Österreichs Automobilzulieferer auf Kurs

Optimismus beherrscht Automobilindustrie: 80 % der Zulieferer rechnen mit Umsatzzuwächsen.

Optimismus trotz Herausforderungen

Die Automobilindustrie steht am Beginn einer neuen Ära: Themen wie Elektromobilität, Digitalisierung, Vernetzung, autonomes Fahren, CO2-Emissionen oder Mobilitätsgeschäftsmodell prägen die Entwicklung der Branche. Darüber hinaus beeinflussen globale politische Änderungen wie der Brexit und die protektionistischen Maßnahmen der USA die Branche.

Wir wollten wissen, wie gut die österreichischen Automobil-Zulieferer für diese Entwicklungen gerüstet sind und welche Rahmenbedingungen vorherrschen müssen, damit sich heimische Zulieferer im internationalen Wettbewerb auch weiterhin erfolgreich behaupten können.

In einer Studie haben wir Eigentümer und Manager der österreichischen Automobil-Zulieferer befragt. Die Ergebnisse sind ein Wirtschaftsbarometer für die Branche in Österreich.

Download der Studie

„Die mittelständische Struktur begünstigt kurze Reaktionszeiten sowie Innovation und Anpassungen des Geschäftsmodells. Es gilt, die strategischen Weichen richtig zu stellen.“

Kooperationen als Erfolgsfaktor

Know-how in den Bereichen IT Software, Infrastruktur, Energie sowie Telekommunikation ist der Treiber für Kooperationen der Automobilbranche mit anderen Unternehmen. Für ein Viertel der befragten Zulieferer ist die Ausweitung des Produktportfolios der häufigste Grund für eine Zusammenarbeit, gefolgt von gemeinsamer F&E-Expertise. Dabei erfolgen Kooperationen nicht nur projektweise, sondern zum Teil auch industrieübergreifend.

Starker Innovationsdruck

Forschung und Entwicklung ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für österreichische Zulieferer, gerade wegen ihrer mittelständischen Struktur. Aufgrund flacher Entscheidungshierarchien können sie schnell reagieren, Innovation vorantreiben und Geschäftsmodelle adaptieren. Dazu gehören Überlegungen zu strategischen Kooperationen, zum Erwerb anderer Unternehmen wie von innovativen Start-ups oder zu entsprechenden Finanzierungen. Auch Produktinnovation spielt eine bedeutende Rolle und ist vom globalen Umwelttrend geprägt, CO2- Emissionen zu reduzieren. Moderne Technologien im Bereich Digitalisierung, Big Data und autonomes Fahren werden für Zulieferer immer wichtiger.

Globale Trends erfordern neue Geschäftsmodelle

Die befragten Unternehmen sehen Elektrifizierung, gefolgt vom Innovationstempo als die bedeutendsten Trends. Rund ein Drittel der Teilnehmer fokussiert auf Produkte der neuen Mobilität oder hat F&E, Testbetrieb und Protypenfertigung im Leistungsportfolio. Auch Kundendienste, die darauf zielen, die Kundenbeziehung über den Autokauf hinaus zu verlängern, spielen eine bedeutende Rolle. Um zu reüssieren, gilt es neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Fast 60 % der Befragten erwarten hier zusätzlichen Investitions- und Finanzierungsbedarf.

Gutes Jahr 2017 mit positivem Ausblick

Ein Umsatzwachstum von zumindest 5 % im Vergleich zum Vorjahr lässt die große Mehrheit der befragten Unternehmen auf ein durchaus erfolgreiches Jahr 2016 zurückblicken. Auch die Zukunft sehen die Zulieferer positiv: Mehr als 80 % rechnen mit einem weiteren Umsatzwachstum. Technologie, Qualität und F&E werden wesentliche Erfolgsfaktoren bleiben. Zukünftige strategische Vorteile sehen die Teilnehmer vor allem in Robotik, Sensorik, digitalen Fabriklösungen, Batterie- und Energietechnologien sowie Datenanalyse. Mangel an qualifiziertem Personal, Druck der Hersteller und Abschwung in den Wachstumsmärkten wurden als die größten potentiellen Gefahren angeführt.

 

Gleiche Themen bei unterschiedlicher Struktur

 

Die Studie zieht auch einen Vergleich zwischen Österreich und Slowakei. Während in der Slowakei die Mehrheit der Tier1 Zulieferer internationalen Konzernen angehört, verfügt Österreich über eine Vielzahl mittelgroßer Unternehmen. Diese Hidden Champions haben sich in vielen Fällen mit lokaler F&E-Kompetenz als Spezialisten in ihrem Bereich etabliert.  Was die Branche in beiden Ländern verbindet, sind die Themen, die die handelnden Personen beschäftigen: Mangel an qualifizierten Fachkräften sowie intelligente Technologien als Herausforderung für die neue Mobilität und Brancheninnovationen sind überall heiße Eisen.

 

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