Integrated Reporting – Die Zukunft der Unternehmensberichterstattung in Österreich

Was zeichnet eine gute Unternehmensberichterstattung aus? Die Erwartungen der Stakeholder sind gestiegen, das derzeitige Reporting österreichischer Unternehmen wird ihrem Informationsbedarf nicht mehr gerecht. Investoren wissen, dass die Erzielung von Gewinnen, die nicht im Einklang mit einer gesellschaftlichen Nachhaltigkeit erwirtschaftet werden, im besten Fall kurzfristig erzielbar sind und fordern dementsprechend Informationen über die Einbettung des Unternehmens in das gesellschaftliche Gefüge.

Experten für Unternehmensberichterstattung sind sich einig, dass die Zukunft der Berichterstattung im Integrated Reporting (integrierte Berichterstattung, 〈IR〉) liegen sollte, d. h. in der konsequenten Verknüpfung von Finanzdaten und nicht-finanziellen Informationen über die vergangene und zukünftige Wertschöpfung eines Unternehmens.

Die gesetzlichen Anforderungen in Österreich an eine Unternehmensberichterstattung und auch die darüber hinausgehenden Vorgaben an eine nicht-finanzielle Berichterstattung sind derzeit für sich jeweils allein stehende Anforderungen. Eine Vernetzung findet bislang kaum statt. Dies führt zu Redundanzen, einem Aufblähen des Umfangs und erhöht die Komplexität der Berichterstattung. Zur Vermeidung dieser Schwachstellen sollten die verschiedenen Berichterstattungserfordernisse inhaltlich miteinander verbunden werden.

Im Dezember 2013 hat der International Integrated Reporting Council (IIRC) „The International 〈IR〉 Framework“ mit dem Ziel veröffentlicht, ein international einheitliches und flexibles Rahmenkonzept für eine globale Neuausrichtung der Unternehmensberichterstattung zu schaffen. Mit Veröffentlichung des 〈IR〉 Rahmenkonzepts existiert nun eine internationale konzeptionelle Leitlinie für eine effiziente und zweckmäßige integrierte Berichterstattung.

Integrated Reporting im Sinne des IIRC ist ein Prozess, der auf einem Integrated Thinking basiert und in der Aufstellung eines Berichterstattungsinstruments mündet, das sowohl das herkömmliche Financial Accounting als auch qualitative Informationen zum Unternehmen sowie die Bereitstellung von nicht-finanziellen Jahresabschlusskennzahlen vereint. Die aufeinander abgestimmte Darstellung der Strategie, des Geschäftsmodells, der Leistung und der Unternehmensführung versetzt die Adressaten der Berichterstattung in die Lage, die Fähigkeit des Unternehmens zur Schaffung von zukünftigem Wert besser einschätzen zu können.

PwC hat zusammen mit der WU Wien erstmalig eine Untersuchung durchgeführt welchen Entwicklungsstand österreichische Unternehmen bzgl. eines Integrated Reporting haben. Anhand einer Analyse aller Jahresberichte von ATX Prime-Unternehmen und dem Vergleich mit deutschen DAX 30-Unternehmen wird untersucht, inwieweit ein Integrated Reporting auch bei österreichischen Unternehmen bereits umgesetzt ist und in welchen Bereichen es in Hinblick auf das 〈IR〉 Rahmenkonzept noch Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Die Studie zeigt, dass zwar der Großteil der Informationen schon jetzt an die Jahresabschlussadressaten berichtet wird, aber die Vernetzung und ganzheitliche Darstellung der Berichtselemente noch nicht in allen Bereichen abgeschlossen ist. Deutschland liegt bei der Etablierung des Integrated Reporting demgegenüber bereits voraus.