Künstliche Intelligenz als Innovationstreiber

11 Mai, 2018

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Der Hype um künstliche Intelligenz ist groß. Wir haben uns angesehen, was KI für Bereiche wie Compliance, das Rechnungswesen oder die Steuer bedeutet und stellen drei vielversprechende Startups vor, die KI nutzen.

Ein Beispiel: Versicherung xy ist international tätig. Die richtige Steuerfindung für die Umsatzsteuer kostete das Unternehmen regelmäßig viel Zeit und trotzdem waren Betriebsprüfungen immer mit Unsicherheiten verbunden. Das ist jetzt anders. Versicherung XY nutzt eine KI-basierte Software, die Ein- und Ausgangsrechnungen vergleicht und warnt, wenn eine Buchung verdächtig aussieht. Das gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, potenzielle Fehler frühzeitig zu erkennen. Regelmäßig wird die Software mit neuen Fällen gefüttert. Dabei verarbeitet die KI Transaktionen im Millionenbereich und lernt aus ihnen. So wird die KI Mitarbeitern künftig auch selbstständig Vorschläge für die richtige umsatzsteuerliche Behandlung machen.

Dank KI soll das globale Bruttoinlandsprodukt bis 2030 um 14 Prozent höher ausfallen. Das ist das Ergebnis der PwC-Studie Sizing the prize. Das Interesse an der vielversprechenden Technologie ist hoch. Startups entwickeln spannende Produkte und Dienstleistungen rund um KI, während etablierte Unternehmen bereits nach Anwendungsmöglichkeiten suchen. Das Gesundheitswesen, die Finanzbranche und der Einzelhandel profitieren der PwC-Studie zufolge am meisten von KI. Doch auch die internen Bereiche eines Unternehmens können branchenunabhängig ihr Potenzial für sich nutzen.

Effiziente Warnsysteme

Künstliche Intelligenz macht vor allem eines: Sie analysiert riesige Datenberge und erkennt darin Muster. Dabei entwickelt sie eigene Lösungswege und neue Algorithmen ohne Zutun des Menschen. KI lässt sich damit überall dort anwenden, wo große Datenmengen zur Verfügung stehen und Prozesse von Wiederholung geprägt sind. Das gilt auch für die internen Bereiche von Unternehmen. KI-Systeme können eine steigende Anzahl von Aufgaben in regelbasierten Prozessen ausführen. Mitarbeitern bleibt damit mehr Zeit, sich auf das zu konzentrieren, worin sie gut sind.

Die Einsatzmöglichkeiten von KI in den internen Unternehmensbereichen sind vielfältig. Sie lassen sich in daten- und sprachbasierte Anwendungen unterteilen. Datenbasierte KI-Anwendungen durchsuchen etwa im Rahmen einer Ausreißeranalyse, eines sogenannten Anomaly Detection Verfahrens, die riesigen Datensätze eines ERP-Systems. Dabei decken sie fehlerhafte Buchungen, Compliance-Verstöße oder Betrugsfälle auf. Das Besondere dabei ist, dass kein Prozesswissen und keine Regeln für Auffälligkeiten bekannt sein müssen - das KI-System findet diese selbst. Prozesse, die auf dem Papier funktionieren, können so auch in der Praxis auf ihre Funktionstüchtigkeit und mögliche Schwachstellen geprüft werden.

Zum vierten Mal ist PwC Partner des Startup-Events Pioneers, das am 24. und 25. Mai in Wien Startups, Corporates und Investoren zusammenbringt. Pioneers hat für uns vorab drei Startups aus dem Pioneers500 Programm ausgewählt, die künstliche Intelligenz nutzen. Sie überzeugen mit ihren Prototypen, ersten Beta-Testpartnern und starken Investoren.

Wir dürfen vorstellen: UNIGRAPH

UNIGRAPH nutzt unternehmenseigene oder externe Daten für eine multidimensionale Analyse von Mustern und Trends. Der Dienst stellt Dokumente unterschiedlicher Formate in Sekundenschnelle zu integrierten Wissensgraphen zusammen, die durch APIs direkt in bestehende Prozesse integriert werden können. Drei Serial Entrepreneurs mit über 30 Jahren Erfahrung in den Bereichen Datenbank-Architektur, Datenmanipulation und Software Development leiten das Unternehmen. Unigraph erhielt Finanzierungen von Wayra, dem Open Data Inkubator Europas und Neulogy Ventures und schloss vor Kurzem das WeXelerate Accelerator Programm ab. Aktuell arbeitet das Team mit zwei großen privaten Kunden an einer Beta-Version.

Pioneers Discover sagt: Big Data und Datenanalyse werden für Unternehmen immer wichtiger, um faktenbasierte Entscheidungen zu treffen. Unigraph bietet eine innovative Lösung, setzt modernste Technologien ein und hat einen starken Track Record. Damit ist klar, dass das Startup zu unseren Pioneers500 Startups gehört. 

Abläufe in Unternehmen lassen sich nicht nur anhand historischer Daten untersuchen, sondern auch in Echtzeit auf Ausreißer überwachen. Die Finanzbranche setzt diese Art des Monitorings zur Aufdeckung von Insiderhandel ein. Aber auch in der Buchhaltung kann Software künftig dank künstlicher Intelligenz darauf hinweisen, sollte z. B. ein falscher Wareneingang verbucht werden.

Hello, Bot!

Neben datenbasierten Anwendungen von KI gibt es auch sprachbasierte Systeme - bekannt sind vor allem Chatbots. Sie können einfache Aufgaben im Unternehmen übernehmen und etwa Fragen an den IT-Helpdesk beantworten oder Auskunft zu routinemäßigen Steuerfragen geben. Dort wo Unternehmen die größten Wissenslücken bei ihren Mitarbeiter sehen, können sie in der Folge gezielt Maßnahmen einleiten und verstärkt Schulungen anbieten.

Auch einfache Vorgänge können Bots unterstützend begleiten: Wenn ein Mitarbeiter nach einer Dienstreise seine Reisekostenabrechnung macht, tritt ein Bot mit ihm ihn den Dialog und führt ihn durch den Vorgang. Dabei lernt das System dank KI laufend mit und übernimmt mit der Zeit zunehmend komplexere Aufgaben. Bots könnten künftig auch Rechnungen kontieren, Zahlungsflüsse überwachen und Mahnläufe anstoßen oder bei Bewerbungen die nächsten Schritte im Bewerbungsprozess einleiten.

Wir dürfen vorstellen: ONDEWO

ONDEWO entwickelt Technologien zur automatisierten Steuerung von Mensch-Maschine-Kommunikation und nutzt KI-basierte Spracherkennung für komplexe und natürliche Sprache. Seit seiner Gründung 2017 hat das HighTech-Startup mit INITS und WKO Rocket Science Academy bereits zwei Acceleratoren durchlaufen. Ondewo ist außerdem Teil der Startup-Programme NVIDIA Inception, Amazon AWS und Microsoft Bizmark und arbeitet mit der Universität von Göttingen, der WU Wien und dem Grazer Know-Center zusammen. Das Startup entwickelte eine Plattform für smarte digitale Assistenten. Nun testet ein siebenköpfiges Team mit 40 lokalen Service-Anbietern erste Prototypen für Alexa und Facebook Messenger. Der Marktlaunch ist für Mai 2018 geplant.

Pioneers Discover sagt: Ondewo verbindet mit seinem Produkt drei technologische Trends: KI, Social Messaging und Digitalisierung. Dank der schnellen Entwicklung, ersten Prototypen, einem großen Netzwerk und vielen Partnern sehen wir großes Potenzial für schnelles Wachstum. 

Nicht ohne gute Daten

Die Technologie der künstlichen Intelligenz erlebt einen Hype. Doch auch wenn man hinter diesen Hype blickt, bleibt die Technologie verheißungsvoll: KI kann überall dort, wo in Unternehmen Daten vorhanden sind und es kontrollierte Abläufe gibt, Prozesse optimieren. Das betrifft alle internen Bereiche - von der Buchhaltung über die gesamte Steuerabteilung bis hin zum Controlling oder den Bereich Legal. Zugleich entlastet KI Mitarbeiter von Routineaufgaben und unterstützt bei der unternehmerischen Entscheidungsfindung.

Die Versprechen von KI speisen sich aus einer Quelle: Daten. Damit KI-basierte Systeme richtige Ergebnisse liefern, muss die Qualität der Daten stimmen. Arbeiten die Systeme mit falschen Daten, sind Fehler das Ergebnis und Stereotypen und Vorurteile werden zementiert. Datenqualität wird damit zum wichtigen Rohstoff jedes Unternehmens, das KI nutzt.

Die Voraussetzungen, um eine ausreichend große und qualitativ hochwertige Datenbasis zu liefern, fehlen Unternehmen aber vielfach. Sie haben zwar eine digitale Strategie und innovative Lösungen, ihre internen Bereiche sind auf die digitale Transformation aber oft nicht vorbereitet. So kann es vorkommen, dass zwar vielversprechende KI-Lösungen existieren, aufgrund alter Systeme aber nicht die Daten verfügbar sind, die es für ihren Einsatz bräuchte. Unternehmen müssen also die nötigen Voraussetzungen schaffen, um ihre digitale Strategie flächendeckend über alle Bereiche hinweg umzusetzen.

Wir dürfen vorstellen: BUTLEROY

BUTLEROY ist ein intelligenter ‚Butler‘ zur Terminplanung. Tools organisieren Termine zumeist nach Verfügbarkeit, Menschen aber beziehen verschiedene Faktoren in ihre Planung mit ein – genau wie Butleroy. Die App berücksichtigt Fahrzeiten, Gewohnheiten, Wetter und ähnliches, um Termine zu organisieren. Das Startup hat mit dem European Super Angels Club, Next Amsterdam, e&Co, March15 und FFG starke Investoren und Partner für den erfolgreichen Produktlaunch. Nach Veröffentlichung der Beta-Version auf der CES 2017 in Las Vegas mit über 200 Testern arbeitet das Unternehmen im zweijährigen NEXT Amsterdam Programm an der Weiterentwicklung der ersten iOS Beta Version, die im März gelauncht wurde.

Pioneers Discover sagt: Mit seinem neuartigen Konzept und dem Einsatz modernster Technologien bietet Butleroy eine innovative Lösung für die Termin- und Zeitplanung. Erfolge bei diversen Wettbewerben, Teilnahmen an Top-Startup-Programmen sowie starke Partnerschaften machen dieses Unternehmen zu einem unserer Pioneers500 Startups. 

Die Innovationskraft von Startups bringt immer neue Produkte und Dienstleistungen hervor. Sie nutzen künstliche Intelligenz, um unsere Zeitplanung zu vereinfachen, Menschen schnell und unkompliziert Informationen zu liefern oder aus großen Datenmengen Schlüsse zu ziehen, die die Grundlage für unternehmerische Entscheidungen liefern.

Dabei ist die Technologie als solche nicht die Lösung. Sie ist viel eher ein Werkzeug, das - an den richtigen Stellen eingesetzt - Prozesse wesentlich vereinfachen und optimieren kann. Was es dazu braucht, sind neben innovativen technologischen Lösungen und den richtigen Daten auch Einblicke in Unternehmensprozesse und das nötige Fachwissen. Kommen alle diese Fähigkeiten zusammen, verbessert KI die Qualität der Arbeit, schafft Zeit für wichtige Entscheidungen und steigert die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität des Unternehmens.

 

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Kontakt

Gerald Dipplinger
Partner, Digital Leader
Tel: +43 1 501 88-3648
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Thomas Offner
Accelerator und Start-up-Experte, PwC Germany
Tel: +49 160 94734916
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