Die Ergebnisse der diesjährigen Global Workforce Hopes and Fears Survey zeigen ein ambivalentes Bild: Österreichs Beschäftigte fühlen sich überwiegend sicher in ihrem Job und sind grundsätzlich bereit für Veränderungen. Gleichzeitig nehmen finanzielle Sorgen zu, während Zufriedenheit und Motivation zurückgehen. Was können Unternehmen jetzt tun, um ihre Belegschaft zu stärken und langfristig zu binden?
Die heimische Arbeitswelt zeigt sich zweigeteilt: Zwar ist die Jobsicherheit im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, denn 70 % der Arbeitnehmenden in Österreich fühlen sich sicher in ihrem Job (2025: 63 %). Gleichzeitig nimmt aber der finanzielle Druck zu. Das Gehalt ist für Beschäftigte mittlerweile der wichtigste Faktor im Arbeitsleben. Im Vorjahr stand noch die Jobsicherheit an erster Stelle.
Diese Entwicklung stellt Arbeitgeber nun vor komplexe Herausforderungen. Beschäftigte zeigen sich grundsätzlich offen für Veränderungen und Weiterbildung, allerdings fehlt es an Motivation, Zufriedenheit und einer fairen Entlohnung.
Viele Beschäftigte spüren zunehmend eine finanzielle Last. Nur 40 % der Beschäftigten fühlen sich fair entlohnt. Lediglich 34 % haben am Monatsende noch Geld übrig. Damit ist der finanzielle Spielraum vieler Beschäftigter in den vergangenen Jahren zunehmend kleiner geworden: 2025 verfügten noch 38 % über einen finanziellen Puffer, 2024 waren es 44 %.
Für mehr als die Hälfte der Befragten wirken sich die steigenden Lebenserhaltungskosten auch auf die Arbeitsmoral aus. Diese Ergebnisse decken sich mit der PwC-Studie "Arbeiten im Wandel der Lebensphasen": Demnach bedeutet Arbeit für 59% der Befragten in erster Linie ein sicheres Einkommen.
„Die Menschen spüren die Inflation im alltäglichen Leben. Dass Gehalt und Benefits nun an erste Stelle rücken, ist daher wenig überraschend. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Arbeitnehmende bei Gehaltsforderungen sehr zurückhaltend sind. Hier sind Unternehmen gefordert, faire und transparente Vergütungsstrukturen zu schaffen.”
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei unseren Nachbarn. Arbeitnehmende in Deutschland sind motiviert, mehr Leistung zu erbringen, allerdings leiden sie ebenfalls unter der Inflation.
Die gestiegenen Lebenserhaltungskosten stellen auch für sie eine große Belastung dar, für 33 % sind die finanziellen Sorgen sogar der größte Stressfaktor im Arbeitsalltag.
Trotz der finanziellen Belastung würden nur 31 % der Beschäftigten in Österreich mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Gehaltserhöhung einfordern. Global liegt dieser Anteil bei 41 %. Eine Beförderung würden 27 % aktiv ansprechen, gegenüber 34 % im globalen Vergleich.
In Österreich zeigt sich dabei allerdings ein deutlicher geschlechtsspezifischer Unterschied.
Bei Promotions zeigt sich ein ähnliches Bild.
Die Lücke zeigt sich also nicht nur im Ergebnis, sondern bereits in der Absicht und Bereitschaft, eine Gehaltserhöhung oder Beförderung aktiv einzufordern.
Für Unternehmen bedeutet das wiederum:
Transparente Gehaltssysteme und Entwicklungs- sowie Aufstiegsmöglichkeiten aktiv und fair zugänglich machen.
Trotz gemischter Stimmung zeigen sich Österreichs Beschäftigte grundsätzlich offen für Veränderungen. Die Hälfte der Befragten ist bereit, sich an neue Arbeitsweisen anzupassen.
Häufig fehlen jedoch die notwendigen Rahmenbedinungen. Nur knapp die Hälfte der Beschäftigten ist der Ansicht, dass sie ausreichend Zugang zu Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten haben.
Diese Diskrepanz spiegelt sich auch in der Zufriedenheit und Motivation wider.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Beschäftigte in Österreich trotz finanzieller Sorgen bereit für Veränderungen sind. Um Beschäftigte ins Unternehmen zu bringen und diese auch langfristig zu halten, braucht es allerdings mehr als Jobsicherheit.
Gefragt sind
Unternehmen, die diese Kriterien verbinden, können Motivation und Zufriedenheit wieder stärken, finanzielle Sorgen mindern und die Belegschaft langfristiger binden.