Automatischer Informationsaustausch zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung

Aktuelle regulatorische Maßnahmen wie US FATCA, EU-Amtshilferichtlinie, EU-Zinsrichtlinie, OECD TRACE und OECD Common Reporting Standard (CRS) gegen Steuerhinterziehung.

Der Begriff „Automatischer Informationsaustausch” ist zu einem „buzzword“ für den Austausch von Steuerinformationen geworden, um Steuerhinterziehung zu bekämpfen. Ausgehend von US FATCA haben sich zahlreiche weitere Regime herausgebildet, mit denen dieses Ziel auf europäischer und globaler Ebene verfolgt wird.

Regierungen verpflichten sich zum automatischen Informationsaustausch ab 2017

Am 21. Juli 2014 hat die OECD ein Regelwerk mit globalen Standards zum automatischen Austausch von Steuerinformationen über Finanzkonten veröffentlicht.

Alle OECD- und G20-Länder sowie fast alle Finanzzentren haben sich am 29. Oktober 2014 beim Jahrestreffen des Globalen Forums für Transparenz und Informationsaustausch darauf geeinigt, den neuen OECD/G20-Standard umzusetzen, der den automatischen Austausch von Steuerinformationen bereits ab 2017 vorsieht. Die Grundlage dafür bildet das multilaterale Übereinkommen zur gegenseitigen Amtshilfe in Steuersachen.

ECOFIN - Beschluss über die Anpassung der EU-Amtshilferichtlinie

Die Kommission hat im Juni 2013 einen Vorschlag zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU über die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden im Bereich der Besteuerung (Amtshilferichtlinie) veröffentlicht.

Bereits kurz nach der Veröffentlichung des OECD-Standards herrschte zwischen den EU-Staaten eine breite Einigung über eine Umsetzung des automatischen Informationsaustausches auf europäischer Ebene in der EU-Amtshilferichtlinie (DAC).

Die neue Amtshilferichtlinie 2014/107/EU des Rates zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU bezüglich der Verpflichtung zum automatischen Austausch von Informationen im Bereich der Besteuerung wurde beim ECOFIN-Treffen am 9. Dezember 2014 in Luxemburg beschlossen und auf der Website des Europäischen Rats veröffentlicht.

Ziele/Hintergrund

  • Steuerehrlichkeit von in CRS-Teilnehmerstaaten ansässigen Personen erhöhen
  • Bekämpfung der Steuerflucht, basierend auf FATCA Funktionsweise
  • Wirksamwerden der Regelungen stichtagsbezogen (Big-Bang-Approach)

Maßnahmen

  • Meldung von Personen- und Kontodaten sowie Erträgen von im Ausland gehaltenen Konten (Konten, Wertpapierdepots etc.) seitens des Finanzinstituts
  • Automatischer Datenaustausch auf jährlicher Basis zwischen den Teilnehmerstaaten
  • Weiterentwicklung der EU-Zinsrichtlinie

Umsetzung

  • CRS als Völkerrechtliche Vertragsvorlage
  • Umsetzung auf EU-Ebene in der EU-Amtshilferichtlinie
  • Umsetzung in nationales Recht erforderlich
  • Sanktionen: im CRS selbst nicht erhalten, im Zuge der Umsetzung in nationales Recht aber vorgesehen

Überblick betroffener Funktionsbereiche und mögliche Strategien für die Umsetzung: Das gewählte Zielbild für CRS Meldeprozesse beeinflusst den Umsetzungsaufwand im Projekt, die notwendigen Aktivitäten und den Zeitplan:

Überblick, Hintergrund und Funktionsweise sowie mögliche Implementierungsstrategien.

Zur Präsention

Die Vielzahl an teilnehmenden Ländern führt zu hohem Projektaufwand. Mittlerweile haben sich über 90 Länder und Jurisdiktionen zum automatischen Informationsaustausch bekannt. Die Umsetzung des automatischen Informationsaustausches ist anhand von bi- oder multilateralen Vereinbarungen vorgesehen. Aufgrund der enormen Vielzahl an Staaten kommt es zu einem hohen Umsetzungsaufwand für Finanzinstitute.

Nach dem Zeitplan für Early Adopters, also jene Staaten, die sich zu einer raschen Umsetzung bekannt haben, tritt der CRS ab 1. Oktober 2016 schrittweise in Kraft. Auch Österreich hat sich teilweise zum Fahrplan der Early Adopters bekannt.

Österreich wird einen Teil der Informationen bereits ab September 2017 austauschen. Die Datensammlung beginnt ab Oktober 2016 und der vollumfängliche Austausch findet im September 2018 statt. Österreich soll bis zum Inkrafttreten der überarbeiteten Amtshilferichtlinie die Zinsbesteuerungsrichtlinie (EU-Richtlinie 2014/48/EU des Rates vom 24. März 2014 zur Änderung der Richtlinie 2003/48/EG im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen) beibehalten und somit auch das bestehende Quellensteuersystem anwenden. Im Abschluss geht man zur Meldung gemäß DAC bzw. CRS über.

Die Implementierung des automatischen Informationsaustausches in nationales Recht in Österreich (in diversen nationalen Gesetzen wie EU-Amtshilfegesetz, Amtshilfedurchführungsgesetz oder Bankwesensgesetz) bedeutet das Ende des Bankgeheimnisses für in CRS- Staaten ansässige Personen (EU-Staaten und teilnehmende Drittstaaten) mit Konten in Österreich.

PwC Tax Bulletin – Global Information on CRS

CRS erfordert einen erhöhten Aufwand in den Bereichen Compliance und Datenschutz. Die PwC Tax Bulletin-Ausgabe ist die generelle Informationsquelle zum CRS Regelwerk und zum Hintergrund und der Notwendigkeit des Austauschs von Steuerinformationen über Finanzkonten.

PwC Global IRW Newsbrief (23/7/2014)

Die Kommentare zum Inhalt des CRS und detaillierte Definitionen werden im Newsbrief erfasst und erklärt.

PwC hat für seine Kunden ein CITT Portal eingerichtet, in dem aktuelle Neuerungen im regulatorischen Umfeld inklusive Werkzeugen beschrieben sind.

Bitte wenden Sie sich an eine der genannten Kontaktpersonen für weitere Informationen zum Portal.