Die Compliance-Funktion im Wandel

Steuerexperten bewerten Digitalisierungsmaßnahmen der Finanzverwaltung mehrheitlich positiv. Die Teilnehmer an unserer Blitz-Umfrage wünschen sich einfache Prozesse, sichere Systeme und Transparenz.

Die Finanzverwaltung wird digital

Initiativen wie die Online-Anträge oder das Unternehmensserviceportal ermöglichen es Unternehmen, immer mehr Verwaltungsaufgaben online, (teil-)automatisiert oder selbstständig durchzuführen. Doch was bringen diese Maßnahmen? In unserer Blitzumfrage haben wir 74 österreichische Steuerexperten zur Digitalisierung der Compliance-Funktion befragt. Insgesamt bewerten sie die Initiativen zur Digitalisierung der Compliance als positiv bzw. arbeitserleichternd (58 %) oder neutral (26 %). Nur für 16 % sind sie negativ und arbeitserschwerend.

Konkrete Initiativen kommen unterschiedlich gut an. Umfrageteilnehmer beurteilen neue FinanzOnline Features (Online-Anträge, Meldepflichten etc.), das Unternehmensserviceportal (USP) sowie eine mögliche Einführung eines Standard Audit File-Tax als überwiegend positiv oder neutral. Dagegen bewertet knapp die Hälfte die Registrierkasse als negativ, zeitaufwendig.

Drei wesentliche Herausforderungen

Auf die Frage, welche Herausforderungen und Risiken mit diesen Maßnahmen einhergehen, nennen Steuerexperten die Datensicherheit bzw. den Schutz vor Datenverlust (40 %), die erhöhte Transparenz im Sinne des „gläsernen Steuerpflichtigen“ (33 %) sowie einen zeitlichen Mehraufwand für den Anwender (21 %). Einzelnennungen stellen den Wunsch nach einem gleichbleibenden Beratungsangebot in den Vordergrund.

53 % der Befragten sind der Ansicht, dass die Kosten des Unternehmens mit der Einführung digitaler Mittel zur Erfüllung von Meldeverpflichtungen angestiegen sind. 25 % verneinen die Frage nach einem Anstieg der Kosten, der Rest (22 %) kann sie nicht beantworten.

Nutzerfreundlichkeit und Transparenz

Nach Meinung der Umfrageteilnehmer sollten Finanzverwaltungen bei der Digitalisierung der Compliance-Funktion einfache und zeitsparende Prozesse anbieten (46 %), Systemsicherheit und Datenschutz garantieren (27 %) sowie Transparenz in der Vorgehensweise schaffen (23 %).

Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Robotics werden auch in der Finanzverwaltung immer bedeutsamer. In Zukunft wird es notwendig sein, Nutzerfreundlichkeit und Transparenz, etwa hinsichtlich der Auswahl von Risikoprüfungen, in den Fokus zu stellen und gleichzeitig den Schutz der Daten und das Arbeiten auf sicheren Plattformen zu gewährleisten. So profitieren sowohl Unternehmen als auch Finanzverwaltungen von den Möglichkeiten der Digitalisierung.

Kontakt

Gerald Dipplinger
Partner, PwC Austria
Tel: +43 1 501 88-3648
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