CEOs laut PwC Studie wieder optimistischer:
Vertrauen in Wirtschaftswachstum beinahe auf Vorkrisenniveau

Zwei Jahre nach den Tiefen der Rezession ist das Vertrauen der CEOs in künftiges Wirtschaftswachstum wieder beinahe auf Vorkrisenniveau. Das zeigt die „14th Annual Global CEO Survey“ von PwC. Laut Ergebnissen der weltweiten Befragung von 1.201 CEOs sind 48 % „sehr zuversichtlich“ bezüglich der Entwicklung in den nächsten 12 Monaten. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Resultat vom Vorjahr, wo dies lediglich 31 % angaben (2008 waren es vor Bekanntwerden der Ausmaße der Krise noch 50 % der Befragten). Die Umfrageergebnisse wurden am Dienstag, 25. Jänner 2011 beim „World Economic Forum“ im schweizerischen Davos präsentiert.

CEOs in westeuropäischen Staaten mit geringstem Vertrauen

Insgesamt 88 % der CEOs haben ein gewisses Maß an Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden 12 Monaten. Im Vorjahr waren 81 % dieser Meinung. Längerfristig sind nun 94 % zuversichtlich, und erwarten ein Wachstum in den nächsten drei Jahren, was einen Anstieg von zwei Prozentpunkten bedeutet. Das wiedergewonnene Vertrauen zeigt sich auf allen Kontinenten: Besonders optimistisch sind CEOs in Indien, Kolumbien, Peru, China, Thailand und Paraguay. Regional betrachtet haben CEOs in den westeuropäischen Staaten das geringste Vertrauen. Eine Ausnahme dabei stellen CEOs aus Deutschland dar: Während im Vorjahr nur etwa 20 % „sehr zuversichtlich“ waren, sind 2010 beinahe 80 % dieser Meinung.

China wichtigster Wirtschaftsmotor

Die befragten CEOs befanden mit 39 % China als wichtigstes Land für das zukünftige Wirtschaftswachstum. Es folgen USA mit 21 %, Brasilien mit 19 % und Indien mit 18 %. Dabei sehen sie China, USA und Indien als die wichtigsten Quellen für zukünftige Produkte und Rohstoffe. Auf regionaler Ebene sagten 90 % der CEOs, dass sie in den kommenden 12 Monaten eine Zunahme der Geschäftsaktivitäten in China erwarten, gefolgt von Lateinamerika mit 84 %, Afrika mit 75 %, Naher Osten mit 72 % und Osteuropa mit 70%. Lediglich ein Drittel der Befragten aber sprach jenem Land, in dem sie niedergelassen sind, ein hohes Wachstumspotential zu.

Wachstum durch Neuentwicklungen und Erhöhung der Marktanteile

Strategisch gesehen liegen die besten Chancen für Wachstum in den nächsten 12 Monaten in der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie der Erhöhung der Anteile in bestehenden Märkten. Diese Entwicklung prognostizieren 29 % der CEOs. In der Erschließung neuer Märkte hingegen sehen nur 17 % die vielversprechendste Strategie. Fusionen und Übernahmen sowie Joint Ventures und Allianzen liegen in den Ergebnissen zurück und werden als wenig attraktive  Wachstumsstrategien gesehen.

Vertrauen auch bei Personalentscheidungen spürbar

Die positive Dynamik des Vertrauens der CEOs spiegelt sich auch in den Personalplänen wider: Mehr als die Hälfte (51 %) der CEOs weltweit erwarten zusätzliche Arbeitsplätze in den nächsten 12 Monaten. Bei der vorangegangenen Umfrage teilten nur 39 % diese Erwartung. Besonders CEOs in Mitteleuropa, Asien/Pazifik und Afrika zeigen sich hinsichtlich personeller Entwicklungen als positiv gestimmt. Gegenüber 25 % im Vorjahr gaben heuer nur 16 % an, Einsparungen bei Arbeitskräften zu erwarten.

Krise veranlasste zu Strategieänderungen und Einsparungen

Die Auswirkungen der Rezession auf Strategien wurden auch in den Umfrageergebnissen deutlich. Die meisten CEOs (84 %) gaben an, ihre Unternehmens-Strategie in den vergangenen zwei Jahren verändert zu haben. Bei etwa einem Drittel der Befragten war die Krise sogar Anlass für grundlegende Veränderungen. Diese wurden vor allem mit wirtschaftlicher Unsicherheit, wechselnden Kundenanforderungen und der durch die Krise ausgelöste Dynamik in der jeweiligen Branche begründet. Die meisten CEOs planen nun eine Änderung ihrer Strategien bei Talenten (83 %), Risiko (77 %), Investitionen (76 %) und der Organisationsstruktur (74 %).
Mit 64 % gaben weniger CEOs an, in den nächsten 12 Monaten Kosten einsparen zu wollen, während dies im Vorjahr noch etwa 70 % vorhatten. Des Weiteren planen 34 % der CEOs, eine Fusion oder Übernahme abzuschließen und etwa die Hälfte erwartet die Bildung einer neuen strategischen Allianz oder ein Joint Venture. Die Auslagerung einer Geschäftsfunktion planen hingegen nur 31 %.

CEOs befürchten instabiles Wirtschaftswachstum

Gegenüber 66 % im Vorjahr sehen heuer fast drei Viertel der CEOs im unsicheren oder flüchtigen Wirtschaftswachstum eine potenzielle Bedrohung für ihr Geschäft. Fast ein Drittel der CEOs gab an,  über die wirtschaftlichen Aussichten „extrem besorgt“ zu sein. Andere wiederum sehen in der Reaktion von Regierungen auf die Haushaltsdefizite große Gefahren (61 %). Weitere Geschäftsbedrohungen sehen CEOs in der Verfügbarkeit von Schlüsselqualifikationen (56 %), gefolgt von steigenden Steuern (55 %) und ständigen Verschiebungen im Konsumverhalten (48 %).

Der vollständige Bericht über die Umfrage mit Unterstützung von Grafiken finden Sie zum Download unter www.pwc.com/ceosurvey.

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