Talente finden, fördern und halten

Claudia Grabner, Partnerin und Expertin für Personalmanagement bei PwC Österreich, über Talentmanagement und die neuen Anforderungen an die Personalstrategie.


Was sind die größten Probleme, die Unternehmen bei ihrem Talentmanagement lösen müssen?

Das größte Problem ist die begrenzte Verfügbarkeit von geeigneten Kandidaten mit den benötigten Skills. Besonders in den Schwellenländern finden Unternehmen nicht genügend qualifizierte Arbeitskräfte. Eine weitere Sorge: Talenten mit den richtigen technischen Fertigkeiten fehlt es oft an Flexibilität und Kreativität.


Was planen die Unternehmen, um die Situation zu verbessern?

Mehr als 70 Prozent der deutschen Vorstandschefs wollen mehr Nachwuchskräfte ins Ausland schicken. Das löst aber nicht das Problem: Mittelfristig müssen Unternehmen auch die Mitarbeiter vor Ort in die Lage versetzen, Führungspositionen zu übernehmen. Nur die „Locals“ kennen die kulturellen Besonderheiten und die Art, wie man vor Ort Geschäfte macht. Einige deutsche Firmen tun dies bereits mit dem Export erfolgreicher Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme in diese Länder. Mitarbeiter mit Arbeitserfahrung in mehr als einem Land werden immer attraktiver auf dem Arbeitsmarkt.


Welche Anpassungen der Personalstrategie sind nötig?

Verbessert werden muss die Ansprache spezifischer Zielgruppen. Frauen beispielsweise legen Wert auf eine grundsätzliche Vereinbarkeit von Karriere und Familie. In puncto Frauenförderung gibt es noch einiges zu tun. Gleiches gilt für die Ansprache jüngerer Mitarbeiter. Die „Digital Natives“ wollen in gleichberechtigten Teams arbeiten. Dazu gilt es das Führungsverhalten zu ändern, Hierarchien aufzubrechen und eine flexiblere, offenere und leistungsbezogenere Zusammenarbeits­kultur zu schaffen, aber auch eine schnelle, informative und digitale Mitarbeiterkommunikation durch alle Ebenen hindurch.

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Claudia Grabner
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