Die wichtigsten Erkenntnisse
Digitale Gesundheitshelfer sind etabliert: 80 % nutzen zumindest eine App oder ein Wearable
KI trifft vor allem bei Jüngeren auf hohe Akzeptanz – bei konkreten Entscheidungen bleibt menschliche Expertise entscheidend
Neue Nachfrage entsteht rund um Diagnostik, Coaching und personalisierte Gesundheitsangebote
Gesundheit und Wohlbefinden spielen im Alltag eine wichtige Rolle. Der Tag beginnt mit einem Frühstück, bei dem auf eine ausreichende Proteinzufuhr geachtet wird. Auf dem Weg zur Arbeit werden Schlaf, Stress oder Erholung überprüft. Beim Einkauf im Supermarkt scannen Verbraucher:innen Zutaten und suchen sich passende Produkte aus. Ein Wearable zeichnet den Tagesverlauf auf, eine App wertet die Daten aus und künstliche Intelligenz gibt Empfehlungen ab. Im Anschluss erfolgt noch eine Empfehlung von einem Arzt, Coach, Apotheker, Händler, einer Marke oder einem Familienmitglied.
„Gesundheit findet längst nicht mehr nur in der Arztpraxis statt. Menschen beschäftigen sich kontinuierlich damit im Alltag und greifen auf immer mehr Daten und digitale Hilfsmittel zurück. KI kann diesen Wandel weiter beschleunigen. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse klar: Gerade bei Gesundheitsentscheidungen bleiben Vertrauen und menschliche Expertise zentral.“
Die Studie Voice of the Consumer 2026 von PwC – eine Befragung von 21.808 Verbrauchern in 27 Ländern – zeigt, wie schnell diese Aktivitäten Teil des Alltags werden. Die Verbraucher:innen berichteten, dass sie regelmäßig mit Blick auf ihre Gesundheit einkaufen, ihr Gesundheitsverhalten beobachten und es anpassen. Gesundheit wird zu einem weniger punktuellen und stärker kontinuierlichen Anliegen, das weniger von Institutionen und zunehmend von den Verbraucher:innen selbst geprägt wird.
Im vergangenen Jahr kauften Verbraucher:innen durchschnittlich Produkte aus drei oder vier Kategorien des Gesundheits- und Wellnessbereichs. 69 % beschäftigen sich regelmäßig mit mindestens zwei Gesundheits- oder Ernährungsgewohnheiten, während 80 % für mindestens eine Aktivität in diesem Bereich eine App oder ein Wearable nutzen.
Besonders deutlich wird dies beim Thema Schlaf. 40 % der Befragten nennen einen besseren Schlaf als eines ihrer wichtigsten Gesundheitsziele. Aber nur 56 % bewerten ihren derzeitigen Schlaf als gut oder ausgezeichnet. Gleichzeitig überwachen lediglich 32 % regelmäßig ihren Schlaf und ergreifen konkrete Maßnahmen, um ihn zu verbessern. Wer seinen Schlaf verbessern möchte, kann Produkte und Dienstleistungen wie Wearables, Ernährungsangebote, Nahrungsergänzungsmittel, intelligente Umgebungen, Arzneimittel und medizinische Versorgung in Anspruch nehmen.
Auch im Gesundheits- und Wellnessbereich wird künstliche Intelligenz zunehmend eingesetzt. Unter jüngeren Generationen fühlen sich 86 % damit wohl, KI für zumindest eine Gesundheits- oder Wellnessaufgabe einzusetzen – etwa für Ernährungsplanung, Fitnessprogramme oder Gesundheitsmonitoring. Die ältere Generation ist hier etwas zurückhaltender (62 %).
Wenn es aber um konkrete Gesundheitsentscheidungen geht, dann bleibt die menschliche Expertise allerdings deutlich wichtiger: 57 % zählen medizinisches Fachpersonal zu ihren wichtigsten Einflussfaktoren, 50 % Freunde, Familie oder Kolleg:innen. KI-Tools oder dialogbasierte KI werden dagegen von 18 % unter den fünf wichtigsten Einflüssen genannt. Auch bei der Weitergabe persönlicher Gesundheitsdaten zeigt sich, wie entscheidend Vertrauen bleibt.
Mit dem veränderten Gesundheitsverhalten entsteht zugleich Nachfrage nach neuen Produkten und Services. So zeigen 63 % der Befragten Interesse an Gesundheitsinformationen und Diagnostik, 60 % an Coaching- und Verhaltensprogrammen und 54 % an Geräten, Equipment und intelligenten Umgebungen. Besonders gefragt sind Angebote, die klassische Produkte mit Daten, Diagnostik, Monitoring, Coaching oder personalisierten Empfehlungen verbinden.
Trotz des wachsenden Gesundheitsbewusstseins bleiben grundlegende Anforderungen für Verbraucher:innen entscheidend: Für fast drei Viertel der Befragten ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis das wichtigste Kriterium. Auch eine einfache Anwendung sowie klare Informationen zum Nutzen und zur Funktionsweise eines Produkts oder einer Dienstleistung finden ähnlich großen Zuspruch. 58 % schätzen zudem die Möglichkeit, Angebote individuell an ihre persönlichen Bedürfnisse anzupassen.
„Für Unternehmen liegt die Chance nicht darin, jedes Produkt zum Gesundheitsprodukt zu machen. Entscheidend ist, von konkreten Bedürfnissen auszugehen und dafür passende Produkte, Services und Beratung intelligent zu verbinden. Wer Gesundheit einfacher zugänglich macht und dabei Vertrauen schafft, kann sich neue Wachstumsfelder erschließen.“
Partnerin, Leitung Digital & Customer Transformation, PwC Austria
Tel: +43 699 163 057 71