Klimaberichterstattung österreichischer Unternehmen

Klimabezogene Berichterstattung: Österreichische Unternehmen stehen noch am Anfang

Durch den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft sowie durch die unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels ergeben sich neue Risiken und Chancen, die sich unmittelbar auf die Geschäftstätigkeit, Strategie und Finanzplanung von Unternehmen auswirken können. Daher  steigt die Nachfrage von Investoren, Kreditgebern und Versicherern nach Transparenz über die finanziellen Implikationen des Klimawandels, wie sich u.a. an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) zeigt.

Die Studie von PwC Österreich analysiert den Umfang der Berichterstattung österreichischer Unternehmen bezüglich der Offenlegung klimabezogener Informationen.

Die wichtigsten Kennzahlen

Nur etwa 16% der Unternehmen berichten explizit und transparent über klimabezogene Governance-Prozesse.

  • Rund 40% der Unternehmen erwähnen weder explizit noch implizit klimabezogene Chancen oder Risiken.
  • Häufiger werden klimabezogene Risiken berichtet.
  • Nur 1 Unternehmen berichtet, eine Szenarioanalyse bei strategischen Planungen berücksichtigt zu haben. 

Nur etwa 3 von 10 Unternehmen beschreiben zumindest ansatzweise die Prozesse zur Identifizierung, Bewertung und Steuerung von Risiken bedingt durch den Klimawandel.

Ein Drittel der Unternehmen formuliert ein quantitatives Ziel für mindestens eines der klimabezogenen Kennzahlen. Science Based Targets finden in der Praxis noch kaum Anwendung.

Unsere Empfehlungen

  • Anforderungen verstehen: Überblick über die unterschiedlichen nationalen und internationalen Anforderungen und Stakeholdererwartungen verschaffen
  • Reifegrad analysieren: Reifegradanalyse hinsichtlich der TCFD-Anforderungen bzw. EU-Leitlinien durchführen, Handlungsfelder identifizieren und je nach unternehmensindividueller Situation priorisieren
  • Risiken und Chancen evaluieren: Vom qualitativen Erst-Assessment zur umfassenden Szenarioanalyse vorarbeiten und so die Auswirkungen auf Strategie, Geschäftsmodell und Finanzplanung verstehen
  • Strategie formulieren: Klimabezogene Chancen und Risiken in der Unternehmensstrategie berücksichtigen um Klimaresilienz und Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten
  • Prozesse und Strukturen definieren: Weiterentwicklung von Governance-Strukturen und Verantwortlichkeiten sowie Risikomanagement- und Reporting-Prozessen zur Umsetzung der klimaresilienten Unternehmensstrategie sicherstellen
  • Informationen offenlegen: Qualitative und quantitative Informationen für externe Stakeholder nachvollziehbar aufbereiten und in bestehende Berichte integrieren

Unternehmen, die am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind, sollten natürlich auch möglichst schnell aktiv werden. Das sind im Grunde jene, für die es auch sektorspezifische TCFD-Empfehlungen gibt oder deren Kunden/ Lieferkette in diesen Bereichen liegt. International berichten bislang insbesondere der Finanzsektor (Banken) und der Energiesektor proaktiv über die Risiken und Chancen des Klimawandels für die Geschäftstätigkeit des Unternehmens.

Nicole Röttmer, Partnerin von PwC Deutschland (Climate Excellence)

Es ist wichtig, sich nicht nur auf die Risiken zu versteifen, sondern sich auch zu fragen, welchen Beitrag das Unternehmen zur Lösung der Klimakrise leisten kann. Es geht darum Chancen für neue Geschäftsfelder und Technologieoptionen wahrzunehmen.

Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender Verbund AG

Climate Excellence: Unternehmen fit machen für den Klimawandel

Das Szenarioanalyse-Tool von PwC dient zur Identifizierung von Klimarisiken und -chancen und als Grundlage der Klimaberichterstattung.

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Kontakt

Agatha Kalandra

Partnerin, Head of Management Consulting, PwC Austria

Tel: +43 1 501 88-2965

Birgit Haberl-Arkhurst

Sustainability Expert, PwC Austria

Tel: +43 1 501 88-2988

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