
Reife Cybersicherheitsmaßnahmen, regulatorische Glaubwürdigkeit und Datenschutzbestimmungen, die das Hosting sensibler Arbeitslasten ermöglichen.
Nähe zu fortschrittlichen Halbleiterlieferketten, KI-Ökosystemen und spezialisiertem Ingenieurwissen.
Koordinierte Planung, Investitionen und Energiegenehmigungen, die durch eine zentrale Stelle sowie Unterstützung der lokalen Gemeinschaft gewährleistet werden.
Leistungsfähige Rechenzentren sind eine Grundlage für industrielle Innovation und Europas digitale Eigenständigkeit. Fehlen diese Kapazitäten, wächst die Abhängigkeit von anderen Weltregionen. Europa kann mit erneuerbaren Energien und hohen baulichen Standards punkten. Diese Stärken müssen wir gezielt nutzen und ausbauen.
Die nächste Welle der Rechenzentren folgt dem perfekten Zusammenspiel von Käuferbedürfnissen, Arbeitslastanforderungen und regionaler Infrastruktur.
| Workload | Beispiele | Käufer | Region | Hauptfaktor |
|---|---|---|---|---|
| Traditionell | Enterprise applications, storage, productivity tools, digital services | Hyperscalers, enterprises, co-location providers | Follows population, GDP, enterprise density, and existing digital-services markets | Connectivity, resilience, cost efficiency, proximity to enterprise demand |
| Location-sensitive / Inference | Sovereign workloads, personal or regulated data, customer service, finance, healthcare, public services, low-latency AI | Hyperscalers, enterprises, governments, regulated industries, inference platforms | More local or regional; pulled towards users, data and regulation, and sovereignty requirements | Latency, data access, security, governance, trusted-region hosting |
| Mobile AI / Training | Model training, fine-tuning, public-data workloads, large GPU clusters | AI-native cloud providers, model developers, hyperscalers | More mobile; can move towards markets with strongest supply conditions | GPU availability, scalable sites, power, total cost of ownership, connectivity, technical talent |
Europa kommt auf Investitionen von 5,6 Billionen US-Dollar. Damit bleibt der Anteil Europas an den globalen Investitionen deutlich hinter seinem Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung zurück. Begrenzte Stromkapazitäten, langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie fragmentierte regulatorische Rahmenbedingungen bremsen den Ausbau. Innerhalb Europas dürften Deutschland, Großbritannien und Spanien die höchsten Investitionen anziehen, gefolgt von Frankreich und Schweden.
PwC hat Oxford Economics beauftragt, die Investitionen in Rechenzentren zur Unterstützung unserer Analyse zu modellieren. Die Untersuchung umfasst 46 Länder und Regionen, die den Großteil der globalen Wirtschaftstätigkeit und Investitionen in digitale Infrastruktur abdecken. Weitere Informationen zum Bericht und zur Methodik finden Sie im englischen Original.