Der Prüfungsturbo

Die Digitalisierung beschleunigt zwar die Sachverhaltsaufnahmen bei Betriebsprüfungen, führt aber trotzdem zu Mehraufwand für viele Unternehmen.


Die fortschreitende Digitalisierung wirkt sich auch auf Betriebsprüfungen aus. Der digitale Datenzugriff durch den Betriebsprüfer ist in den meisten Firmen Alltag. Die Folgen liegen für Martin Spornberger, Steuerexperte bei PwC Österreich, auf der Hand: „Die Digitalisierung ermöglicht der Betriebsprüfung einen besseren Überblick über die zu prüfenden Sachverhalte. Damit verbleibt mehr Zeit für weitergehende Nachforschungen.“ 

Damit offenbarte die aktuelle PwC-Studie „Betriebsprüfung 2015“ einen erstaunlichen Effekt: Die Digitalisierung vereinfacht und beschleunigt die Betriebsprüfung, bringt aber gleichwohl Mehraufwand für viele Unternehmen mit sich. „Das führt in der Praxis zu mehr Fragen der Prüfer“, so Martin Spornberger. So stellen große Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern, bei denen praktisch fast immer digital geprüft wird, keinerlei Verringerung des Aufwands bei Betriebsprüfungen fest.
 

„Die Prüfer bekommen die Daten auf dem Tablett serviert und können sich bestens vorbereiten. Die dadurch eingesparte Zeit verwenden sie offensichtlich dazu, intensivere Sachverhaltswürdigungen und Prüfungen vorzunehmen.“

Martin Spornberger


Im Gegenteil: Zahlreiche der Befragten erleben, dass der Aufwand etwas (39 %) oder deutlich (50 %) zugenommen hat. „Die Prüfer bekommen die Daten auf dem Tablett serviert und können sich bestens vorbereiten. Die dadurch eingesparte Zeit verwenden sie offensichtlich dazu, intensivere Sachverhaltswürdigungen und Prüfungen vorzunehmen“, so die Erfahrung von Martin Spornberger. „Für Unternehmen bedeutet das: mehr Erklärungsbedarf, mehr Aufwand an Zeit und Kapazitäten sowie mehr Kosten.“

Womöglich auch, weil die Digitalisierung längst nicht bei der Verwaltung von Betriebsprüfungen durch die Firmen Eingang gefunden hat. So werden Betriebsprüfungsanfragen nach wie vor von nicht einmal jedem zweiten Unternehmen elektronisch verwaltet und überwacht. Dabei geht es längst anders. „Die Digitalisierung der Betriebsprüfung durch intelligente Datenbanken bietet großes Potenzial für die Effizienzsteigerung von Betriebsprüfungen“, weiß Martin Spornberger.

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