2024 Outlook

M&A Trends in Technology, Media & Telecommunications

Global M&A Industry Trends in Technology, Media & Telecommunications hero image
  • Insight
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  • Jänner 23, 2024

Strategische M&A-Aktivitäten werden auch im Jahr 2024 die TMT-Deal-Landschaft dominieren. Dabei ergeben sich in einem wirtschaftlichen Umfeld mit neuen Mustern und Beziehungen neue Chancen.

Barry Jaber

Barry Jaber

Strategy&, Global Technology & Telecommunications Deals Leader, Partner, PwC United Kingdom

Bart Spiegel

Bart Spiegel

Global Entertainment & Media Deals Leader, Partner, PwC United States

Hannes Orthofer

Hannes Orthofer

Partner, Due Diligence und Data Analytics & Technology, PwC Austria

Gregor Zach

Gregor Zach

Partner, Mergers & Acquisitions Leader, PwC Austria

Mit Blick auf das Jahr 2024 gibt es Grund zum Optimismus, was den Abschluss von Deals in der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche (TMT) angeht. Fortschritte bei der generativen Künstlichen Intelligenz (KI) und anderen neuen Technologien, mehr Sicherheit bei den Zinssätzen, ein rekordverdächtiges Investitionsvolumen von Private Equity (PE) und ein Nachfragestau beim Abschluss von Deals – all dies deutet auf einen Anstieg der TMT-Deal-Aktivität im Jahr 2024 hin.

Die Werte der Deals blieb im Jahr 2023 deutlich niedriger als in den beiden Vorjahren. Im vergangenen Jahr gab es auch erhebliche Schwankungen bei der Deal-Aktivität, mit einem Rekord-Deal-Volumen in der ersten Hälfte des Jahres 2023, gefolgt von einem deutlichen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte. Der Rückgang der Deal-Aktivität in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 ist auf Faktoren wie eine restriktivere Geldpolitik, die Auswirkungen der Inflation auf die Verbraucher:innen, geopolitische Konflikte und ein sich veränderndes regulatorisches Umfeld zurückzuführen.

Hinzu kommt, dass die Bewertungen von Unternehmen in der TMT-Branche oft empfindlicher auf die Bankzinsen reagieren als in anderen Branchen, wodurch eine Bewertungslücke zwischen Käufern und Verkäufern entstanden ist.

Wir gehen davon aus, dass die M&A-Thematik im Jahr 2024 durchgängig darauf ausgerichtet sein wird, aus jedem Deal mehr Wert zu schöpfen – was angesichts der höheren Kapitalkosten noch notwendiger wird.

‘Der Druck, Kapital einzusetzen und strategische Transaktionen durchzuführen, wird die TMT-Deals im Jahr 2024 bestimmen. Nachdem die makroökonomische und geopolitische Ungewissheit im Jahr 2023 das Vertrauen in die TMT-Sektoren und die Deal-Aktivität beeinträchtigt hat, werden die Bewertungen nun wieder angepasst.’

Barry Jaber,Strategy&, Global Technology and Telecommunications Deals Leader, PwC UK

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M&A Hot Spots

  • Software-as-an-opportunity: Software zieht aufgrund ihrer abonnementbasierten Geschäftsmodelle weiterhin das Interesse von Investoren auf sich, insbesondere von Private Equity-Akteuren, auf die inzwischen etwa zwei Drittel aller Software-Deals entfallen. Aufgrund der besser vorhersehbaren wiederkehrenden Einnahmen und Cashflows wird der Softwaresektor auch im derzeitigen wachstumsschwächeren Umfeld für Investoren attraktiv sein. Daher gehen wir davon aus, dass Software auch im Jahr 2024 die Deal-Aktivität mit Technologieunternehmen dominieren wird.

    In der ersten Jahreshälfte 2023 wurden mehr als 5.000 Software-Deals abgeschlossen und damit die Rekorde von 2021 und Anfang 2022 übertroffen, obwohl das Volumen in der zweiten Jahreshälfte deutlich zurückging, was größtenteils auf das allgemeine makroökonomische Umfeld und die Herausforderungen bei der Finanzierung von Deals zurückzuführen ist.

    Die abgeschlossenen Deals waren kleiner und daher leichter zu finanzieren. Da deutlich weniger Megadeals abgeschlossen wurden, blieb der Deal-Wert weit unter dem Niveau früherer Jahre. Die allgemeine Attraktivität von Unternehmenssoftware wird jedoch dafür sorgen, dass sie auch 2024 ein Hot Spot für M&A-Aktivität im Bereich TMT bleibt.

  • Die Telekommunikationsunternehmen konsolidieren sich und Netco-Modelle tauchen wieder auf: Die Strukturen des Telekommunikationsmarktes verändern sich weiterhin durch die Konsolidierung und das Wiederauftauchen des Netco-Modells – bei dem Unternehmen die Netzinfrastruktur besitzen und betreiben und sie an Telekommunikationsunternehmen und Dienstanbieter vermieten – als Mittel zur Realisierung von Synergien, zur Kostenteilung und zur Gewinnung von alternativem Kapital.

    Wir gehen davon aus, dass sich diese Trends sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkbereich fortsetzen werden, insbesondere in Europa, wo die wichtigsten Akteure Schwierigkeiten haben, angemessene Kapitalrenditen zu erzielen. Dies stellt eine große Chance für strategische Investoren, Private Equity und Infrastrukturkapital dar.

  • Streaming consolidation: Mit dem Ende der Streiks von Autor:innen und Schauspieler:innen in den USA haben die Streaming-Dienste künftig weniger Unklarheit über die Kosten und mehr Vorhersehbarkeit bei den Produktionsprozessen. Dadurch wird es diesen Akteuren ermöglicht, ihre laufenden Operationen besser zu modellieren und zu analysieren.

    Wir glauben, dass das Ökosystem reif für Konsolidierungen ist und erwarten, dass einige Streamingdienste auf dem Markt in den nächsten sechs bis zwölf Monaten nach strategischen Partnern suchen werden.

‘Da sich die Unterhaltungsplattformen weiterentwickeln und das Angebot erweitert wird, dürften die Akteure mit einem umfassenden Serviceangebot einen festen Abonnentenstamm haben, während andere möglicherweise M&A, Joint Ventures oder Partnerschaften eingehen müssen, um in einem sich ständig weiterentwickelnden Ökosystem, das um die Zeit und das Geld der Verbraucher:innen konkurriert, relevant zu bleiben’

Bart Spiegel,Global Entertainment and Media Deals Leader, PwC US

M&A Volumen and Werte 2023

Technologie, Medien und Telekommunikation Deal-Volumen und -Werte, 2019-2023

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Bar chart showing M&A volumes for the technology, media and telecommunications sectors. Deal volumes in TMT increased by 5% between 2022 and 2023 although deal values declined by 55% due to a lower number of megadeals.

Sources: LSEG and PwC analysis

Weltweit: In der ersten Jahreshälfte 2023 wurde ein neuer Rekord für M&A-Aktivität im TMT-Bereich aufgestellt, mit rund 8.500 angekündigten Deals, 100 mehr als der bisherige Rekord von 8.400 Deals, der im ersten Halbjahr 2021 aufgestellt wurde. In der zweiten Jahreshälfte sah es jedoch anders aus: Das Deal-Volumen ging gegenüber der ersten Jahreshälfte um 31 % auf weniger als 6.000 Deals zurück. Für das Jahr 2023 lag das Deal-Volumen insgesamt um 1 % unter dem des Vorjahres. Die Deal-Werte gingen 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 44 % zurück, was in erster Linie auf eine Kombination aus kleineren Deals und niedrigeren Bewertungen zurückzuführen ist. Außerdem sank die Zahl der TMT-Megadeals von 42 im Jahr 2021 auf 24 im Jahr 2022 und nur 11 im Jahr 2023.

Globale Deal-Volumen und -Werte im Bereich TMT mit Private Equity-Beteiligung, 2019-2023
  • Auch im Jahr 2023 dominierte die Technologiebranche die M&A-Aktivität im TMT-Sektor, auf die rund 85 % des Deal-Volumens und des Deal-Wertes entfielen. Von den sieben Megadeals (definiert als Deals über 5 Mrd. USD), die 2023 im TMT-Sektor angekündigt wurden, entfielen sechs auf den Technologiesektor, darunter der größte Deal des Jahres, die geplante Übernahme von Splunk durch Cisco für 28,1 Mrd. USD. 
  • Das Volumen der Technologie-Deals stieg auf ein Rekordhoch, angetrieben durch starke Quartale in der ersten Hälfte des Jahres 2023 in Nord-, Mittel- und Südamerika sowie in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Während das Volumen der weltweiten Technologie-Deals im Jahr 2023 geringfügig zunahm, sank der Wert der Deals um fast 60 %, was auf eine Kombination aus kleineren Deals und niedrigeren Bewertungen zurückzuführen ist. 
  • Die überwiegende Mehrheit der Technologie-Deals entfällt weiterhin auf Software, gefolgt von IT-Dienstleistungen.

Die Beteiligung von PE an Deals (sei es als direkter Käufer, als indirekter Käufer durch die Übernahme eines Portfoliounternehmens oder als Verkäufer) ist in den letzten fünf Jahren von etwa einem Drittel des Deal-Volumens und -Wertes im Jahr 2019 auf über die Hälfte des Deal-Volumens und -Wertes im Jahr 2023 gestiegen.

Trotz eines allgemeinen Rückgangs der M&A-Aktivitäten zeigte die österreichische M&A-Landschaft im Jahr 2023 bedeutende Transaktionen im Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT), die Wachstumschancen in diesem Markt aufzeigen.

Unter anderem kam es bei IMS Nanofabrication zu einer bemerkenswerten Änderung der Eigentümerstruktur: Intel veräußerte einen Anteil von 20 % an Bain Capital, was einem Wert von rund 787 Millionen Euro entspricht. Dieser Schritt war Teil einer umfassenderen Veräußerung, bei der weitere 10 % und 2,5 % der Anteile an Taiwan Semiconductor bzw. JEOL (JP) verkauft wurden, um das weitere Wachstum der Halbleiterproduktionstechnologie von IMS zu fördern.

Die Übernahme von K-Businesscom durch Cancom für 165 Millionen Euro war ein wichtiger Schritt im Bereich der Cybersicherheit. Der Kauf von solvistas durch X-tention zielte darauf ab, seine IT-Dienstleistungen im Gesundheitswesen mit fortschrittlichen Data-Science- und KI-Fähigkeiten zu verstärken. Die Übernahme von FirmenABC durch Invest AG und ILAG zeigte einen Exit im Bereich der digitalen Marketingmöglichkeiten.

Die A1 Group nahm eine Abspaltung vor und gliederte rund 12.000 Funktürme in ein neues Unternehmen (EuroTeleSites) aus, um sie an die Börse zu bringen, während sie gleichzeitig wachstumsorientierte Transaktionen in Kroatien und Serbien durchführte, um ihre Marktabdeckung zu verbessern.

Diese Transaktionen zeigen das Interesse am österreichischen TMT-Sektor und eine vorausschauende Haltung gegenüber der digitalen Transformation und Cybersicherheit als zentrale Wachstumsbereiche.

Der Technologie-Sektor bleibt ein Lichtblick für M&A

Weltweites Deal-Volumen Technologie, 2019-2023
  • Auf den Technologiesektor entfielen 85 % des TMT-Deal-Volumen im Jahr 2023 und mit mehr als 12.000 Deals in diesem Sektor in den letzten zwei Jahren ist er ein wichtiger Bestandteil des gesamten weltweiten M&A-Marktes. Angesichts der anhaltenden Trends zur Digitalisierung und technologischen Disruption gehen wir davon aus, dass der Technologiesektor auch im Jahr 2024 und darüber hinaus ein Lichtblick für M&A sein wird.
  • Im Jahr 2023 entfielen auf den Teilsektor Software mit fast 9.000 Deals fast drei Viertel des Volumens der Technologie-Deals. Das sind 2 % mehr als im Jahr 2022. Der nächstaktivste Teilsektor war der Sektor IT-Dienstleistungen mit fast 2.000 Deals im Jahr 2023, gefolgt – mit einigem Abstand – von Halbleitern und Equipment mit etwas mehr als 600 Deals.

  • Was den Wert der Deals betrifft, so entfielen 2023 aufgrund der geringeren Anzahl an Megadeals und niedrigerer Bewertungen zwei Drittel des Wertes der Technologie-Deals auf Software, während es im Vorjahr noch fast drei Viertel waren. Im Jahr 2023 war der größte angekündigte Technologie-Deal ein Software-Deal – die geplante Übernahme von Splunk durch Cisco im Wert von rund 28 Mrd. USD.

67%

der Führungskräfte im TMT-Sektor planen, Transaktionen zu nutzen, um die Einführung von Technologien und technologiegestützter Prozesse zu beschleunigen

Quelle: Value Creation Transformation Survey von PwC UK

Wesentliche Treiber für M&A-Aktivität 2024

Investoren-Fokus auf Margen

Höhere Zinsen und ein unsicherer und volatiler Wirtschaftsausblick haben die Bewertungen unrentabler (und weniger rentabler) TMT-Unternehmen im Jahr 2023 bestraft. Infolgedessen haben sich TMT-Unternehmen, insbesondere im Technologiesektor, stärker als in den letzten Jahren auf Kostensenkungen und/oder -vermeidung konzentriert und Investoren haben bei der Bewertung von Deals zunehmend der Rentabilität gegenüber dem Umsatzwachstum den Vorrang gegeben – ein Trend, der sich unserer Einschätzung nach 2024 fortsetzen wird.

Regulatorischer Gegenwind

Einige der größten M&A-Schlagzeilen im Jahr 2023 drehten sich um die aufsichtsrechtliche Prüfung, da die Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt weiterhin Untersuchungen durchführen und Maßnahmen ergreifen.

Mehrere TMT-Deals wurden streng geprüft, insbesondere von den Regulierungsbehörden in den USA, Großbritannien und in der EU, die sich Sorgen um Übernahmen im Bereich Big Tech machen, die die Marktmacht marktbeherrschender Unternehmen stärken oder Start-ups einbeziehen, die als aufstrebende Konkurrenten angesehen werden. Obwohl einige große Deals nicht von den Behörden genehmigt wurden, waren andere erfolgreich.

So schloss Meta beispielsweise die 400 Mio. USD teure Übernahme von Within Unlimited ab, wobei es mehr als ein Jahr dauerte, bis die erforderlichen Genehmigungen vorlagen, um den Deal voranzutreiben. Microsoft kämpfte sich auch durch den regulatorischen Prozess, um die Genehmigung für die Übernahme von Activision Blizzard im Wert von 68,7 Mrd. USD zu erhalten.

Die Regulierungsbehörden in der EU haben vor kurzem einen Digital Markets Act erlassen, der darauf abzielt, die Macht von Big Tech und das wettbewerbswidrige Verhalten einzuschränken. Die Regulierungsbehörden haben auch Google dazu veranlasset, Teile des Ad-Tech-Geschäfts zu veräußern. Im Jahr 2024 erwarten wir, dass der weiterhin bestehende regulatorische Druck den Enthusiasmus für M&A dämpfen wird und die Zeit, die für den Abschluss eines großen Deals benötigt wird, verlängert.

Börsengang und Börsenrückzug

Es besteht ein Nachfragestau an neuen Investitionsmöglichkeiten und der wachsende Rückstau an Technologie- und anderen Unternehmen, die auf einen Börsengang warten, bedeutet wahrscheinlich, dass einige davon im Jahr 2024 auf den Markt kommen werden.

Allerdings wird das Zeitfenster für Börsengänge aufgrund der bevorstehenden Wahlen in den USA, in Großbritannien und in einigen anderen Ländern sehr eng sein. Während sie auf einen aufnahmefähigeren Markt warten, haben sich die TMT-Unternehmen auf die Stärkung ihrer Finanzen und die Entwicklung alternativer Szenarien einschließlich möglicher Verkäufe konzentriert.

Zusätzlich zu der Herausforderung, die die Kapitalbeschaffung auf den öffentlichen Aktienmärkten für Technologieunternehmen darstellt, hat die schwache Performance des Sektors nach dem Börsengang zu einem erheblichen Bewertungsrückgang und einem zunehmenden Trend zu Public-to-Private-Deals geführt. Zu den bemerkenswerten Börsenrückzügen von Technologieunternehmen gehören die 6,5 Mrd. USD schwere Übernahme von New Relic durch Francisco Partners und TPG sowie die erneute Übernahme des deutschen Softwareunternehmens SUSE durch EQT, dass zwei Jahre zuvor an die Börse gegangen war.

Wir gehen davon aus, dass sich den Anlegern unter den derzeitigen Marktbedingungen weitere Gelegenheiten bieten werden, insbesondere im Technologiesektor, da die PE-Fonds nach wie vor bestrebt sind, einige hochwertige börsennotierte Unternehmen mit hohem Ertragspotenzial zu niedrigeren Bewertungen zu erwerben und zu privatisieren.

Globale M&A-Trends im Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation

Software

  • Private Equity bleibt weiterhin eine treibende Kraft im Bereich Software-M&A mit ca. zwei Drittel der Software-Deals im Jahr 2023. Die Übernahme von Qualtrics und der Software AG durch Silver Lake, die Investition von Blackstone in Civica und andere Investitionen unterstreichen das anhaltende Interesse von PE-Unternehmen, die von der Widerstandsfähigkeit und dem Wachstumspotenzial von Softwareunternehmen angezogen werden.

  • Softwareanbieter werden ihre Übernahmestrategien auch 2024 fortsetzen, um neue Fähigkeiten und Markteintrittsmöglichkeiten zu finden. Buy-and-Build-Plattformen haben auch im Jahr 2023 Bolt-on-Übernahmen getätigt und wir erwarten, dass sich dieser Trend 2024 fortsetzen wird. Mit dem Fokus auf Kostensenkungen und Investitionen in KI sind die Megadeals von Unternehmen im Jahr 2023 gedämpft, mit der bemerkenswerten Ausnahme der angekündigten Übernahme von Splunk durch Cisco im September 2028 für 28 Mrd. USD.

IT services

  • Wachstumspotenzial im Bereich IT-Dienstleistungen: Viele Organisationen haben die Umsetzung neuer IT-Programme aufgrund der unsicheren makroökonomischen Aussichten aufgeschoben, was die Aussichten für den IT-Dienstleistungsmarkt im Jahr 2024 erschwert und wiederum M&A behindert. IT-Servicemanagement, Cybersicherheit und DevOps werden sich voraussichtlich besser entwickeln und wir erwarten daher M&A-Aktivität in diesen Segmenten.

  • Die Auswirkungen von generativer KI auf IT-Dienstleistungen: Generative KI wird vielseitige Auswirkungen auf IT-Dienstleistungen haben. Einerseits bietet sich die Möglichkeit, die Produktivität bei der Lieferung zu steigern, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit und die Gewinnspanne verbessert. Andererseits stellt sie die derzeitigen Geschäftsmodelle in Frage, z. B. Softwaretests. Obwohl die generative KI derzeit viel Aufmerksamkeit von Investoren auf sich zieht, glauben wir, dass viele Dealmaker zögern werden, in diesem Bereich zu investieren, bevor die Auswirkungen der generativen KI sicherer sind.

Halbleiter

  • Komplexe Regulierungsvorschriften und geopolitische Faktoren beeinflussen M&A im Halbleiterbereich: Regulatorische Herausforderungen werden auch im Jahr 2024 eine wichtige Rolle bei der Gestaltung spielen. Die Auswirkungen der regulatorischen Hürden – insbesondere die versuchte Übernahme von ARM durch Nvidia und die geplante Übernahme von Elmos Semiconductor durch Sai MicroElectronics – verdeutlichen die komplexe globale Dynamik, die im Spiel ist.

    Wir gehen davon aus, dass die aufsichtsbehördliche Kontrolle, insbesondere im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen, die Deal-Strukturen beeinflussen und grenzüberschreitende Megadeals einschränken wird.
  • Bei Halbleitern liegt der Schwerpunkt auf der Belastbarkeit der Lieferkette und der Portfoliostrategie: Engpässe bei Chips, insbesondere bei Chips, die in KI-Anwendungen eingesetzt werden und Störungen in der globalen Lieferkette haben dazu geführt, dass der Schwerpunkt auf der Widerstandsfähigkeit der Lieferkette liegt, was dazu führen dürfte, dass organischen Investitionen Vorrang vor M&A eingeräumt wird.

    Wir erwarten, dass große, diversifizierte Halbleiterunternehmen ihre Portfolios bewerten und möglicherweise Geschäftsbereiche veräußern werden. So hat Intel seine Absicht bekannt gegeben, seine Programmable Solutions Group (PSG) abzuspalten, um in Zukunft einen Börsengang durchzuführen.

Einzelpersonen, Unternehmen und Volkswirtschaften haben alle erheblich von den Ausgaben für Unterhaltung und Live-Veranstaltungen profitiert. Bedeutende Veröffentlichungen und Ereignisse in Teilindustrien wie Film, Fernsehen, Musik und Spiele haben nicht nur in der Unterhaltungsbranche, sondern auch in anderen Bereichen wie Tourismus, Nahrung und sogar Technologie zu einem Wachstum geführt. Wie im Global Entertainment & Media Outlook 2023-2027 dargestellt, wird prognostiziert, dass Ausgaben im Bereich Unterhaltung und Medien um 4,2 % im Jahr 2024 steigen werden, was diesen Sektor beliebt für Investitionen und zukünftige M&A-Aktivität macht.

  • Die aufsteigende Erlebnisbranche: Der Erfolg von Konzerten, Filmen und Sportereignissen verdeutlicht die weltweite Sehnsucht nach Live-Erlebnissen und immersiven Erfahrungen nach der Pandemiezeit. Einige der berühmtesten Beispiele der aufblühenden Erlebnisbranche sind die Künstlerinnen Taylor Swift und Beyoncé und die Blockbuster-Filme „Barbie“ und „Oppenheimer“.

    Bloomberg Economics schätzt, dass die beiden Tourneen der oben genannten Künstlerinnen und die beiden US-Blockbuster-Filme zusammen das US-Wachstum im dritten Quartal 2023 um 8,5 Mrd. USD erhöhten. Diese Ereignisse wiederum trugen dazu bei, dass das US-BIP zwischen dem zweiten und dritten Quartal 2023 um 4,9 % wuchs – ein deutlicher Anstieg.

    Die internationale Tournee von Taylor Swift findet 2024 statt und könnte das Wirtschaftswachstum in anderen Ländern in ähnlicher Weise ankurbeln. Der Einfluss von Taylor Swifts Musik, ihrer Tournee, ihrem Film und ihren persönlichen Beziehungen auf die Konsumausgaben in den Bereichen Musik, Medien und sogar Sport wird als Taylor Effekt bezeichnet. Medienberichten zufolge verzeichnete die National Football League (NFL) einen beträchtlichen Anstieg der Zuschauerzahlen, als Taylor Swift ein bestimmtes Spiel besuchte – das Spiel war damit die meistgesehene Sonntags-Fernsehshow seit dem letzten Super Bowl.

    Die erneute Begeisterung für Live-Erlebnisse, verstärkt durch die sich verändernden Vorlieben einer aufstrebenden Bevölkerungsgruppe mit verfügbarem Einkommen, wird wahrscheinlich das Interesse von PE, Staatsfonds und anderen Investoren wecken, die aus dieser Dynamik Kapital schlagen wollen.

    Vor der COVID-19-Pandemie waren PE-Fonds bereits aktiv an der Bewertung von Deals in diesem Bereich beteiligt und jetzt, da die Live-Erfahrungen wieder an Dynamik gewonnen haben, erwarten wir eine erneute Konzentration sowohl von PE-Fonds als auch von Unternehmen.
  • Geistiges Eigentum: Wir gehen davon aus, dass Marktteilnehmer mit robusten Portfolios an geistigem Eigentum den Trend zur Interaktivität der Verbraucher:innen nutzen werden, indem sie ansprechende, kuratierte Ökosysteme entwickeln, um ihr geistiges Eigentum zu vermarkten. Live-Erlebnisse ermöglichen es den Marken, mit Fans in Kontakt zu treten und ihnen die Möglichkeit zu bieten, Erlebnisse auf einfache Weise über Social Media zu teilen.
  • Geospatiale Technologie: Bei all der Konzentration auf Live-Events ist eine Technologie, die das Erlebnis 2024 verbessern könnte, die Geospatiale Technologie, die den Einsatz von satellitengestützten Systemen, GPS, geografischen Informationssystemen und Fernerkundung zur Erfassung und Analyse räumlicher Daten umfasst. Diese Technologie kann den Betreibern aussagekräftige Verbraucherdaten und Einblicke in Verbrauchergewohnheiten und -trends liefern, die es ihnen ermöglichen, besser zu vermarkten, zu werben und mit den Verbraucher:innen vor und nach dem Erlebnis in Kontakt zu treten. Wir gehen davon aus, dass Technologien, die den Bereich der Live-Erlebnisse tangieren (zum Beispiel Geospatial oder Dynamic Pricing), ein Ziel für M&A sein werden, da die Betreiber versuchen, ihre Rentabilität zu verbessern.

Angesichts des Inflationsdrucks, der Beschränkungen bei den Investitionsausgaben, der gestiegenen Finanzierungskosten und der wettbewerbsintensiven Marktbedingungen in vielen Regionen versuchen die Telekommunikationsbetreiber, ihre Unternehmen durch M&A umzugestalten. Wie im Global Telecom Outlook 2023-2027 von PwC dargestellt, versuchen Unternehmen im Telekommunikationsbereich Größenvorteile und Synergien durch Fusionen zu erzielen, die es ihnen ermöglichen, Ressourcen zu bündeln und die Last der Investitionen in die integrierten und skalierbaren 5G-Netze, die die Kund:innen benötigen, zu teilen. Die Branche konzentriert sich weiterhin auf die Steigerung der Effizienz, das Erreichen von Größenvorteilen, die Freisetzung von Barmitteln und das Anlocken externer Investitionen durch verschiedene Transaktionsarten, wie nachfolgend erläutert.

  • In-Market-Konsolidierung: Herausfordernde Kapitalrenditen und eine offensichtliche Aufweichung der Regulierungsvorschriften haben die Konsolidierung des Mobilfunksektors wiederbelebt. Fusionen wie Vodafone/Three in Großbritannien und Orange/MasMovil in Spanien zielen auf die Realisierung von Synergien bei den Investitions- und Betriebsausgaben in beiden Netzen und in weiter gefassten Unternehmensfunktionen ab. Diese Konsolidierung kann auch Raum und regulatorische Unterstützung für neue Marktteilnehmer schaffen (wie in den USA und Deutschland zu beobachten).
  • Weitere Verzögerungen durch Netcos: Nach einer ersten Welle von Netco-Trennungen (zum Beispiel in Australien, Neuseeland, Singapur und Großbritannien), die in erster Linie von der Regulierungsbehörde veranlasst oder angeregt wurden, erleben wir eine neue Welle von Festnetz- und Mobilfunk-Netcos (z. B. KKR/Telecom Italia, EQT/Windtre, Zegona/Vodafone Spanien und Cellnex/Polkomtel) und eine Reihe weiterer Netco-Trennungen wird andernorts in Erwägung gezogen. Diese Transaktionen sollen die Kapitalallokation für die zugrundeliegenden Infrastrukturanlagen optimieren, Effizienzsteigerungen ermöglichen und die Größenvorteile fördern.
  • Skalierung/Veräußerung von Dienstleistungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören: Die Telekommunikationsbetreiber sind weiterhin bestrebt, ihr Geschäftsprofil zu vereinfachen und Barmittel freizusetzen, um Investitionsausgaben zu finanzieren und/oder durch Portfoliooptimierungen und Veräußerungen von nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögenswerten den Verschuldungsgrad zu senken.

    Zu diesen Veräußerungen gehören Aktivitäten in Regionen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, Geschäftseinheiten, die auf angrenzende Bereiche ausgerichtet sind und firmeneigene Dienstleistungsanbieter. Es gibt einen neuen Fokus auf die Stärkung der konzerneigenen globalen/shared Servicekapazitäten, um die Effizienz zu steigern, die in einem zunehmend standardisierten Marktumfeld dringend benötigt wird und es gibt erste Anzeichen dafür, dass versucht wird, konzerneigene Operationen zu veräußern, um die digitale Transformation freizusetzen und Barmittel freizusetzen.
  • Digital Infraco Consolidation: Tower-Deals wurden auch im nächsten Zyklus fortgesetzt und es bleibt Raum für eine weitere Konsolidierung. Wir gehen davon aus, dass Towercos bestrebt sein werden, ihr Investment-Grade-Rating zu erhalten oder wiederzuerlangen, was sie dazu veranlassen wird, ihre Portfolios um Vermögenswerte zu rationalisieren, die eine etablierte Position in einem bestimmten Markt einnehmen können, während sie sich von untergeordneten Vermögenswerten trennen bzw. diese fusionieren.

    Eine ähnliche Dynamik dürfte sich auch auf den fragmentierten Glasfasermärkten abspielen, wo sich kleinere Betreiber konsolidieren und größere Anbieter selektive Übernahmen tätigen werden, um sich zu vergrößern.

Wir haben unseren Beitrag auf Daten aus anerkannten Quellen der Branche gestützt. Die in dieser Publikation genannten Werte und Volumen beruhen auf offiziell angekündigten Transaktionen, mit Ausnahme von Gerüchten und zurückgezogenen Transaktionen, die von der London Stock Exchange Group (LSEG) zum 31. Dezember 2023 zur Verfügung gestellt wurden und auf die am 3. Jänner 2024 zugegriffen wurde. Diese Daten wurden durch zusätzliche Informationen von S&P Capital IQ und unserer unabhängigen Recherche ergänzt. Bestimmte Anpassungen wurden an den Quellinformationen vorgenommen, um sie mit der Branchenzuordnung von PwC in Einklang zu bringen.

Barry Jaber ist Global Technology und Telecommunications Deals Leader und ein führender Experte bei Strategy&. Er ist Partner bei PwC UK. Bart Spiegel ist Global Entertainment und Media Deals Leader bei PwC. Er ist Partner bei PwC USA.

2024 M&A outlook for Telecommunications Media & Technology

We have based our commentary on data provided by industry-recognised sources. Specifically, values and volumes referenced in this publication are based on officially announced transactions, excluding rumoured and withdrawn transactions, as provided by the London Stock Exchange Group (LSEG) as of 31 December 2023 and as accessed on 3 January 2024. This has been supplemented by additional information from S&P Capital IQ and our independent research. Certain adjustments have been made to the source information to align with PwC’s industry mapping.

Barry Jaber is PwC’s global technology and telecommunications deals leader. He is a Strategy& partner with PwC UK. Bart Spiegel is PwC’s global entertainment and media deals leader. He is a partner with PwC US.

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