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Weltweite Kündigungswelle hält an: 1 von 5 Arbeitnehmer:innen plant im nächsten Jahr einen Jobwechsel

Jun 10, 2022

  • Geschlecht, Generation, Qualifikation: Weltweite Arbeitnehmerschaft ist gespalten
  • Eine:r von fünf Arbeitnehmer:innen möchte in den nächsten zwölf Monaten den Arbeitsplatz wechseln
  • Höherer Gehaltswunsch aber auch Erfüllung im Job als Hauptgrund für Wechsel 
  • Hochqualifizierte Arbeitnehmer:innen fordern am ehesten Beförderungen und Gehaltserhöhungen sowie ein offenes Ohr ihrer Vorgesetzten
  • 65% der Arbeitnehmer:innen ist der Austausch über politische und gesellschaftliche Probleme am Arbeitsplatz wichtig
  • Hybrid Work soll bleiben: 63% bevorzugen die Abwechslung zwischen Arbeit vor Ort und Homeoffice

Wien, 10. Juni 2022  Die „Great Resignation“, also die große Kündigungswelle, die in den USA ihren Anfang genommen hat, ist mittlerweile auch in weiten Teilen der Welt angekommen. Denn eine:r von fünf Beschäftigten weltweit hält es für wahrscheinlich, in den nächsten zwölf Monaten den Arbeitsplatz zu wechseln. So lautet das Kernergebnis der „Global Workforce Hopes and Fears“ Studie von PwC unter 52.000 Arbeitnehmer:innen in 44 Ländern, eine der größten je durchgeführten Umfragen zur Arbeitsmarktentwicklung. 

Die Studie zeigt zudem auf, dass 35% planen, ihren Arbeitgeber in den nächsten zwölf Monaten um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Dabei ist der Druck auf die Gehälter im Tech-Sektor am höchsten, wo 44% der befragten Studienteilnehmer:innen eine Gehaltsverhandlung planen – am niedrigsten liegt dieser Wert mit 25% im öffentlichen Sektor. Der Wunsch nach einem höheren Gehalt ist für 71% der Befragten auch der Hauptgrund für einen Jobwechsel. Danach zählen die Suche nach einem erfüllenden Job (69%) sowie das Bedürfnis bei der Arbeit „man selbst sein zu können“ (66%) zu den Top 3 Voraussetzungen, die Arbeitnehmer:innen suchen. Für knapp die Hälfte (47%) ist zudem die Wahl des Arbeitsortes entscheidend.  

„Neben dem enormen Bedarf an Möglichkeiten zur Weiterbildung, sind Beschäftigte auch auf der Suche nach angemessener Entlohnung. Sie wollen außerdem mehr Kontrolle darüber, wie sie arbeiten und sie versuchen größeren Sinn in ihrer Arbeit zu finden. Führungskräfte müssen sich anpassen, um mit den aktuellen und künftigen Herausforderungen und Chancen erfolgreich umgehen zu können,“ erklärt Nicole Prieller, New World New Skills Leader bei PwC Österreich. 

Geschlecht & Generation: Die polarisierte Belegschaft
Frauen gaben mit einer um 7% geringeren Wahrscheinlichkeit als Männer an, dass sie sich angemessen entlohnt fühlen, während Frauen wiederum um 7% weniger wahrscheinlich um eine Gehaltserhöhung bitten werden. Bei der Beförderung zeigt sich ein ähnliches Bild: 8% weniger Frauen planen, ein entsprechendes Gespräch zu führen, da sie sich auch weniger von ihren Vorgesetzten gehört fühlen als ihre männlichen Kollegen. 

Die Studie verdeutlicht auch signifikante Unterschiede zwischen Generationen: Arbeitnehmer:innen aus der Gen Z sind weniger zufrieden mit ihrem Job und machen sich doppelt so häufig Sorgen, in Zukunft durch Technologie ersetzt zu werden als Baby Boomer. 

Qualifikationen als spaltender Faktor für Zufriedenheit und Anerkennung
Einer der Hauptgründe der Polarisierung sind Qualifikationen. Die Daten zeigen, dass Personen mit gefragten Qualifikationen eher mit ihrem Job zufrieden sind als jene mit weniger gefragten Fähigkeiten (70% vs. 52%). Das äußerst sich auch in dem Befinden, dass ihre Vorgesetzten ein offenes Ohr für sie haben (63% vs. 38%).

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, investieren Unternehmen in die aktuelle Belegschaft, indem sie in Fortbildung und höhere Löhne investieren – jene Faktoren, die sie am effektivsten abwickeln können. Im Gegensatz dazu scheint der Einsatz von Technologie, wie Automatisierung, aber auch Outsourcing und die Rekrutierung neuer Fachkräfte eine geringere Priorität zu haben. Nur 40% der Arbeitnehmer:innen gaben an, dass ihr Unternehmen Schritte zur Weiterbildung setzt, und noch weniger (26%) sagten, dass ihre Arbeit durch neue Technologien verbessert wird. Beide Zahlen weisen auf ein erhebliches Verbesserungspotenzial hin.  

„In einem hart umkämpften Arbeitsmarkt ist es umso wichtiger, dass Unternehmen einen menschengeführten, technologiegetriebenen Ansatz wählen. Das bedeutet sowohl in digitale Transformation als auch in Fertigkeiten der Mitarbeiter:innen zu investieren. Der Fokus sollte dabei auf die Stärkung der Fähigkeiten von qualifizierten Arbeitnehmer:innen, dem Bereitstellen von Zugangsmöglichkeiten für jene, denen es an Qualifikationen mangelt und der Automatisierung, die Menschen entlastet, liegen. Es geht sowohl um die Ausbildung von Lehrlingen als auch die Einstellung von Universitätsabsolvent:innen, wobei eine Verpflichtung zu kontinuierlicher Weiterbildung benötigt wird“, so Expertin Prieller.

Gespräche über gesellschaftliche Probleme sind tagtäglicher Bestandteil des Arbeitsplatzes
Die Studie zeigt, dass 65% der Arbeitnehmer:innen soziale und politische Themen mit ihren Kolleg:innen besprechen, wobei der Prozentsatz für jüngere Beschäftigte (69%) und ethnische Minderheiten (73%) höher ist. Während Führungskräfte beunruhigt sind, wenn die Belegschaft solche potenziell polarisierenden Themen am Arbeitsplatz besprechen, ist die Auswirkung positiv. 79% gaben mindestens ein positives Resultat solcher Gespräche an. Mit politischen und gesellschaftlichen Themen am Arbeitsplatz liegt es an Unternehmen, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die eine positive offene Gesprächskultur sichert und gleichzeitig die negativen Auswirkungen eindämmt.

Die Studie zeigt zudem auf, dass Arbeitnehmer:innen ein großes Interesse an den Auswirkungen ihres Unternehmens auf Wirtschaft, Klima und Gesellschaft haben. Der Hälfte (53%) ist es wichtig, dass Unternehmen transparent mit ihrer Auswirkung auf die Umwelt umgehen, zwei Drittel (65%), dicht gefolgt von den wirtschaftlichen Auswirkungen (60%) und Bemühungen im Bereich von Diversität und Inklusion (54%). 

„Eine diverse Belegschaft bringt unvermeidbar unterschiedliche Meinungen über wesentliche gesellschaftliche Probleme mit an den Arbeitsplatz. Es liegt an den Führungskräften sicherzustellen, dass Teams von diesen Diskussionen eher profitieren anstatt von ihnen gespalten werden. Arbeitnehmer:innen, vor allem jüngere und ethnische Minderheiten, spüren die Vorteile von respektvollen und toleranten Gesprächen“, so Nicole Prieller.

Hybrid Work: Abwechslung zwischen Arbeit vor Ort und Homeoffice bevorzugt 
Ein erheblicher Teil der weltweiten Belegschaft kann nicht remote arbeiten. Es sind 45% der Befragten in der PwC Umfrage und sie sind weniger zufrieden mit ihrer Arbeit als diejenigen, die hybrid oder vollständig remote arbeiten (50% gegenüber 63%). Arbeitnehmer:innen, die nicht remote arbeiten können, geben auch weitaus seltener als andere an, dass sie ihre Arbeit als erfüllend empfinden, dass ihr Team an ihrem Wohlergehen Interesse hat, oder dass sie finanziell fair entlohnt werden.

62% der Beschäftigten bevorzugen eine Mischung aus Präsenz- und Fernarbeit. Genauso viele erwarten von ihren Arbeitgebern, diesen Mix für mindestens zwölf weitere Monate anzubieten. 26% würden es sogar bevorzugen, vollständig remote zu arbeiten, während nur 11% der Arbeitnehmer:innen ausschließlich in Präsenz arbeiten wollen.  

„Mit anderen Worten: Hybridarbeit wird sich durchsetzen. Das genaue Verhältnis zwischen Büro- und Heimarbeitszeit wird variieren, aber die Unternehmen müssen experimentieren und sich anpassen. Dazu gehört auch, dass sie sich mit den Faktoren befassen, die die Bindung an das Unternehmen erhöhen, wie Authentizität, sinnvolle Arbeit und Lohntransparenz“, erklärt Nicole Prieller.  

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Über die Studie
Für diese Studie über Veränderungen in der modernen Arbeitswelt hat PwC im März 2022 mehr als 52.000 Personen in insgesamt 44 Ländern befragt. Die Stichprobe wurde darauf ausgelegt, eine Reihe von Branchen, demographischen Charakteristiken und Arbeitsmuster widerzuspiegeln. Die Stichprobengröße wurde skaliert, um den Anteil am globalen BIP eines jeden Landes darzustellen.

Die Altersklassen in der Studie werden unterteilt in Gen Z (18-25 Jahre), Millenials (26-41 Jahre), Gen X (42-57 Jahre) und Baby Boomer (58-76 Jahre).

Über PwC
Vertrauen in der Gesellschaft aufbauen und wichtige Probleme lösen – das sehen wir bei PwC als unsere Aufgabe. Wir sind ein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen in 156 Ländern. Mehr als 295.000 Mitarbeiter:innen erbringen weltweit qualitativ hochwertige Leistungen im Bereich Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung und Unternehmensberatung. Sagen Sie uns, was für Sie von Wert ist. Und erfahren Sie mehr unter www.pwc.at.

„PwC“ bezeichnet das PwC-Netzwerk und/oder eine oder mehrere seiner Mitgliedsfirmen. Jedes Mitglied dieses Netzwerks ist ein selbstständiges Rechtssubjekt. Weitere Informationen finden Sie unter www.pwc.com/structure.

Kontakt

Anna-Maria Oberpriller

Anna-Maria Oberpriller

Corporate Communications, PwC Austria

Isabel Bader

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Corporate Communications, PwC Austria

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