PwC-Studie „Emerging Trends in Real Estate Europe 2010“

PwC: Wien unter den Top 10 der europäischen Immobilienstandorte

Die europäische Immobilienbranche befindet sich auf einem langen, beschwerlichen Weg in Richtung Erholung

  • München, Hamburg, Paris und London auf den Plätzen 1 bis 4
  • Wien auf Platz 5 vor Mailand, Istanbul, Berlin, Rom und Frankfurt

Für Wien hat sich der Wind auf dem Immobilienmarkt in eine positive Richtung gedreht: Beim Investment-Ranking konnte sich die Donaumetropole von Platz 17 auf Platz 5 verbessern und liegt damit unter den Top 10 vor Mailand, Istanbul, Berlin, Rom und Frankfurt. Im Segment der Projektentwicklungen liegt Wien jetzt auf Platz 7. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Emerging Trends in Real Estate® Europe 2010“, die heute von PricewaterhouseCoopers gemeinsam mit dem Urban Land Institute (ULI) veröffentlicht wurde. Erleichterungen bei der Kreditvergabe und die Stabilisierung der Immobilienwerte werden die Lage am europäischen Immobilienmarkt 2010 verbessern, aber der Aufschwung wird nur langsam und
stockend vonstatten gehen.

Da Wien sehr ähnliche Charakteristika aufweist wie die führenden deutschen Städte, sind es vor allem deutsche Investoren, die Wien sehr positiv bewerten. Das führt zu einer verbesserten Grundstimmung in Punkto Immobilieninvestments und einer stabilen Einschätzung bezüglich neuer Projektentwicklungen. Während bedeutende Städte im Ranking abgefallen sind, konnte sich Wien sowohl bei der Rendite von bestehenden Immobilieninvestitionen als auch bei Neuakquisitionen und Projektentwicklung vom Mittelfeld in die Top 10 Immobilienstandorte katapultieren.

Bereits zum siebten Mal analysierten PricewaterhouseCoopers und das Urban Land Institute (ULI) gemeinsam den europäischen Immobilienmarkt. Der Report „Emerging Trends in Real Estate® Europe 2010“ basiert auf schriftlichen Befragungen und persönlichen Interviews mit über 640 führenden Entscheidungsträgern der Branche; darunter Investoren, Projektentwickler, Banken und Immobilienverwalter. Die Studie gibt einen Ausblick auf Investment- und Entwicklungstrends, Immobilien- und Kapitalmärkte, Ballungsräume und andere für den europäischen Immobilienmarkt relevante Themen. Die überwiegende Mehrheit der Befragten mahnt zur Vorsicht, da die Zukunft der europäische Wirtschaft aufgrund der hohen Arbeitslosenrate und niedrigen Konsumausgaben weiterhin unsicher bleibt.

Außerdem weist der Report darauf hin, dass in den nächsten Jahren massive Refinanzierungen in Höhe von hunderten Milliarden Euro anstehen. Die Branche gibt sich weiterhin zögerlich, da derzeit nicht abzusehen ist, wie die weitere Entwicklung aussehen wird. Werden die Banken Immobilienbestände in die Bücher nehmen und notleidende Kredite verkaufen oder werden sie ihre Abwartestrategie fortsetzen? Die Herausforderungen an den Immobiliensektor sind mit großer Unsicherheit darüber verbunden, wie und wann die europäischen Regierungen der Wirtschaft ihre massiven staatlichen Unterstützungspakete wieder entziehen werden. Ein zu abrupter Abzug der Unterstützung könnte die wirtschaftliche Erholung behindern und die Wirtschaft sogar wieder in die Rezession treiben.

„Die Erholung der europäischen Wirtschaft kündigt sich an, sie wird aber sehr schleppend und stockend vor sich gehen“, so Wolfgang Vejdovsky, Leiter Real Estate Advisory bei PwC PricewaterhouseCoopers Österreich. „Es geht langsam wieder bergauf. Inwieweit sich die Werte erholen werden, hängt davon ab, wo sich Europa wirtschaftlich im globalen Wettbewerb positionieren kann.“ Generell wird Deutschland im europäischen Kontext aufgrund seiner großen Wirtschaftskraft als aussichtsreicher Investment- und Entwicklungsmarkt angesehen. München und Hamburg sind, wie schon im Vorjahr, die führenden Städte für bereits bestehende Immobilieninvestitionen. Die breit diversifizierte Wirtschaft und das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage eröffnen in den Büromärkten beider Städte attraktive Investmentmöglichkeiten.

Absteiger des Jahres ist Moskau. Nach Einschätzung der befragten Immobilienexperten leidet die Metropole unter einem hohen Leerstand, der vor allem auf das Abflauen des Ölbooms und die damit verbundenen volkswirtschaftlichen Probleme Russlands zurückzuführen ist. In Summe fiel Moskau im Ranking um 17 Plätze auf Rang 23.

Warschau dagegen zeigt trotz stärkeren Drucks auf Mieten und Auslastung positive Tendenzen durch gute Akquisitionsmöglichkeiten und hohe Inlandsnachfrage.

Wie bereits im Krisenjahr 2009 ist Kapital nach Einschätzung der Immobilienexperten auch weiterhin knapp. Für 2010 erwarten rund 85 Prozent der Befragten eine nicht ausreichende Versorgung mit Fremdkapital, fast die Hälfte sieht die Branche sogar in einer Kreditklemme. Etwas besser sind die Perspektiven bei der Eigenkapitalfinanzierung. Immerhin jeder vierte sieht Kapitalangebot und -nachfrage im Gleichgewicht, knapp 14 Prozent registrieren sogar ein Überangebot an verfügbarem Kapital.

Nachdem sich viele institutionelle Investoren im vergangenen Jahr kaum am Markt engagiert haben, suchen sie 2010 intensiv nach neuen Anlagemöglichkeiten für die aufgestaute Liquidität. Insbesondere für so genannte opportunistische Investoren, die auf die Übernahme notleidender Investments spezialisiert sind, haben sich im vergangenen Jahr jedoch nicht die Investitionsmöglichkeiten ergeben, die von vielen Marktteilnehmern erwarteten wurden.

Der Report beobachtet einen Trend zur Investition in vertraute Märkte. „Transparenz und Liquidität – Vorzüge, die sowohl für London als auch für Paris zutreffen – ziehen Investoren an, für die andere Märkte erst gar nicht in Frage kommen“, so Vejdovsky, „London und Paris stoßen auch auf starkes Interesse von außereuropäischen Investoren. Das Jahr 2010 steht ganz unter dem Motto Sicherheit und Risikovermeidung.“

 

Rang 2010* Stadt Bewertung der Ertragsperspektiven**
1 (1) München 5,61
2 (5) London 5,52
3 (2) Hamburg 5,38
4 (8) Paris 5,32
5 (3) Istanbul 5,14
6 (17) Wien 5,09
7 (9) Berlin 5,05
8 (18) Mailand 4,98
9 (10) Frankfurt 4,93
10 (13) Warschau 4,89

*Rang 2009 in Klammern
** Durchschnittsnote auf einer Skala von 1 („katastrophal“) bis 9 („hervorragend“)

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