„Wirtschaftsstandort Österreich: Alarmstufe rot“

Aslan Milla, Senior Partner bei PwC Österreich, über düstere Standortaussichten und warum die Hoffnung heimischer CEOs im eigenen Unternehmen ruht.

 

Die Ergebnisse des 19. Global CEO Survey zeigen: Österreichs Top-Manager gehen mit sehr gemischten Gefühlen in das Jahr 2016. Ist nach der Krise vor der Krise?
Leider kündigte sich dieser Pessimismus bereits in den vergangenen Jahren sichtlich an. Die Schuldenkrise der Euroländer, der Verfall der Ölpreise und anhaltende Ängste in Bezug auf die geopolitische Lage bewirken eine zunehmende Unsicherheit, die sich auch spürbar auf die globalen Wachstumsaussichten auswirken. Ein besonders alarmierendes Bild bietet die Einschätzung zum Wirtschaftsstandort Österreich. So sehen nur 38 Prozent der Befragten mehr Wachstumschancen als noch drei Jahre zuvor, hingegen 59 Prozent einen ernst zu nehmenden Zuwachs an Bedrohungen für das eigene Unternehmen.
 

Gibt es auch positive Signale?
Deutlich mehr Vertrauen als in die Weltwirtschaft und den heimischen Standort haben österreichische Manager in das eigene Unternehmen. 44 Prozent der befragten CEOs sind „sehr zuversichtlich“, dass ihr Unternehmen 2016 weiter wachsen wird. Damit liegt Österreich spürbar über dem globalen Schnitt und noch weit vor dem großen Nachbarn Deutschland. Die Ergebnisse zeigen aber auch klar: Beim Wirtschaftsstandort Österreich herrscht Alarmstufe rot. Trotz dessen alarmierend schlechter Bewertung haben heimische CEOs ihren Glauben in das eigene Unternehmen nicht verloren. Diese Zuversicht äußert sich auch in der Personalstrategie der Unternehmen. Fast zwei Drittel der CEOs planen in den kommenden zwölf Monaten mehr Personal einzustellen. Auch hier setzt Österreich klare Signale und übersteigt den globalen Schnitt sowie Deutschland deutlich.
 

Was steht auf der Sorgen-Agenda heimischer CEOs an der Spitze?
Tatsächlich sorgen sich 81 Prozent der Unternehmen wegen der steigenden Steuerbelastung in Österreich, was vergleichsweise nur 41 Prozent der deutschen CEOs beunruhigt. Aber auch Überregulierung (78 %) und die Reaktion der Regierung auf das Haushaltsdefizit und die Schuldenlast (78 %) versetzen die heimische Wirtschaft in Alarmbereitschaft. Drei Viertel der Befragten (72 %) bewerten das österreichische Steuersystem als unverständlich, ineffektiv und unstabil. Spannend: Obwohl die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal CEOs rund um die Welt beunruhigt, sehen heimische CEOs zumindest derzeit kaum ein Problem darin, Fachkräfte zu finden – nur rund ein Viertel hat hier Sorgen.

 

 

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