Golden Age Index

08/01/18

Verlängerung des Erwerbslebens könnte BIP in den OECD-Staaten langfristig um rund 3 Billionen Euro steigern

Golden Age Index von PwC erfasst, wie gut die einzelnen Länder die Wirtschaftsleistung älterer Arbeitnehmer nutzen:

  • Island, Neuseeland und Israel führen die Rangliste an
  • Österreich unverändert auf Rang 24 der 36 OECD-Staaten
  • Steigerung des BIP in Österreich um bis zu 15 Prozent möglich

Die OECD-Staaten könnten ihr Bruttoinlandsprodukt (BIP) langfristig um etwa 3 Billionen Euro steigern, wenn die Beschäftigungsquote bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern über 55 Jahre so hoch wäre wie beim Spitzenreiter Island. Das ist das Ergebnis des Golden Age Index von PwC. Der Index analysiert mithilfe von Arbeitsmarkt- und Schulungsdaten die Leistung von OECD-Ländern in Hinblick auf die Unterstützung für ältere Menschen, am Erwerbsleben teilzuhaben. Er gibt an, welche potenziellen wirtschaftlichen Gewinne verfügbar wären, wenn die Beschäftigungsquote der über 55-Jährigen auf das Niveau der drei führenden Länder Island, Neuseeland und Israel gesteigert werden könnte.

Zwischen 2015 und 2050 wird die Anzahl der Menschen ab 55 Jahren in den 35 OECD-Ländern um fast 50 Prozent auf mehr als 500 Millionen ansteigen. Die aktuellen Beschäftigungsquoten für 55- bis 64-jährige Arbeitnehmer unterscheiden sich in der OECD enorm und reichen von 84 Prozent in Island und 78 Prozent in Neuseeland bis zu 38 Prozent in Griechenland und 34 Prozent in der Türkei. In Österreich sind rund 51 Prozent der Menschen zwischen 55 und 64 Jahren beschäftigt, über 65 Jahren rund 9 Prozent. Die Steigerung der Beschäftigungsquote auf das Niveau von Neuseeland könnte z.B. zu einer langfristigen wirtschaftlichen Verbesserung im gesamten OECD-Raum von etwa 3 Billionen Euro führen.

Bianca Flaschner: „Eine höhere Lebenserwartung ist natürlich positiv. Eine alternde Bevölkerung übt jedoch enormen finanziellen Druck auf die Gesundheits-, Sozialversicherungs- und Pensionssysteme aus, dieser wird in den nächsten Jahren zunehmen. Um die höheren Kosten auszugleichen, sollten ältere Arbeitnehmer unserer Ansicht nach ermutigt und unterstützt werden, länger erwerbstätig zu bleiben. Dadurch würden das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Kaufkraft der Verbraucher und die Steuereinnahmen steigen. Zugleich würde es die Gesundheit und das Wohlbefinden älterer Menschen verbessern, indem sie geistig und körperlich aktiv bleiben.‟

Möglichkeiten für Regierungen, diese Vorteile zu erreichen, umfassen unter anderem Reformen des Pensionssystems und die Schaffung finanzieller Anreize für einen späteren Pensionseintritt – Schritte, die in einigen Ländern bereits hohe Priorität haben. Wesentlich ist, dass die Spitzenreiter im Index eine Reihe von Gemeinsamkeiten aufweisen: ein Arbeitsmarkt, der flexibles Arbeiten unterstützt sowie die Implementierung von Reformen, die sich an ältere Arbeitnehmer richten, z.B. die Umgestaltung von Arbeitsplätzen, um körperlichen Anforderungen gerecht zu werden. Zu den erfolgreichen Maßnahmen der Regierungen zählen ein höheres Pensionseintrittsalter, Unterstützung für flexible Arbeitsmodelle, eine höhere Flexibilität bei Pensionen und weitere Schulungs- und Unterstützungsmaßnahmen, um ältere Arbeitnehmer zu digitalen Nutzern zu machen. Neue Arbeitskonzepte - inklusive wertvolle Auszeiten -, die den Erhalt der Leistungsfähigkeit ermöglichen sowie ältere Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer für den zukünftigen Arbeitsmarkt attraktiv machen, werden dabei unabdingbar sein.

Um Regierungen bei den richtigen Maßnahmen zu unterstützen, hat PwC den diesjährigen Golden Age Index dazu genutzt, eine statistische Analyse der zugrunde liegenden Faktoren für höhere Beschäftigungsraten von älteren Arbeitnehmern in den 35 OECD-Staaten durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Analyse zeigen, dass finanzielle Anreize wie die Pensionspolitik und Vorteile für Familien die Entscheidung für eine längere Erwerbstätigkeit beeinflussen können. Eine längere Lebenserwartung wird mit einem längeren Arbeitsleben verbunden. Die Studie zeigt zudem, dass flexible Arbeits- und Altersteilzeitoptionen sich für Arbeitgeber auszahlen können. Das gilt ebenso für die Umgestaltung von Fabriken, Büros und Arbeitsplatzbeschreibungen, um den geänderten Anforderungen und Präferenzen älterer Arbeitnehmer gerecht zu werden.

Ein weiterer Bereich, der im aktuellen Golden Age Index untersucht wird, betrifft die Auswirkungen der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) und verwandter Automatisierungstechnologien am Arbeitsplatz auf ältere Arbeitnehmer. Es zeigt sich, dass diese Technologien für die über 55-Jährigen sowohl wachsende potenzielle Möglichkeiten als auch Herausforderungen bedeuten. Bis zu 20 Prozent der vorhandenen Arbeitsplätze älterer Arbeitnehmer könnten in den kommenden zehn Jahren durch Automatisierung wegfallen. Daher sind Umschulungen und lebenslanges Lernen entscheidend, um älteren Arbeitnehmern zu ermöglichen, von den zahlreichen neuen Arbeitsmöglichkeiten zu profitieren, die künstliche Intelligenz und verwandte Technologien entstehen lassen.

Bianca Flaschner: „KI-Technologie kann das Wirtschaftswachstum stärken, die Nachfrage nach Arbeitskräften erhöhen und eine Verlängerung des Erwerbslebens unterstützen, z. B. durch die Nutzung digitaler Plattformen, die älteren Arbeitnehmern ermöglichen, ihre Fertigkeiten breiter zu vermarkten. Unsere Schätzungen legen jedoch nahe, dass ältere Arbeitnehmer durch die Automatisierung von Arbeitsplätzen einem höheren Risiko ausgesetzt sind als andere Altersgruppen. Dabei sind bis zu 20 Prozent der bestehenden Arbeitsplätze von über 55-Jährigen in den nächsten zehn Jahren durch eine potenzielle Automatisierung bedroht. Maßnahmen zur Unterstützung von lebenslangem Lernen und Umschulungen für ältere Arbeitnehmer werden entscheidend sein, wenn es darum geht, die Vorteile dieser Technologien zu maximieren und die Kosten zu mindern.‟

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Isabel Bader

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Corporate Communications, PwC Austria

Lukas Stieger

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