Skip to content Skip to footer
Search

Loading Results

„CEOs glauben wieder an den Aufschwung“

28/03/21

Ein Rekordhoch des Optimismus und wenig Sorge vor Pandemien: Die Österreich-Ergebnisse der 24. CEO Survey von PwC überraschen.

Was dahintersteckt und wie der Aufschwung tatsächlich gelingen kann, darüber spricht Peter Perktold, CEO und Senior Partner bei PwC Österreich.

Für unsere Exportnation und unsere heimischen Unternehmen gilt es jetzt, bisherige Prozesse zu evaluieren und neu zu denken.

Peter Perktold, CEO und Senior Partner bei PwC Österreich
Die 24. Ausgabe der Global CEO Survey von PwC zeigt ein Rekordhoch des Optimismus. Ist diese Einschätzung gerechtfertigt?

Auch wenn das Kernergebnis unserer CEO Survey angesichts der aktuellen Situation auf den ersten Blick erstaunt, tut diese Einschätzung gut: Sie verdeutlicht eindrucksvoll, dass CEOs weltweit und auch in Österreich nach einem derart schwierigen Jahr wieder an den Aufschwung glauben. Viele Prognosen sprechen mittlerweile auch für eine solch positive Grundhaltung. Die Erholung in Österreich werden wir aber nicht in allen Branchen in gleicher Qualität und Geschwindigkeit sehen.

Welche Branchen werden die Krise voraussichtlich besser bewältigen, welche schlechter?

Eine Analyse auf globaler Ebene zeigt große Unterschiede in der Wachstumserwartung nach Branchen. CEOs aus dem Technologie- bzw. Telekommunikationssektor sind zu 45 Prozent bzw. 43 Prozent „sehr zuversichtlich“, im Jahr 2021 ein Umsatzwachstum in ihrem Unternehmen erzielen zu können. Am wenigsten optimistisch zeigen sich CEOs weltweit in den Branchen Transport und Logistik und im Gastgewerbe und Freizeitsektor.  Veränderung und Wandel hat es immer gegeben. Neu ist das Tempo, mit welchem Transformation passiert. Unternehmen aller Branchen sind daher gefordert, sich schnell anzupassen und die Situation für sich zu nutzen. Erfolgreich ist, wer seine Lieferkette an die neuen Gegebenheiten anpasst, das Vertrauen der Stakeholder aufrecht erhält und das Verhalten und die Erwartungen von Kundinnen und Kunden genau beobachtet.


International zählen Pandemien und Gesundheitskrisen zu den größten wahrgenommenen Bedrohungen – anders in Österreich. Wie lassen sich diese Unterschiede erklären?

Die meisten heimischen CEOs sehen die Auswirkungen der Pandemie nicht mehr als entscheidende Bedrohung für ihr Unternehmenswachstum. Vielmehr steht in Österreich mit der staatlichen Überregulierung traditionellerweise ein bekanntes Thema an der Spitze der größten Herausforderungen. Aber auch die Sorge vor Cyberkriminalität rückt gerade in letzter Zeit immer stärker in den Fokus. COVID-19 hat der virtuellen Kriminalität neuen Aufwind verliehen. In Österreich besteht offensichtlich Handlungsbedarf im Umgang mit Cyberangriffen.

Für 30 Prozent der CEOs weltweit stellt der Klimawandel eine Bedrohung für das eigene Unternehmen dar, verglichen mit 24 Prozent im Vorjahr. In Österreich sorgen sich dagegen nur 14 Prozent um den Klimawandel, gleichbleibend wenige wie im Vorjahr. Woran liegt das?

Dies mag daran liegen, dass österreichische CEOs den Klimawandel im Vergleich zu anderen Bedrohungen wie der Pandemie, Überregulierung und Cyber-Bedrohungen zu wenig als unmittelbare Bedrohung für das Wachstum wahrnehmen. Unsere Studie zeigt, dass Österreich in vielen Klima-Belangen deutlich vor dem globalen Durchschnitt liegt. Trotzdem planen laut unserer Studie derzeit nur 19 Prozent der österreichischen CEOs signifikante Investitionen in Nachhaltigkeitsinitiativen. Hierzulande haben sich aufgrund der Pandemie zumindest kurzfristig die Prioritäten verschoben.

CEOs weltweit und in Österreich sind optimistisch, dass ihr Unternehmen 2021 wachsen wird. Worauf kommt es jetzt an, damit das gelingen kann?

In der Krise müssen Unternehmen besonders flexibel und mutig agieren, um konkurrenzfähig zu bleiben – das macht jede Krise auch zu einer Chance. Gerade für unsere Exportnation und unsere heimischen Unternehmen gilt es jetzt, bisherige Prozesse zu evaluieren und neu zu denken. Dazu braucht es vor allem Mut, Flexibilität und Innovationsgeist. CEOs stehen vor zwei grundlegenden Herausforderungen. Sie müssen Vertrauen bei ihren Stakeholdern aufbauen, deren Erwartungen an Unternehmen höher sind als je zuvor. Und sie müssen ihr Unternehmen anpassen und nachhaltige Ergebnisse liefern in einem Umfeld, das sich laufend verändert. Gelingt ihnen das, so gehen sie stärker, widerstandsfähiger und produktiver in die Zukunft und werden besser in der Lage sein, künftigen Disruptionen standzuhalten.

Kontakt

Peter Perktold

Peter Perktold

Senior Partner, PwC Austria

Tel: +43 1 501 88-3345