Global Workforce Hopes and Fears Studie 2026

Österreichs Arbeitswelt zwischen Sicherheit und finanziellem Druck

Global hopes and fears survey 2026
  • Survey
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  • Oktober 08, 2026

Die Ergebnisse der diesjährigen Global Workforce Hopes and Fears Survey zeigen ein ambivalentes Bild: Österreichs Beschäftigte fühlen sich überwiegend sicher in ihrem Job und sind grundsätzlich bereit für Veränderungen. Gleichzeitig nehmen finanzielle Sorgen zu, während Zufriedenheit und Motivation zurückgehen. Was können Unternehmen jetzt tun, um ihre Belegschaft zu stärken und langfristig zu binden?

70 %

der Arbeitnehmenden in Österreich fühlen sich sicher in ihrem Job

49 %

freuen sich auf die Arbeit, im Vorjahr waren es noch 66 %

1/2

der Befragten ist der Ansicht, ausreichend Zugang zu Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu haben

1/3

bleibt am Ende des Monats noch Geld übrig


Eine gespaltene Arbeitswelt

Die heimische Arbeitswelt zeigt sich zweigeteilt: Zwar ist die Jobsicherheit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, denn 70 % der Arbeitnehmenden in Österreich fühlen sich sicher in ihrem Job (2025: 63 %). Gleichzeitig nimmt aber der finanzielle Druck zu. Das Gehalt ist für Beschäftigte mittlerweile der wichtigste Faktor im Arbeitsleben. Im Vorjahr stand noch die Jobsicherheit an erster Stelle.

Diese Entwicklung stellt Arbeitgeber nun vor komplexe Herausforderungen. Beschäftigte zeigen sich grundsätzlich offen für Veränderungen und Weiterbildung, allerdings fehlt es an Motivation, Zufriedenheit und einer fairen Entlohnung.

Unternehmen sind gefordert

Viele Beschäftigte spüren zunehmend eine finanzielle Last. Nur 40 % der Beschäftigten fühlen sich fair entlohnt. Lediglich 34 % haben am Monatsende noch Geld übrig. Damit ist der finanzielle Spielraum vieler Beschäftigter in den vergangenen Jahren zunehmend kleiner geworden: 2025 verfügten noch 38 % über einen finanziellen Puffer, 2024 waren es 44 %.

Für mehr als die Hälfte der Befragten wirken sich die steigenden Lebenserhaltungskosten auch auf die Arbeitsmoral aus. Diese Ergebnisse decken sich mit der PwC-Studie "Arbeiten im Wandel der Lebensphasen": Demnach bedeutet Arbeit für 59% der Befragten in erster Linie ein sicheres Einkommen.

„Die Menschen spüren die Inflation im alltäglichen Leben. Dass Gehalt und Benefits nun an erste Stelle rücken, ist daher wenig überraschend. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Arbeitnehmende bei Gehaltsforderungen sehr zurückhaltend sind. Hier sind Unternehmen gefordert, faire und transparente Vergütungsstrukturen zu schaffen.”

Sophie Landsteiner,Workforce Transformation Lead, PwC Österreich

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei unseren Nachbarn. Arbeitnehmende in Deutschland sind motiviert, mehr Leistung zu erbringen, allerdings leiden sie ebenfalls unter der Inflation.

Die gestiegenen Lebenserhaltungskosten stellen auch für sie eine große Belastung dar, für 33 % sind die finanziellen Sorgen sogar der größte Stressfaktor im Arbeitsalltag.

Zurückhaltung bei Forderungen nach Gehalt und Beförderung

Trotz der finanziellen Belastung würden nur 31 % der Beschäftigten in Österreich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Gehaltserhöhung einfordern. Global liegt dieser Anteil bei 41 %. Eine Beförderung würden 27 % aktiv ansprechen, gegenüber 34 % im globalen Vergleich.

In Österreich zeigt sich dabei allerdings ein deutlicher geschlechtsspezifischer Unterschied.

  • Während 38 % der Männer sehr wahrscheinlich eine Gehaltserhöhung einfordern würden,
  • sind es bei den Frauen nur 23 %.

Bei Promotions zeigt sich ein ähnliches Bild.

  • 36 % der Männer würden sehr wahrscheinlich eine Beförderung einfordern,
  • bei den Frauen sind es nur 16 %.

Die Lücke zeigt sich also nicht nur im Ergebnis, sondern bereits in der Absicht und Bereitschaft, eine Gehaltserhöhung oder Beförderung aktiv einzufordern.

Für Unternehmen bedeutet das wiederum:
Transparente Gehaltssysteme und Entwicklungs- sowie Aufstiegsmöglichkeiten aktiv und fair zugänglich machen.

Bereitschaft zur Veränderung trifft auf begrenzte Möglichkeiten zur Weiterentwicklung

Trotz gemischter Stimmung zeigen sich Österreichs Beschäftigte grundsätzlich offen für Veränderungen. Die Hälfte der Befragten ist bereit, sich an neue Arbeitsweisen anzupassen.

  • 41 % haben sich in ihrer aktuellen Rolle bereits neue Fähigkeiten angeeignet
  • 32 % haben neue Tools und Techniken erlernt.

Häufig fehlen jedoch die notwendigen Rahmenbedinungen. Nur knapp die Hälfte der Beschäftigten ist der Ansicht, dass sie ausreichend Zugang zu Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten haben.

Diese Diskrepanz spiegelt sich auch in der Zufriedenheit und Motivation wider.

  • Während im Vorjahr noch 71 % mit ihrem Job zufrieden waren, sind es in diesem Jahr nur noch 64 %.
  • Lediglich 49 % freuen sich auf die Arbeit, 2025 waren es noch 66 %.

Fazit: Jobsicherheit allein reicht nicht aus

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Beschäftigte in Österreich trotz finanzieller Sorgen bereit für Veränderungen sind. Um Beschäftigte ins Unternehmen zu bringen und diese auch langfristig zu halten, braucht es allerdings mehr als Jobsicherheit.  

Gefragt sind

  • attraktive Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten,
  • transparente Karrierewege
  • und eine faire Bezahlung.

Unternehmen, die diese Kriterien verbinden, können Motivation und Zufriedenheit wieder stärken, finanzielle Sorgen mindern und die Belegschaft langfristiger binden.

Die PwC-Studie “Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026” basiert auf Antworten von 49.364 Beschäftigten aus 48 Ländern und Regionen sowie 29 Branchen, darunter 805 aus Österreich. Die Befragung wurde im Mai und Juni 2026 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden proportional zur Geschlechter- und Altersstruktur der erwerbstätigen Bevölkerung in den jeweiligen Ländern und Regionen gewichtet. Dadurch wird sichergestellt, dass die Sichtweisen der Beschäftigten die großen geografischen Regionen insgesamt weitgehend repräsentativ abbilden.

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Kontakt

Sophie Landsteiner

Sophie Landsteiner

Senior Managerin, Workforce Transformation Lead, PwC Austria

Tel: +43 676 332 76 55

Charlotte Neubert

Charlotte Neubert

Workforce Transformation, PwC Austria

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