Der vom IASB im Dezember 2025 veröffentlichte Exposure Draft zu Risk Mitigation Accounting (RMA) zielt darauf ab, die Finanzberichterstattung stärker mit den tatsächlichen Risikomanagement-Aktivitäten bestimmter Unternehmen, besonders Banken, zu verbinden. Dabei dürfen eigene Eigenkapitalinstrumente nicht in die anrechenbaren zugrunde liegenden Portfolios aufgenommen werden, da die damit verbundenen Ausschüttungen beziehungsweise Zahlungen nicht im Periodenergebnis erfasst werden.
In der Praxis beziehen Banken Eigenkapital häufig in die Steuerung ihres Zinsänderungsrisikos ein. Dabei wird Eigenkapital als stabile Finanzierungsquelle modelliert und mit einem angenommenen Repricing-Profil versehen. Dies kann auch Instrumente wie Additional-Tier-1-Instrumente betreffen, deren Kupon bis zu einem vertraglich festgelegten Neufestsetzungszeitpunkt fixiert ist.
Der Ausschluss eigener Eigenkapitalinstrumente aus den anrechenbaren zugrunde liegenden Portfolios kann daher zu einer Abweichung zwischen der internen Steuerung des Zinsänderungsrisikos und dessen Abbildung nach dem vorgeschlagenen RMA-Modell führen. Nach den Vorschlägen des Exposure Draft könnte das im Risikomanagement berücksichtigte Repricing-Profil indirekt abgebildet werden, indem bestimmte festverzinsliche Finanzaktiva nicht in das zugrunde liegende Portfolio aufgenommen werden.
Im Rahmen des Field Testing sollte geprüft werden, ob dieser Ansatz eine sachgerechte Abbildung der Risikomanagementstrategie ermöglicht oder ob eine spezifische Ausnahme für eigene Eigenkapitalinstrumente mit einem festen Repricing-Profil erforderlich ist. Der Exposure Draft ist bis zum 30. November 2026 zur Stellungnahme offen.
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Andreas Hölzl
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