"Automatischer Informationsaustausch" zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung

US FATCA, EU-Amtshilfe, EU-Zinsrichtlinie, OECD TRACE und OECD Common Reporting Standard (CRS) gegen Steuerhinterziehung

Der Begriff “Automatischer Informationsaustausch” ist zu einem „buzzword“ für den Austausch von Steuerinformationen geworden, um Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Ausgehend von US FATCA haben sich zahlreiche weitere Regime herausgebildet, mit denen dieses Ziel auf europäischer - und globaler Ebene - verfolgt wird.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hatte weitreichende Folgen auf die Staatsverschuldung von Industrienationen. Um Budgetdefizite zu reduzieren und Steuereinnahmen zu generieren steht die Bekämpfung von Steuerhinterziehung ganz oben auf der Agenda von Regierungen. Mit dem Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) wurde bereits 2010 die Besteuerung von Kapitaleinkünften transparenter gemacht. Mit Stichtag 1. Juli 2014 müssen Finanzinstitute weltweit die Vermögenswerte von US-Kunden gegenüber der amerikanischen Steuerbehörde offenlegen. Weiterführende Informationen dazu finden Sie auf dem globalen PwC FATCA Portal.

Die Initiativen der Europäischen Union

Mit der Reform der EU-Zinsrichtlinie und der EU-Amtshilferichtlinie versucht die EU die Transparenz in Steuerangelegenheiten bis 2015 zu erhöhen. Dabei spielt auch die US-FATCA eine besondere Rolle, da aufgrund der “Meistbegünstigungsklausel” (Art. 29) der Amtshilferichtlinie (Council Directive on Administrative Cooperation in the Field of Taxation von 2011) jeder Mitgliedsstaat das Recht auf die gleiche Informationsmenge hat, die gegenüber einem Drittstaat übermittelt wird.

OECD TRACE

Im Jänner 2013 hat das Committee on Fiscal Affairs der OECD dem sogenannten “Treaty Relief and Compliance Enhancement (TRACE) Implementation Package” zugestimmt. TRACE umfasst standardisierte Verträge für Länder, die das sogenannte Authorised Intermediary (AI) System einführen möchten. Das AI-System will die administrativen Barrieren für die Quellensteuerrückerstattung beseitigen. Im Zusammenhang mit TRACE gibt es von Seiten der OECD auch Bestrebungen, das AI-System mit FATCA und weiteren Regimen zu harmonisieren, um die Implementierungskosten zu verringern.

Common Reporting Standard (CRS) der OECD - auf globaler Ebene

Im Gegensatz zu den Bestrebungen innerhalb der Europäischen Union wollen die G8/G20 Staaten, einen automatischen Austausch von Steuerinformationen auf globaler Ebene etablieren. In diesem Zusammenhang wurde der OECD von den G8/G20-Staaten ein Mandat für die Entwicklung des sogenannten “Common Reporting Standard” erteilt. Die OECD hat im Zusammenhang mit Themen des “Automatischen Informationsaustauschs” künftig eine tragende Rolle.

Ziel des “Common Reporting Standards” ist es, einheitliche Regeln für den Austausch von Steuerinformationen zu entwickeln. Bilaterale Verträge werden dadurch weitgehend beseitigt. Der neue Standard wird sämtliche Transaktionen und persönliche Informationen enthalten, die eine effektive Besteuerung gemäß den jeweiligen lokalen Gesetzen ermöglichen. Die größere Transparenz in Steuerangelegenheiten soll Steuerzahler in Zukunft vor sogenannten Umgehungshandlungen im Zusammenhang mit deren Steuerverpflichtungen abschrecken. Der “Common Reporting Standard” basiert auf dem FATCA Intergovernmental Agreement (IGA) Modell 1, welches in den letzten Monaten auf breiter Ebene von vielen an FATCA teilnehmenden Staaten mit den USA geschlossen wurde. Ähnlich dem FATCA IGA Modell 1 sollen die betroffenen Finanzinstitute der am CRS teilnehmenden Länder dazu verpflichtet werden, ab 2015 Steuerinformationen zu sammeln und ab 2016 an die lokalen Steuerbehörden zu melden.

Die aktuellste Veröffentlichung zum CRS vom Februar 2014 enthält weitere Details zur genauen Ausgestaltung.

Wie kann PwC Sie unterstützen?

PwC hat sich als globaler Marktführer bei regulatorischen Umsetzungsprojekten positioniert (FATCA, Finanztransaktionssteuern, bilaterale Steuerabkommen, etc.) und kann Sie umfassend bei der Implementierung von Regularien unterstützen. PwC verfolgt einen „one-stop approach“, der schnelle und koordinierte Resultate bringt und bietet eine "end-to-end Unterstützung" in allen Umsetzungsprojekten von Operational Taxes und Regularien. Wir haben für Sie die Expertise, um Vorgaben aus steuerfachlicher Sicht konform umzusetzen. Die Projektunterstützung von PwC bietet Ihnen sowohl den Zugang zur globalen Expertise im Bereich der „Operational Taxes“, als auch den Mehrwert von lokalem Wissen und die genaue Kenntnis des österreichischen Bankenmarkts. Das bringt Ihnen den entscheidenden Vorteil bei allen zukünftigen Herausforderungen, vor denen die Finanzinstitute stehen.

Detailinformationen zu diesem Thema im Financial Services Express Newsletter 23.